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Snowden
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,0
stark
Snowden
Von Andreas Staben
„Sind die Vereinigten Staaten das großartigste Land der Welt?“ Gleich zwei Mal muss der ungewollt berühmte Titelheld von Oliver Stones biografischem Drama „Snowden“ diese Frage bei Lügendetektortests im Film beantworten - und sein „Ja“ wird dabei nicht in Zweifel gezogen. Der seinerseits heftig umstrittene Regisseur von „JFK“ und „Nixon“ gibt sich alle Mühe, den in den USA nicht nur von der Regierung als Landesverräter gebrandmarkten, in russischem Exil lebenden Whistleblower Edward Snowden als Patrioten darzustellen, der bei seinen Enthüllungen von der Sorge um die Freiheits- und Bürgerrechte angetrieben wurde. In seiner „Dramatisierung von Ereignissen zwischen 2004 und 2013“ gießt Stone dabei zumindest aus europäischer Perspektive kaum Öl ins politische Feuer und konzentriert sich vor allem auf das individuelle Porträt eines hochtalentierten und ziemlich sturen Überzeugungstäters – um mit diesem privaten Drama einmal mehr ganz grundsätzliche Fragen aufzuwerfen und letztlich eben doch mitten in das Zentrum der Debatte vorzustoßen.

3. Juni 2013. Der NSA-Mitarbeiter Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) trifft sich unter konspirativen Umständen in Hongkong mit der Dokumentarfilmerin Laura Poitras (Melissa Leo) sowie den britischen Journalisten Glenn Greenwald (Zachary Quinto) und Ewen MacAskill (Tom Wilkinson). Der IT-Spezialist hat bei diversen Tätigkeiten bei und im Auftrag von verschiedenen US-Geheimdiensten entdeckt, dass die Behörden weit über ihren offiziellen und gesetzlichen Auftrag hinaus Daten sammeln und die Kommunikation auch von unverdächtigen Privatbürgern überwachen. Er ist überzeugt, dass die Öffentlichkeit das Recht hat, davon zu erfahren und hat deshalb Hunderttausende Beweisdokumente zusammengetragen und außer Landes geschmuggelt. Nicht einmal seine langjährige Freundin Lindsay Mills (Shailene Woodley) hat er eingeweiht und auch die  Warnungen seines CIA-Mentors Corbin O'Brian (Rhys Ifans) ignoriert...



Der dreifache Oscar-Preisträger Oliver Stone („Platoon“, „Wall Street“) ist bekanntlich ein Filmemacher, der gern heiße Eisen anfasst. Aber trotz einer gewissen Vorliebe für Kontroversen und Verschwörungstheorien geht es ihm nicht in erster Linie um Provokationen. So ist etwa sein 9/11-Film „World Trade Center“ kein politisches Pamphlet, sondern ein Dokument der Menschlichkeit. Und auch den damaligen Präsidenten George W. Bush porträtierte er in „W.“ fast schon nachsichtig. In „Snowden“ nun breitet er nicht die Konsequenzen der vom Protagonisten ausgelösten weltweiten Affäre um die Abhör- und Überwachungspraktiken amerikanischer und einiger anderer Nachrichtendienste aus, sondern zeigt uns den individuellen Weg Snowdens zu seiner Entscheidung, sein streng geheimes Insiderwissen mit der Öffentlichkeit zu teilen und ins Exil zu gehen. Dabei ist der Film ebenso sehr ein Psychogramm des Protagonisten und eine Liebesgeschichte wie ein zeitgeschichtliches Drama und ein politisches Aufklärungsstück.

Nach dem Auftakt im Sommer 2013 springt der Regisseur neun Jahre in die Vergangenheit zurück. Für Edward Snowden war der 11. September 2001 wie für so viele Amerikaner ein einschneidendes Erlebnis und er will seinen Beitrag im Kampf gegen den Terror leisten. Im Trainingslager der Special Forces 2004 erscheint uns der blasse Brillenträger hier daher fast als Wiedergänger des naiv-idealistischen Jünglings Oliver Stone, der einst freiwillig nach Vietnam gegangen ist. Doch Snowdens Körper ist zu schwach für den Einsatz im Irak und der Arzt tröstet ihn: „Es gibt andere Wege, deinem  Land zu dienen.“  Also bewirbt sich der junge Mann bei der CIA, wo er dank seiner erstaunlichen Sprach- und Computerkenntnisse auch ohne Highschool-Abschluss unterkommt. Dabei hat er einige Flausen im Kopf (seine Vorbilder sind Joseph Campbell, „Star Wars“, Thoreau und Ayn Rand) und findet es einfach nur cool, Zugang zu geheimen Informationen zu haben. Ein Hauch von Wunderkind liegt in der Luft, wenn er beim Training einen Hack in unglaublicher Rekordzeit absolviert, aber als der Schreibtisch-Spion beim Auslandseinsatz in der Schweiz gerne ein bisschen „echte“ Geheimagentenaction erleben möchte, geht das prompt schief.

