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    Raum
    Durchschnitts-Wertung
    4,3
    231 Wertungen - 24 Kritiken
    38% (9 Kritiken)
    46% (11 Kritiken)
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    24 User-Kritiken

    Martin23
    Martin23

    User folgen Lies die 4 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 10. August 2016
    Ein (T)Raum - die oscarnominierte Literaturverfilmung „Raum“ Es klingt wie eine wunderschöne Gute-Nacht-Geschichte: Ein Junge erzählt von seinem Geburtstag. Er wird fünf Jahre alt, aber er klingt älter. Er erzählt von seiner Ma, vom Raum, in dem Ma und er gemeinsam leben. Allmählich wird klar, dass der Junge eben diesen Raum, einen knapp neun Quadratmeter kleinen Schuppen, in seinem ganzen Leben noch nie verlassen hat. Der 17-jährigen Joy wurde ihre Güte einst zum Verhängnis, nun ist die junge Frau (Brie Larson) schon seit sieben Jahren eine Gefangene. Ein Fremder hat sie in einen Schuppen auf seinem Grundstück gesperrt, wo er sie regelmäßig heimsucht und im Austausch für Lebensmittel vergewaltigt. Vor fünf Jahren brachte sie den Jungen Jack (Jacob Tremblay) zur Welt, den sie in „Raum“ aufzieht. Mit der Zeit gelingt es ihr immer weniger die Fassade einer heilen Welt gegenüber Jack aufrechtzuerhalten. Und daher muss sie sich etwas überlegen... Die dramatische Grundsituation mit Entführung, Gefangenschaft und über Jahre fortgesetztem Missbrauch erinnert an schrecklich reale Fälle wie jenen von Natascha Kampusch, doch in „Raum“ geht es meist nicht direkt um das Leben mit dem Grauen. Denn Ma erschafft für das Kind einen Gegenentwurf zu ihrem persönlichen Albtraum. Sie überspielt ihre Hilflosigkeit und hält Jack so weit wie möglich fern von der schrecklichen Realität. So dürfen die Zuschauer gemeinsam mit dem Jungen in dem kargen Raum unendliche, ungeahnte Möglichkeiten entdecken. Für den Film hat die Buchautorin Emma Donoghue, die das Drehbuch selbst schrieb, Jacks Ich- Perspektive aufgegeben und Ma zur gleichberechtigten Figur gemacht. Und doch sehen wir die Welt durch Jacks Augen, was ein faszinierend unerwartetes und berührendes Kinoerlebnis zur Folge hat. Denn Brie Larson und Jacob Tremblay sind ein perfektes Leinwandduo. Wie die beiden durch kleine Gesten oder Blicke kommunizieren - die Wahrhaftigkeit ihrer Beziehung ist das Herzstück des Films. Schon im ähnlich berührenden Independent-Drama „Short Term 12“ hat Larson eine überragende Leistung gezeigt. In „Raum“ stand sie vor einer noch anspruchsvolleren Aufgabe, denn sie muss als Ma einerseits Jack überzeugend Normalität vorspielen und zugleich Ausschnitte aus ihrem wahren Seelenleben preisgeben. Das wurde zurecht mit dem Oscar für die beste Hauptdarstellerin 2016 belohnt. Regisseur Lenny Abrahamson vertraut hier ganz auf die Intensität der innigen Mutter-Sohn- Beziehung. Er findet für seine hochemotionale Geschichte den richtigen Ton und verleiht „Raum“ dank einer überragenden Brie Larson und des sensationellen Jacob Tremblay trotz des düsteren Rahmens eine fast schon hypnotische Sogwirkung.
    Max H.
    Max H.

