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Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück
Durchschnitts-Wertung
4,0
140 Wertungen - 14 Kritiken
7% (1 Kritik)
79% (11 Kritiken)
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14 User-Kritiken

Michael S.
Michael S.

User folgen 8 Follower Lies die 364 Kritiken

4,0stark
Veröffentlicht am 22.12.16

Eigentlich ist die Handlung eine Steilvorlage für allerlei Witze über weltfremde Hippies, die sich in der Konsumwelt zurechtfinden müssen und ganz nebenbei etwas Gesellschaftskritik äußern. Peace alter, und warum seid ihr eigentlich alle so fett in Amerika? Wer Mortensens Laufbahn verfolgt hat weiß, dass dieser sich bisher nie für belanglosen Blödsinn hingegeben hat, Banalität ist hier tatsächlich auch nicht zu befürchten. Anstelle von plumper Moral und lahmen Gags stellt Regisseur Matt Ross die Familie in den Mittelpunkt, die dem Zuschauer spätestens beim gemeinsamen Musizieren am Lagerfeuer so richtig ans Herz wächst. Die Kinderdarsteller machen einen mindestens genau so guten Job wie ihre erwachsenen Co-Stars. Ihre Charaktere wirken die meiste Zeit glaubhaft, der Zusammenhalt der Aussteigerfamily wird dabei anschaulich vermittelt. Natürlich gibt es darin die üblichen Rebellen, Vorbilder, Idealisten und Zweifler, doch das ändert nichts an den gelungenen Darbietungen, gegen die auch ein grundsolider Frank Langella nicht ankommt. Obwohl er routiniert auf dem schmalen Grat zwischen fürsorgendem Großvater und konservativem altem Knacker wandelt, bleiben die Sympathien stets bei Ben und seinen Kindern. Neben der Familiengeschichte schneidet der Film auch das nicht unbrisante Thema an, ob Bens linke Alt-68er-Ideale den Kindern tatsächlich mehr Nutzen als Schaden zufügen und lässt dessen teilweise durchaus berechtigte Kritik am Rest der Welt nicht widerspruchslos stehen. Auslachen dürfen die Kinder niemanden (abgesehen von Christen, Konfession egal), Wissen fungiert als Ersatzreligion, nach kommunistischer Art werden Abweichler durch Diskussionen "im Plenum" von ihrer Meinung abgebracht und statt Weihnachten feiert man Noam-Chomsky-Tag und beschenkt sich mit Waffen. Da wirkt es schon beinahe konventionell, wenn sich dann im letzten Drittel des Films mehrere zuvor schwierig scheinende Dinge plötzlich ganz einfach gestalten, die Probleme angepackt und flugs beseitigt werden und die letzte Szene wieder das schon zu Beginn zelebrierte Landidyll feiert. Dafür wird der Zuschauer unter anderem mit einer vor Lebensfreude nur so sprühenden Begräbnisszene (!) belohnt, die zweifellos zu den besten Momenten des Films gehört. Fazit: Ein poetischer und wunderbar fotografierter Film über wichtige Themen, der es sich lediglich am Ende etwas zu einfach macht. Dennoch sehenswert!

A. C.
A. C.

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 23.08.16

Endlich mal wieder ein richtig guter Film. Hervorragend geschauspielert. Drückt nicht auf die Tränendrüse, und regt sogar, trotz allseits bekannten und schon selbst seit Jahren diskutierten und durchdachten Möglichkeiten, zum Nachdenken an.

amlug
amlug

User folgen 34 Follower Lies die 328 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 21.08.16