Die weitgehend klassisch-chronologische Erzählweise macht den Wandel Snowdens auf unspektakuläre, aber dennoch frappierende Art sichtbar. Zunächst ist Edward ein noch etwas unreifer Nerd, dessen Weltbild in der Schweiz erstmals nachhaltig erschüttert wird. Über seine konservative und zunächst unkritisch regierungstreue Haltung macht sich auch die liberale Fotografin Lindsay Mills lustig, die ihm schon beim ersten Kuss buchstäblich die Augen öffnen will. Diese Romanze wird zum entscheidenden Faktor in Stones Bildungsroman. Unter Lindsays Einfluss setzt schließlich auch Edward (später enttäuschte) Hoffnungen in Barack Obama, während sie ihm erst nach Japan, später nach Hawaii und schließlich auch nach Moskau folgt. Die Szenen zwischen dem gegensätzlichen Paar wirken manchmal etwas schematisch und überdeutlich, aber der Gegensatz zwischen der extrovertiert agierenden Shailene Woodley (die „Divergent“-Reihe) und der still nuancierten Darstellung von Joseph Gordon-Levitt („Looper“, „Inception“) ist äußerst wirkungsvoll. Das private Opfer Snowdens erscheint dabei als eine Heldentat wider Willen, sein Leben ist nach seinen Entdeckungen sowieso nicht mehr das gleiche. Und seine Botschaft ist, dass sich unser aller Leben unwiderruflich ändert.   

Wer den mit dem Oscar ausgezeichneten Dokumentarfilm „Citizenfour“ von Laura Poitras gesehen hat, dem werden die Szenen in Hongkong, wo sich Snowden im Juni 2013 in einem Hotel verschanzt hat und mit seinen journalistischen Mitstreitern den Schritt an die Öffentlichkeit gegangen ist, sehr vertraut und zugleich etwas surreal vorkommen. Denn eben diese Tage in der Schwebe, nach denen für den Whistleblower nichts mehr so war wie vorher, hatte die Dokumentaristin selber mit der Kamera festgehalten. Wenn nun die Stars Joseph Gordon-Levitt, Zachary Quinto („Star Trek“), Melissa Leo (Oscar für „The Fighter“) und Tom Wilkinson („Batman Begins“) Schlüsselmomente dieser Tage nachspielen, dann erinnert das nicht nur daran, dass wir natürlich auch hier etwas Fabriziertes sehen und einen subjektiven Blick auf die Dinge erleben, sondern es gibt der schnöden Wirklichkeit auch einen Hauch von Hollywood-Drama und ein bisschen Glamour: Oliver Stone entführt uns einmal mehr ins Reich der Legenden, um sich der Wahrheit zu nähern.

Details wie der Zauberwürfel, in dem Snowden hier die brisanten Infos aus dem streng bewachten CIA-Bunker in Hawaii schmuggelt, sind erfunden, anderes wird prägnant verdichtet: So ist etwa Corbin O'Brian nicht nur der verbale Fahnenträger eines Überwachungsstaat („Die meisten Amerikaner wollen nicht Freiheit, sie wollen Sicherheit“), sondern er wird in einer eindrucksvollen Szene, in der er Edward in einem leeren Konferenzraum als überlebensgroße Videoprojektion ins Gewissen redet, gleichsam zum virtuellen Big Brother. Sein Gegenpart ist der von Nicolas Cage gespielte Hank Forrester, ein CIA-Außenseiter, der Edward im dunklen Hinterzimmer mit verschwörerischem Raunen die wahren Zusammenhänge andeutet. Hier wie auch in den Montagesequenzen über die konkrete Überwachungstätigkeit ist der politische Polemiker Oliver Stone zu spüren. Wenn unter dem Tarnmantel des Antiterrorkampfs knallharte Handelsspionage betrieben wird, bringt er das in unverblümter Michael-Moore-Manier auf den Punkt. Und wenn tödliche Drohnen auf die Koordinaten der Handys von Verdächtigen abgeschossen werden, ohne dass man sicher sein kann, ob die das Gerät überhaupt bei sich tragen, ist das in mehr als einer Hinsicht beängstigend. Gerade solche Szenen haben immer noch fast etwas Unwirkliches an sich und da ist es dann ebenso konsequent wie berührend, wenn ganz am Ende des Films der reale Edward Snowden einen Gastauftritt absolviert und uns an ihre bittere Echtheit erinnert.