    User folgen 31 Follower Lies die 153 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 16. März 2016
    Klingelingeling, der Oscarmann.... drückt einem (und der Jury) wie immer kurz vor Knapp noch eine Independent - Perle in den Nacken. Das hat beständige Tradition, um auch bloß vom selbstpreisenden PR-Brimborium irgendwelcher A-Prominenten abzulenken, die ihre Werke schon vorher in den Himmel favorisieren (und manchmal sogar selbst mitspielen). Und jeder mag den Underdog, bei der Academy umso mehr, erzeugt er doch einen Effekt der Mehrdimensionalität in der Veranstaltung. Den man dieses Jahr bei #OscarsSoWhite ohnehin gebrauchen kann. Die "Perle", Querverweis hier beispielsweise auf Zeitlin's "Beasts of the Southern Wild" (2011) oder Debra Granik's "Winter's Bone" (2010), ist nicht selten nur schmuckes Beiwerk, bringt dafür aber umso häufiger ernstzunehmende Schauspielkandidaten in Abräumer - Stellung. Wie im Falle von Lenny Abrahamson's "Raum", die Amerikanerin Brie Larson. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Auf wenige Quadratmeter Spielraum gesellt sich der Zuschauer zu seinen beiden Protagonisten Jack und seiner Mutter (Larson), wobei hier Jacob Tremblay's Jack der Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist. Die Kamera begleitet ihn, schaut nicht selten durch seine Augen hinauf in die Welt der Erwachsenen. Es ist ein Zweifeln, Grübeln und Fantasieren in der ersten Filmhälfte, die Jack's Welt umkreist und dabei äußerst wirkungsvoll das Mystische des Films erhält. Was ist das für ein Raum, stellt sich dem in ihm geborenen Jack nicht, es ist vielmehr das Absolut seines gesamten Seins. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Schon beim letztjährig laufenden "Locke" von Stephen Knight, stellte sich mir die Frage, inwieweit einen Klaustrophobie - Experimente des Neuzeitkinos bei Laune halten können. Geht so bei Ryan Reynolds (Buried), geht aber auch super, bewies damals ein großartiger Tom Hardy und beweist jetzt ein alles überragender Jacob Tremblay im Alter von 9 Jahren. Natürlich, sagen die einen, ist das bei Kinderschauspielern jetzt leicht zu sagen. Häufig sind sie die unbedarfte und augenzwinkernde Projektionsfläche der Erwachsenen, ihr naiv- lebensweiser Kompass in einer völlig verwirrenden Welt. Und nicht selten einfach nur plastisch - surreal. Oder erklärt ihnen ihr Kind zu Hause auch von Zeit zu Zeit mal die Welt? --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Hier liegt der Fall ein wenig anders, Tremblay's Jack ist Handlungsträger und Autofokus des Films, der den Rest der Welt als Projektionsfläche gebraucht. Was sich seinem Tun in den Weg stellt, wird analysiert, was nicht, besitzt auch für Film und Geschehen keine Relevanz. Durch eine spielerische Sicht auf seine Erziehung in der ersten Stunde gelingt Tremblay eine unerwartete Ebenbürtigkeit mit dem Zuschauer gleich der kleinen Protagonistin Hushpuppy aus "Beasts of the Southern Wild". Dieses Vermischen des typisch Naiv - Kindlichen mit dem Entdecken des anschließend Neuen machen "Raum" zum "Boyhood" anno 2016 auf einer psychologisierten Ebene. Unabhängig von der Frage, ob der Award-Schwanzvergleich einen 9-jährigen schon interessieren (sollte), lässt sich schon rätseln, warum Tremblay nicht nominiert wurde. Offenbar soll verhindert werden, dass DiCaprio erneut die Tränen in die Augen schießen. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Projektionsfläche Nummer 1 und Spiegel innerer Zerrissenheiten ist Brie Larson als Jack's Mutter, die jetzt wohl Jennifer Lawrence als neue Hoffnung Hollywoods ablösen soll. Die da drüben lieben absolute Ankündigungen. Natürlich muss ihr Schauspiel nuancierter sein als Tremblays, schließlich ist es ihr Gesicht, in dem der Zuschauer versucht, Wandlung und Fortschreiten der Storyline zu erkennen , auch wenn der große Knall (vermeintlich) bereits nach einer Stunde kommt. Larson's Part tariert die komplette Dramenplatte von depressiv bis hoffnungsvoll aus und wird von "Kennern" (oder wie Böhmermann sagt: zynische Hater) gerne als "dankbar" ausgelegt. Gilt allerdings schon seltener, wenn man weniger bekannt und unter 30 ist. Gibt's noch was zu erwähnen? Larson's Spiel ist einfach umwerfend und sie wird das Ding am 28.2 wuppen. Punkt. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Zum vermeintlich: Das von der Autorin selbst verfasste Drehbuch trifft den Ton dieser abgewandelten Erziehungsgeschichte unter dem Deckmantel eines brutalen Verbrechens sehr genau. Der Break und das Rauben der anschließenden Illusion (nicht nur beim Zuschauer) fordert geradezu filmische Konsequenzen, ergo mehr Laufzeit. Das macht das Projekt "Raum" letztlich so wertvoll. Was folgt, ist ein schwierig zu knüpfender Neuanfang, der erst einmal begangen werden muss. Mutter und Kind bilden weiterhin ihren räumlich eng begrenzten Kosmos, in einem Film, der letztlich zu dem fast schon paradoxen Schluss kommt, dass die Mutter ihr Kind noch mehr braucht als umgekehrt. Eine Mutter also, die gerettet werden kann, von einem Kind, das ohne Strukturen, Anschluss findet, ohne zu vergessen, wo es herkommt. "Bye, Room!" Er fungiert als Parabel für Opfer dieser grausamen Verbrechen, vor allem aber für dessen Heilung. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- "Raum" ist interessant, manchmal sogar kniffelig, er ist einfühlsam und unter einigem Unbehagen, das man von Mal zu Mal kriegt, sogar hoffnungsvoll lebensecht. Und er hat einen psychologischen Aspekt, der dank der Mutter - Sohn - Dynamik greifbarer für den Zuschauer wirkt. Und weniger bedeutungsschwanger und belehrend ist als würde man an irgendeiner Stelle des Film einen Psychiater in den "Raum" werfen. Wortspiel. Dieses Ausgewogene und die in seinen besten Stellen ausgestrahlte Ruhe und Bedachtheit zum Thema sind auch Leistungen von Regisseur Abrahamson und Kameramann Danny Cohen (King's Speech, Les Miserables), der durch dezentes Einblenden, spätes Scharfstellen und genauen Close - Ups seines Protagonisten ganz nah an der Erlebniswelt des Jungen dranbleibt. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Fazit: "Raum" ist konzentrierter und vitaler als "Boyhood", ausgewogen erzählt und psychologisch alles andere als oberflächlich. Tremblay besitzt den Geist von Qwenzhae Wallis' Hushpuppy und das ist von mir mehr Kompliment als überhaupt möglich. Dieser Darsteller und dieser Stab perfektionieren ein aufwühlendes Thema auf einer unerwartet spielerisch-experimentellen Ebene. Grund genug für mich und auch passend zur Awardzeit, nach "Birdman" letztes Jahr mal wieder eine Höchstwertung herauszukitzeln.
    Örnywood
    Örnywood

