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    Leviathan
    Durchschnitts-Wertung
    3,2
    33 Wertungen - 4 Kritiken
    Verteilung von 4 Kritiken per note
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    4 User-Kritiken

    Kino:
    Anonymer User
    5,0
    Veröffentlicht am 5. Mai 2017
    Leviathan ist ein von Beginn an kompromissloser Film, der in langen ebenso von Dialog wie von Bildgewalt getragenen Szenen den vergeblichen Kampf einer Familie und ihrer Freunde gegen korrupte Politiker zeigt. Wenngleich ob des politischen Gehalts der Geschichte als russlandkritisches Drama gelobt, ist Leviathan keineswegs nur auf seine gesellschaftliche Relevanz bedacht. Die ökonomischen Erwägungen und Ambitionen, die das erste Drittel des Films bestimmen, lässt der Film nämlich zusehends im Sand verlaufen und konzentriert sich auf die Seelenvorgänge der Protagonisten, denen durch persönliche und politische Konflikte der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Beeindruckend ist, dass Swjaginzew alle Handlungsstränge, gerade ihrer Ereignisarmut mit Gefühl für Zeit, Dialoge und Personen handhabt, sodass man den zahlreichen Figuren mit Spannung folgt. In den Händen des Regisseurs verwandeln sich auch die etwas trostlose Geburtstagsfeier und das ständige abendliche Trinken in Szenen atemberaubender Dichte, ohne dies jemals durch auffällige, inszenatorische Kniffe erzeugen zu wollen; im Gegenteil: gerade die radikale Reduktion von Kameraführung, Schnitt, Landschaft, Handlung und Charakterzeichnungen auf das Wesentliche war der beste Schritt, den Swjaginzew machen konnte. Leviathan ist ein insbesondere zum Ende hin düsteres, pessimistisches Politdrama, der bis in die letzten Einstellungen genial durchkomponiert ist.
    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 41 Follower Lies die 432 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 18. März 2015
    Der bekannte und mit vielen Preisen ausgezeichnete russische Regisseur Andrey Zvyagintsev hat mit „Leviathan“ den russischen Beitrag zur Oscarverleihung 2015 beigesteuert. Sein Werk wurde für den besten fremdsprachigen Film nominiert. Nikolai „Kolya“ (Aleksey Serebryakov) hat sein Haus mit Autowerkstatt in der Nähe einer russischen Stadt an der Barentssee mit eigenen Händen erbaut. Dort lebt er mit seiner zweiten Frau Lilya (Elena Liadova) und Roma (Sergej Pochodajew), dem Sohn aus erster Ehe. Der zwielichtige Bürgermeister Vadim (Roman Madianov) enteignet Nikolai und bekommt vor Gericht in letzter Instanz Recht. Ein Freund von Nikolai, der Moskauer Anwalt Dmitri (Vladimir Vdovichenkov) hat belastendes Material gegen den Bürgermeister gesammelt und möchte eine erheblich höhere als die gerichtlich festgelegte Entschädigung erreichen. Weite Landschaften, karge, unwirtliche Schönheit, Naturgewalt, gepaart mit klassischer Musik. So beginnt und endet „Leviathan“. Dazwischen ist kaum Musik zu hören. Zvyagintsev baut in seinem ruhig erzählten und mit Landschaftsaufnahmen untermalten Film eine Stimmung auf, die einer zusätzlichen auditiven Unterstützung nicht bedarf. Schnell stellt sich Nikolai als einfacher Mann mit Hang zum Choleriker vor. In der Szenerie ist stets unklar, was als nächstes passiert, denn viele Entscheidungen sind möglich. Oft, nicht immer, ergehen sie zu Gunsten der Unvernunft, denn Korruption, Rache und Eifersucht sind im Spiel, somit Allzumenschliches. Der russische Regisseur setzt Aktionen und besonders die Ellipsen mit außerordentlichem Fingerspitzengefühl an die geeigneten Stellen und erzeugt ein zusätzliches Kribbeln in den Reihen vor der Leinwand. Die größere Besonnenheit geht von den Frauen aus, die ihre Männer im Zaum halten müssen. Das müssen die Figuren mit jeder Menge Wodka herunterschlucken. Und auch sonst sind die Flaschen mit dem Wässerchen und eine deftige verbale Ausdrucksweise an der Tagesordnung. Klischee? Zumindest hat der Zuschauer irgendwann den Eindruck; die einzige Schwäche des Films, der im Übrigen mit Realität und zynischem Humor überzeugt. Lilya handelt weniger überlegt. Sie liebt Nikolai, aber Armut droht, der Stiefsohn lehnt sie ab. Das treibt sie in die Arme von Dmitri. Elena Liadova spielt Lilya mit ihrer betörend schlichten Schönheit und dieser unglaublich intensiv dargestellten Zerrissenheit. Die kleine Welt von Nikolai stürzt zusammen, wie die des Hiob, dessen alttestamentarische Geschichte als Vorlage für den Film diente. Ein leidenschaftlicher, sich verausgabender Aleksey Serebryakov zeigt einen erniedrigten Nikolai. Und Zvyagintsev setzt dem Beobachter als kleinen Kniff das funktionierende Pärchen Angela (Anna Ukolova) und Pacha (Aleksey Rozin) entgegen, um das erschütternde Schicksal von Nikolai und Lilya zu verdeutlichen. „Leviathan“ ist ein herausragend erzähltes Drama um den Zusammenbruch eines Menschen und dem unschuldigen Rauschen der Brandung als Gewissheit.
    Rüdiger Wolff
    Rüdiger Wolff

    User folgen 3 Follower Lies die 62 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 15. März 2015
    „Armes Russland… … reiches Russland“. Ein Film über das Leben und die Menschen im heutigen Russland. Ein episches Werk von großer Aussage- und Strahlkraft - dargestellt an einer Familie und ihrem Schicksal in einem Küstenort. Ein bedrückendes Drama, das von gesellschaftlicher und staatlicher Korruption, von Unrecht, einer gesteuerten Justiz und einer schwachen Kirche handelt. Über allem schwebt der Alkoholismus, mit dessen Hilfe man meint, dieses Leben noch einigermaßen erträglich machen zu können. „…reiches Russland“ soll mein Hinweis sein auf die reichen Ressourcen bei den Bodenschätzen und Energiequellen, die aber weitgehend nicht zum Wohle der Bevölkerung verwertet werden, sondern irgendwo in den Taschen der Oligarchen verschwinden. Der „Leviathan“ wird in dem Buch „Hiob“ in der Bibel (Kap. 40:25 ff.) als ein von Gott geschaffenes großes Meeresungeheuer beschrieben, gegenüber dessen Gewalt und Größe der Mensch machtlos ist. Seine Interpretation auf diesen Film bleibt jedem Betrachter letztlich selbst überlassen; nach meiner Meinung sind die Auswirkungen einer fast 100jährigen atheistischen, kommunistischen Regierung auch heute noch in diesem Land dramatisch zu sehen und zu spüren. Fazit: Sehr sehenswert
    Gringo93
    Gringo93

    User folgen 27 Follower Lies die 428 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 31. August 2016
    Fazit: Ein absolut packendes Drama aus Russland. Die Atmosphäre ist düster und die genial geschriebenen Figuren wirken unheimlich glaubwürdig.
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