„Captain Fantastic? Ist das Marvel oder DC?“ so oder so ähnlich lauteten letztendlich fast immer die Reaktionen, wenn Leute mit diesem Film konfrontiert wurden. Auch ich war, zugegeben, am Anfang etwas irritiert durch den Titel, doch er passt wie die Faust aufs Auge (und wird lediglich in Deutschland mal wieder durch den bescheuerten Untertitel irgendwie leicht verdorben). Captain Fantastic rettete meinen Kino-Sommer vor dem Untergang, im Kontext des Films könnte man auch „Mission: Kinorettung“ sagen, denn dieser Film ist einer der wunderschönsten, den ich in den letzten Jahren sehen durfte. Schönheit fängt zumeist irgendwo in der Optik an und genauso will ich auch mit Captain Fantastic beginnen, der absolut atemberaubend gefilmt wurde. Kameramann Stéphane Fontaine zaubert einfach wunderschöne Bilder auf die Leinwand, ohne dabei die verrücktesten Perspektiven oder Kamerafahrten zu verwenden. Die Kamera bleibt immer ruhig und lässt dem Zuschauer so viel Zeit, um die unglaublich detailverliebten, kreativen Sets und Kostüme zu bewundern, die dem Film einen entscheidenden Teil seiner Einzigartigkeit und seines Charmes verleihen, weil sie aber auch nie zu aufdringlich gesetzt wurden. Diese wirklich bezaubernden Bilder werden hinterlegt mit einem wunderbaren, extrem abwechslungsreichen Soundtrack, der von Dudelsäcken bis Gitarren alles dabei hat. Dabei zog mich der Film auch wirklich von der ersten Sekunde an voll in seinen Bann. Selten war ich dieses Jahr von einem Film mehr gefesselt und in der Welt gefangen, als von diesem hier. Ich wollte förmlich gar nicht glauben, dass es außerhalb des Kinosaals noch eine andere Welt gab. Neben der technisch herbeigebrachten optischen Schönheit, gehören hier aber auch definitiv schon die Schauspieler erwähnt, denn der Cast ist absolut Brillant. Abgesehen davon, dass Viggo Mortensen, wie üblich, großartig spielt ist auch die Chemie zwischen ihm und seinen 6 Film-Kindern absolut unglaublich. Man hat wirklich das Gefühl, hier eine Familie vor sich zu haben. Die – teilweise noch – sehr jungen Darsteller wie Charlie Shotwell, Shree Crooks oder Nicholas Hamilton spielen dabei auch wirklich unfassbar gut, vor allem für ihr junges Alter und auch der, mir schon bekannte, George MacKay und die beiden älteren Schwestern waren auch absolut grandios. Wo der Film aber dann wirklich im Sturm mein Herz eroberte, war die innere Schönheit der Geschichte. Das Drehbuch von Regisseur Matt Ross war genial, ohne dabei große, revolutionäre Bocksprünge zu wagen. Die Geschichte ist im Prinzip hochdramatisch, doch Ross verzichtet darauf, auf die Tränendrüse zu drücken und baut darauf, dass sich der Zuschauer von selbst emotional berührt fühlt, was wunderbar funktioniert. Dabei spart der Film auch nicht an einem behutsam eingesetzten Humor und wird durch seine wunderbar anders geschriebenen Charaktere wirklich zum Unikat. Die ganze Geschichte ist dabei auch nie einseitig und naiv, sondern äußerst erwachsen und beleuchtet wirklich das Für- und Wieder. Ich persönlich konnte beide Seiten und Argumente der unterschiedlichen Ansichten von vor allem Ben (Viggo Mortensen) und Großvater Jack (Frank Langella) nachvollziehen und beide hatten irgendwie recht. Die Dialoge waren dabei der Oberhammer und oftmals arbeitet Matt Ross auch einfach nur durch Bildsprache und nervt nicht mit gestelzten, überflüssigen Dialogen und das Ganze mündet dann in einem der schönsten Filmenden, das ich je gesehen habe. Das einzige Problem des Films sind die zahlreichen Charaktere, bei denen manche, z.B. Rellian (Nicholas Hamilton), schlichtweg zu kurz kommen. Fazit: Der Titel ist Programm, was für ein fantastischer, wunderschöner Film!

Popcornfilme
Popcornfilme

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4,0stark
Veröffentlicht am 26.08.16

[...] Seinem Genre ist sich „Captain Fantastic“ wohl nicht ganz so bewusst. Trotz des Independent-Touches ist er vor allem im Verlauf der Handlung doch eher etwas für das Mainstream-Kino, denn letztendlich kann sich die Geschichte nicht zwischen Gesellschaftskritik und Feel-Good-Movie entscheiden. Obwohl es gerade zu Beginn überaus authentische und tiefgründige Szenen gibt, die zum Nachdenken anregen, verläuft besonders die Konfrontation der Familie mit der zivilisierten Welt sehr klischeehaft. So wird der Film nach und nach durchschnittlicher und die Spannung, für die durchaus Potenzial da wäre, kam leider nicht auf. Gelangweilt haben wir uns jedoch nicht, wohl auch dank einiger humorvollen Sequenzen. Die schauspielerische Leistung von Familienoberhaupt Ben (Viggo Mortensen) ist über den gesamten Streifen hinweg sehr kraftvoll und überzeugend. Wir als Zuschauer haben mit ihm mitgefühlt, hät ten aber in der ein oder anderen Situation auch gerne mit ihm über seine verherrlichende Meinung gegen unser System diskutiert. Auch die Kinder spielen sehr gut, sympathisieren und fügen sich hervorragend in das Gesamtbild der Aussteigerfamilie ein. [...] Das Fazit und die ganze Kritik gibt es unter:

Inglourious Filmgeeks
Inglourious Filmgeeks

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2,5durchschnittlich
Veröffentlicht am 27.02.17

[...] Doch einen gewissen Charme kann man „Captain Fantastic“ nicht abschreiben, gerade wenn die Ansichten der Waldkinder mit denen der Vorstadtkinder aufeinanderprallen oder wenn die Situationskomik sich immer wieder daraus ergibt, dass die Kinder eine Verachtung gegenüber denen haben die nicht ins Raster passen. Doch dort befindet man sich immer wieder im Zwiespalt, ob eine kritische Lösung der Misere nicht besser wäre, als eine oberflächliche Komödienberieselung. „Captain Fantastic“ ist ein Film der kleinen Einzelmomente und des Darstellers Viggo Mortensen, der hier eine wirklich tolle Leistung abliefert. Am Ende wirkt es fast so, als wolle Matt Ross einen kritischen Diskurs aufbereiten, der jedoch schneller verfliegt als er vorbereitet wird. Insgesamt wirkt es wie ein Unwetter aus dem gelegentlich kleine Lichtstrahlen auf die Erde prasseln. Hier prasselt leider auch jede Menge verschenktes Potenzial auf den Zuschauer ein, der die Message „Die Gesellschaft ist dumm“ seit Fight Club im Kopf hat. Bei weitem kein schlechter Film, jedoch nur die aufgewärmte Indie-Suppe die wir seit Jahren zu fressen bekommen.

CineMeg
CineMeg

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 07.02.17

Darsteller und Geschichte auf sehr hohem Niveau – Soundtrack leider zu wirr. Der Film macht Spaß, macht einen Lächeln und unterhält von der ersten bis zur letzten Minute. 9 von 10 Punkten.

Daniel P.
Daniel P.

User folgen 4 Follower Lies die 227 Kritiken

3,5gut
Veröffentlicht am 20.11.16

Eine Tragikomödie, die immer wieder zwischen Komödie und Ernst geschickt hin und her wechselt, aber dabei immer stimmig bleibt. Der Film ist dadurch ungewöhnlich wie die Familie von Hauptdarsteller Viggo Mortensen. Sehr kurzweilig und nett.

Kinobengel
Kinobengel

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4,0stark
Veröffentlicht am 25.10.16

Matt Ross, hauptsächlich als Schauspieler tätig, hat für „Captain Fantastic“ mit eigenem Drehbuch auf dem Regiestuhl Platz genommen. Ben Cash (Viggo Mortensen) lebt mit seinen sechs Kindern irgendwo im Wald des Washington State. Er bringt ihnen bei, in und von der Natur zu leben, ohne die Bildung zu vernachlässigen. Als Ben‘s psychisch labile Ehefrau Leslie (Trin Miller) im Krankenhaus stirbt, bricht die Familie auf, um die Beerdigung auf die im Testament gewünschte Weise durchzusetzen und trifft auf die konservative Verwandtschaft von Leslie, angeführt von deren Vater Jack (Frank Langella). An "Capain Fantastic" ist nicht viel Plot dran, aber es geht Matt Ross offensichtlich nicht darum, eine interessante Geschichte zu erzählen, sondern eine unter Umständen funktionierende Parallelwelt zur sogenannten Zivilisation zu erzeugen und beobachten zu lassen. Familienoberhaupt Ben, der mit der kapitalistischen Außenwelt möglichst nichts zu tun haben will, drückt „seiner“ Welt mit viel Energieeinsatz die eigene Handschrift auf. Das ist mit einem brillant aufspielenden Viggo Mortensen umso glaubwürdiger. Und der Charakter seines Opponenten Jack ist alles andere als platt unnachgiebig. Der Film verführt nicht zum Aussteigen: Mit viel Gefühl zeigt der Regisseur Grenzen dieses „freien“ Lebens auf, die von Ben mal mit Vernunft, mal mit überzogenem Eigensinn begegnet werden. Sehr wohl bedient sich die Familie Cash an der Zivilisation, indem sie einen in ihr geschaffenen Bus sowie Krankenhäuser nutzt. Und die schönen neuen Jagdmesser, die unter kultivierten Verhältnissen nicht in Kinderhände gehören, sind nicht selbstgeschmiedet. Der Humor wirkt natürlich, überschreitet nur selten den Bereich der Feinsinnigkeit und ernährt sich nie daraus, dass der Kinogänger die „merkwürdige“ Familie auslachen soll. Es ist zwar z.B. schadenfreudig lustig, den ältesten Sohn Bodevan in seiner Unbeholfenheit gegenüber jungen Frauen zuzuschauen, auftauchende Probleme werden jedoch familienintern diskutiert und geben auch dem Zuschauer - wenn er sich darauf einlässt - nicht wenige Anstöße, über Vor- und Nachteile eines alternativen Lebens nachzudenken. Letztendlich lernen alle eine Kleinigkeit dazu. Das Werk von Matt Ross macht unterm Strich viel Spaß auf hohem Niveau und ist ein bisschen zu fantastic, aber das sagt schon der Filmtitel.