    User folgen 4 Follower Lies die 77 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 28. Juni 2016
    Es gab schon immer Bücher oder Filme, die sich Gedanken darüber machten, was eine Mutter bereit ist für ihr Kind zu tun. Und das sie im Stande ist übermenschliches zu leisten. Doch noch nie wurde das Thema eindringlicher gezeigt wie in "Room". Ein ganz kleines Drama, von einem unbekannten Regisseur mit keinen großen Stars. Das braucht es aber gar nicht. Dank dem homogenen und emotionalen Spiel von Brie Larsen ,dem 9(!) jährigem Jakob Trembley und dem subtilen Einsatz von Kamera und Musik entsteht eine eindringliche Mutter Kind Studie, die oftmals Hagel Korn große Gänsehaut erzeugt. Kleiner Film, großes Kino! Der Roman "Room" war ein großer Bestseller. Darin erzählt ein kleiner Junge von Raum, einer Welt die nur er kennt. Er erzählt von seinem Bett, von dem Klo und der Badewanne, dem Fernseher der nicht real ist und dem kleinen Glas Verschlag an der Decke, das Universum. Er lebt dort mit Mu, und ist 5 Jahre alt. Erst nach und nach wird einem klar, das beide nicht zum Vergnügen hier sind und die Enge ihrer "Zuhauses" nicht für alle Zeiten ihr Leben sein kann. Jeder der den Trailer gesehen hat, weis natürlich was geschehen ist und noch geschehen wird. Am besten schaut man ihn also ohne Vorkenntnis des Buches und sollte keine langen Inhaltsangaben lesen. Macht man das nicht, erlebt man einen Plot Point den ich selten so unerwartet und kolossal erlebt habe. Zwar nimmt man die Fährte der Lunte irgendwann auf, doch ist sie dann mal abgefeuert, erzeugt sie einen wahren und einzigartigen "Aha" Moment. Das geniale an dem Drama ist jedoch, auch wenn man das ganze weis oder ahnt, funktioniert "Room" immer noch auf ganz vielen Ebenen. Als Zuschauer gehen wir mit den beiden auf eine Reise, und nehmen ihre Realität als unsere war. Eins ums andere mal fragt sich der Zuschauer, wie würde ich selbst reagieren? Was würde ich tun? Durch das schmale Szenenbild gibt es keine großen Panorama Aufnahmen. Die Kamera wirkt eher als wäre sie ein teil von Raum und passt sich dessen Enge und Beklemmung an. Nur sporadisch setzt Musik ein, etwa wenn Mu ihrem Sohn ein Gute Nacht Lied singt. Die Faszination ergibt sich aber auch aus der Beziehung der beiden. Ihre Liebe ist einzigartig und doch wohl Millionen mal vorhanden auf dieser Welt. Und beide Schauspieler beweisen hier das in Zukunft mit ihnen zu Rechnen ist. Jakob Tremblay ist die Entdeckung. Er ist zwar schon 9, spielt aber so real und authentisch einen 5 jährigen wie es besser kaum geht. Durch seine Augen nehmen wir die Welt war und entdecken sie mit ihm. So reichen seine Emotionen immer wieder von purer Freude und kindlichem Entdecker Geist hin zu Unverständnis, Überforderung und Traurigkeit. Dem gegenüber steht Brie Larsen. Bisher in kleinen Nebenrollen oder Independent Filmen zu sehen, spiegeln sich in ihrem Gesicht binnen Sekunden die ganze Hoffnungslosigkeit und ihre gebrochene Seele wieder nur um dann wieder freudestrahlend und voller Liebe zu sein. Diese Maske fällt mit zunehmender Spielzeit, ihre Nerven liegen mehr und mehr blank und wenn ihr ausgedörrtes, bleiches und trauriges Gesicht selbst beim Lachen tiefe Tränen nicht verbergen kann, ist das mit das beste was ich seit langer Zeit gesehen habe. Ihre Ambivalenz zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, sie macht die größte Wandlung durch und jede Minute leidet man mit ihr mit.Völlig verdient gab es für diese herausragende Leistung den Oscar! "Room" lebt vor allem von der Atmosphäre. Es geht um kleine Dinge, wie wichtig etwa Einfallsreichtum in einer schier ausweglosen Situation ist (und was ein Teppich dazu beitragen kann). Und er lebt vom Entdecken, eine Gabe die leider heutzutage fast völlig abhanden gekommen ist. Es gibt kein Spektakel, und kaum Veränderung im Szenenbild, und doch birgt jede einzelne von Ihnen eine unerklärbare Schönheit und Präsenz. Auch nimmt sich Regisseur Lenny Abrahamson viel Zeit, schert sich nicht um irgendwelche Mainstream Mechanismen und nimmt immer wieder Tempo heraus, wenn er es für nötig hält um den Charakteren gerecht zu werden und die Situation auf den Zuschauer wirken zu lassen. Das ist ganz große Filmkunst. Und auch ohne typische Action oder Brutalität entwickelt sich ein Thriller, der seine Spannung aber nicht nur aus der Auflösung des Plots bezieht, sondern viel wichtiger, wie die Menschen damit umgehen. So sind die zwischenmenschlichen Beziehungen wichtiger als plakative große Bilder, und bis auf eine kann ich alle Handlungen und Veränderungen komplett nachvollziehen. Fazit: "Room" zieht einen von Anfang an in einen emotionalen Sog und bietet in jeder einzelnen Szene etwas neues zu entdecken. Dank der zurückhaltenden Regie, dem Platz und der Zeit für Gefühle und Atmosphäre und der beiden perfekt harmonierenden Darsteller ein kleines, feines und eindringliches Meisterwerk!
    Nico H.
    Nico H.

    User folgen Lies die 9 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 29. Juli 2016
    Ein sehr schöner und sehr Trauriger Film.Ein Meisterwerk echt super.😉😢😢😢💪❤❤❤❤❤👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍
    Johannes G.
    Johannes G.

    User folgen 7 Follower Lies die 248 Kritiken

    1,0
    Veröffentlicht am 23. Juli 2017
    Für diesem Film hätte der Vorwurf quälend langsamem Erzähltempos erfunden werden können. Für eine einleitende Sequenz ginge das vielleicht noch in Ordnung, um die Tristesse darzustellen, die Mutter+Sohn hier durchleben, aber nicht über zwei Stunden. So dominiert aus meiner Sicht gerade *nicht* das (berechtigte) Anliegen der Darstellung der Gedanken- und Wahrnehmungswelt der Handelnden in der Extremsituation ihres Gefängnisses, sondern schlicht Langeweile. Zumal - von einer Szene abgesehen, das sei eingeräumt - das Wenige, was passiert, vorhersehbar ist und ohne Überraschungen oder Wendungen bleibt. Ich kann mir dieses Werk durchaus als Verhaltens- und Chrakterstudie in einem Psychologie-Seminar vorstellen. In einen Kinosaal gehört es nicht.
    amlug
    amlug

    User folgen 40 Follower Lies die 325 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 25. März 2016
    Lange habe ich überlegt, welche Einleitung ich zu dieser Kritik schreiben könnte und bin letztendlich auf keinen guten Einfall gekommen, der Raum irgendwie gerecht werden würde. Denn Raum ist großartig, Raum ist herzzerreißend, Raum ist rührend … Raum ist einfach ein Meisterwerk. Auch wenn die Geschichte vielleicht nicht die Allerneuste ist, so fällt das bei diesem Film überhaupt nicht ins Gewicht, denn Raum lebt einzig und alleine durch seine Charaktere und die tiefgehende Erzählweise. Unsere beiden Hauptcharaktere Jack und Joy durchleben in diesem Film eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der die Emotionen oft überkochen und bei der beide über sich hinauswachsen müssen. Dabei werden die Charaktere allerdings keineswegs kitschig heroisiert, sondern bleiben immerfort absolut bodenständig, glaubwürdig und voll und ganz authentisch. Ich für meinen Teil muss dabei gleich mal bestätigen, dass ich mich so sehr in die Charaktere hineinversetzen konnte, wie nur in wenigen Filmen zuvor. Ich habe förmlich gespürt, was Jack und Joy spüren und das ist einfach nur grandiose Arbeit von Regisseur Lenny Abrahamson und den beiden Hauptdarstellern Jacob Tremblay und Brie Larson. Letztere bewies ja bereits im brillanten Short Term 12, dass sie wohl eine der talentiertesten Newcomer derzeit ist und unterstreicht dies in Raum noch doppelt und dreifach. Wer Larson aber wirklich die Show stiehlt ist der achtjährige Jacob Tremblay, der eine der wahrscheinlich authentischsten Jungdarstellerperformances abliefert, die ich je gesehen habe. Tremblay verschreibt sich vollkommen seinem Charakter Jack und verhält sich so dermaßen realistisch, dass man es beinahe mit der Angst zu tun bekommt. Großes Lob von dieser Seite an Lenny Abrahamson, der wirklich selten gut mit seinen Schauspielern zu arbeiten schien. Zwar packt Abrahamson technisch kaum Besonderheiten aus, was aber vielleicht sogar sehr gut ist, da es die Authentizität des Films noch einmal unterstreicht. Die einzige nennenswerte Besonderheit war die Kamera, die teilweise aus Jacks Sicht filmte, was perfekt zum Film passte, denn dieser wird aus Jacks Sicht erzählt, was super gelungen war. Die leicht naiven Voice-Overs Jacks ließen mich die Welt wirklich aus seinen Augen heraus sehen und so manch ein schlauer Dialog brachte mich doch zum Nachdenken (Stichwort: Zeit). Auch gibt es im Film durchaus ein paar witzige Szenen, die meistens aus Jacks unfassbar faszinierendem, kreativen Weltverständnis resultieren und noch mehr unterstreichen, dass dieser seit seiner Geburt nichts anderes, als den Raum kennt. Was mir am Drehbuch allerdings wirklich außerordentlich gut gefiel (und wo sich der Film dann auch definitiv von den Standardfilmen entfernte), war der Fokus der Geschichte, denn dieser ruhte wirklich 118 Minuten lang nur auf unseren Hauptfiguren. Es ging nicht um die Verfolgung und Bestrafung ihres Peinigers (Sean Bridgers), sondern wirklich nur um die Hauptfiguren und wie sie versuchen mit der Situation fertig zu werden und sie zu verarbeiten. Auch werden dabei etliche ethische Fragen aufgeworfen, die zum einen pietätlos wirken, zum anderen bei genauerer Betrachtung aber auch wirklich hochinteressant sind. Da mag die Grundidee vielleicht nicht das allerneuste sein, aber wichtig ist doch, was daraus gemacht wird und Raum macht wirklich alles absolut perfekt. Fazit: Herzzerreißend, emotional, kaum in würdige Worte zu fassen. Raum ist ein Meisterwerk.
    mercedesjan
    mercedesjan