Cursha
Cursha

User folgen 19 Follower Lies die 756 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 03.10.16

"Captain Fantastic" fügt sich glücklicherweise zu den stärkeren Filmen in diesem Jahr ein und ist sogar, meiner Meinung nach, eines der Highlights geworden. Zunächst kann man den Film keinem festen Genre zuordnen. Den der Film ist Road-Movie, Coming of Age usw. Der Titel lässt auf einen Superheldenfilm hoffen, was auch wirklich viele in meinem Umfeld erwartet haben, als wir von dem Film gesprochen haben. Letztlich ist aber die Figur des Ben auch irgendwie ein Superheld. Die Kameraarbeit des Filmes ist wirklich gut geworden, sie ist ruhig und gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, die Bilder zu atmen. Ebenso toll ist das Drehbuch, dass mit einer Vielzahl von gewitzten Dialogen auftaucht. Die Handlung selbst ist was besonderes. Man schwankt während des Filmes zwischen absoluter Euphorie und Spaß und auf der Anderen Seite Trauer und Frust. Die Ereignisse werden sehr überspitzt dargestellt und lässt den Zuschauer zum Mitdenken anregen. Eine Frage, die ich mir gestellt habe, ist die Frage nach der Freiheit und den gesellschaftlichen Normen. Ein Leben in der Wildnis, wird nach Aussage des Filmes nicht möglich sein, oder nicht mehr. Die Familie wird als sonderbar abgestempelt und dies obwohl sie einen Lebensstil gewählt haben, der hunderte von Jahre funktioniert hat, aber er steht nun im absoluten Kontrast zur modernen Gesellschaft. Ist es uns vergönnt, unseren eigenen Lebensstil zu wählen ? Wohl eher nicht. Den perfekten Kontrast stellt dazu die Familie von Bens Schwester, die eigentlich den modernen Menschen sehr überspitzt darstellt und das genaue Gegenteil der "Wildlinge" ist. Die Figuren sind physisch , wie intellektuell weit entwickelt, sind aber dennoch nicht im Stande in der modernen Welt zu existieren. Getragen wird die Handlung vom großartigen Voggo Mortensen, für den es mal Zeit wird für einen Oscar. Mortensen spielt seine Figur wieder mal überragend. Dabei ist seine Figur aber auch eine, die man in Frage stellen kann. Den auf der einen Seite leibt er seine Kinder und will nur das beste für sie. Auf der anderen Seite fordert er unglaubliches von ihnen ab, bringt sie in Gefahr und vollzieht Taten, die man als Zuschauer immer wieder in Frage stellt. Dennoch hat man eine Sympathie für ihn, was an dem wirklich charismatischen Mortensen liegt. Ebenfalls erwähnen sollte man George Mckay, der als Bens Sohn eine ebenso großartige Leistung abruft. Kurz: der Film bietet unglaublich viel in unserem dünnen Kinojahr. Vor allem bietet er einen großartigen Viggo Mortensen.

listener_49
listener_49

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 25.08.16

Ein sehr berührender, anregender und lustig-trauriger Film mit sehr guten Darstellern und sehr guter Kameraarbeit. Natürlich bisweiligen idealisierend und unrealistisch, aber dennoch ... Das einzige, das mir nicht gefällt ist der Titel. Der führt das Publikum ohne Vorkenntnisse wohl auf die falsche Spur. Aber dennoch waren die Zuschauerreaktionen im Kino durchweg positiv und gut, aber auch nachdenklich gestimmt, verließen alle den Kinosaal. Ach ja, auch für die Musik ein ganz großes Lob.

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