    User folgen 14 Follower Lies die 80 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 22. März 2016
    (...) Fazit: „Raum“ ist ein bewegendes Drama. Trotz des harten und schweren Themas, gelingen dem Film großartige und hoffnungsvolle Momente. Es ist ein emotionaler Mix, der vor allem durch die Mutter-Sohn-Beziehung überzeugt und sich dabei auf die sensationellen Brie Larsson und Jacob Tremblay verlassen kann. Ein ganz starker Film, der dabei nur hauchdünn an der 9/10 vorbeischrammt und dennoch meine vollste Empfehlung genießt.
    Brodie1979 ..
    Brodie1979 ..

    User folgen 12 Follower Lies die 229 Kritiken

    3,0
    Veröffentlicht am 6. August 2016
    Ich kann voll und ganz verstehen warum ein solcher Film in Oscardimensionen vordringt – aber ebenso ist dies eben einer dieser Titel die von den entscheidenden Kritikern sehr gemocht wird, das normale Publikum aber verprellt. Der Film spielt in zwei Hälften, in der ersten sind die famose Brie Larson und ihr Filmsohn in einem Zimmer eingesperrt, in der zweiten Hälfte müssen sie isch dann nach jahrelanger Gefangenschaft in der Wirklichkeit zurecht finden und stoßen an allen Ecken und Enden auf Probleme und Widerstand mit dem sie so nicht gerechnet haben. Das bietet natürlich eine riesige Fläche für darstellende Kunst, aber ebenso ein geringes Maß an Unterhaltungswert. Eigentlich ist das subjektiv: man kann es total interessant und spannend finden wenn Larson und ihr Filmsohn eine gute Filmstunde in einem Raum hocken, man kann es ebenso zum Gähnen langweilig finden … ich komm irgendwie nicht auf den Punkt.
    David B.
    David B.

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    4,5
    Veröffentlicht am 14. Januar 2018
    sehr spannend erzählt. Story nicht zu langatmig gestaltet. Fesselnde Schauspieler. Ein fast perfekter Film.
    Luke-Corvin H
    Luke-Corvin H

    User folgen 10 Follower Lies die 474 Kritiken

    1,0
    Veröffentlicht am 10. September 2016
    Langweilig so kann ich den Film beschreiben, der so Klischeehaft und voller Oscar-Kitsch ist das man ihn fast nicht aushaltet. Auch wenn sich Brie Larson es versucht hat, etwas aus ihre Rolle zu machen, konnte das Kind nicht Überzeugen. Dabei ist es für mich Normal das Kinder-Darsteller oft nicht Schauspielern können, aber sobald der Charakter nervig wird, sehe ich rot.
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