Fazit: Oliver Stone erzählt die Geschichte des berühmtesten Whistleblowers der Welt als intimen und vielschichtigen Bildungsroman.

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Kommentare

  • Der Eine vom Dorf

    So viel Feingefühl und Gespür fürs Erzählen hatte ich Oliver Stone gar nicht mehr zugetraut. Toll. :-)

  • Fain5

    Ich gehe jede Wette ein, ohne die Kritik gelesen zu haben: Die 4 Sterne kommen wegen dem Thema, nicht wegen dem Film.

    P.S. 2. Absatz, 2. Zeile fehlt ein H.

  • greek freak

    Klingt vielversprechend,wird Zeit das der gute Oli mal wieder einen guten Film dreht,nach all den Rohrkrepierern der letzten Jahre,wie den unfreiwillig komischen "Alexander" oder diesen grausamen "Twin Towers".
    Zu Snowden selbst:es ist wirklich eine gigantische Sauerei,was mit ihm passiert ist.Der Typ deckt einen der grössten Skandale,der Nachkriegsgeschichte auf und wird zum Dank als Verräter gebrantmarkt.Und das schlimmste ist,NIEMAND gibt einen feuchten Furz darauf,das wir praktisch in George Orwell´s Dystopie leben!

  • Fain5

    Er ist nunmal ein Verräter. Und jemand dem es um die Menschenrechte geht aber in China und Russland Schutz sucht und diese auch noch anpreist, kann ich nicht mehr für voll nehmen.

  • Truman

    Wir haben das "H" wiedergefunden ... und es eingesetzt. Danke!

    PS: Wette verloren. Die 4 Sterne kommen wegen "Film is supi" (sagt Kollege Andreas Staben)...

  • Jimmy V.

    Das ist ja bahnbrechende Moral deinerseits. Ist es nicht das viel größere Versagen sogenannter Staaten, welche die Menschenrechte hochhalten oder erfunden haben, Snowden KEIN Asyl zu gewähren?!
    Sicherlich, Diplomatie ist ein heißes Eisen. Deswegen wiederum kann man auch diese andere Sichtweise nicht so konsequent verfolgen. Doch dieses "ein Verräter" sowie "China und Russland sind kacka" nachzuquatschen, ist doch einfach nur peinlich.

  • Fain5

    Stimmt, das wäre wenn so ein Baungardt/Petersen Ding :D

  • Jimmy V.

    Nette Kritik, aber ich frage mich dann doch, warum man nicht einfach "Citizienfour" schauen soll. Vielleicht wäre gerade eine der bissigen Herangehensweisen von Stone viel wirkungsvoller für eine andere Interpretation des Themas gewesen.

  • Fain5

    Aha und das von dir von wegen "alle westlichen Staaten MÜSSEN Asyl gewehren" ist kein Nachquatschen? So ist es nunmal mit Meinungen ;) Und nochmal, er ist ein Verräter. Er hat gewusst was er tut. Ist doch so ein schlaues Bürschchen. Ob er jetzt aus gutem Grund so gehandelt hat ist eine Sache aber er hat sein Land und seinen Arbeitgeber verraten. Er hat gewusst was ihm blüht. Deswegen hält sich mein Mitleid erstmal in Grenzen. Nur weil du es toll findest, WAS er verraten hat macht es den eigentlichen Umstand nicht wett. Und wo wir bei peinlich sind: du versuchst ein Fehlverhalten mit einem anderen Fehlverhalten zu entschuldigen bzw damit davon abzulenken?

  • greek freak

    Wieso Verräter?Weil er die Machenschaften seiner Regierung aufgedeckt hat,die sowohl gegen geltendes US-Recht,die geltende US-Verfassung und internationales Recht verstossen? Davon das die US-Regierung verbündete Regierungen bespitzelt und das unter den Teppich gekehrt wurde,fange ich gar nicht an.
    Letztes Jahr gab´s einen Shitstorm,weil Apple allen seinen Usern,das neue U2 Album,auf ihre Geräte gepackt hat,ohne zu fragen.Das aber die NSA jederzeit auf alle privaten Daten,der Apple,FB,Twitter,Instagram und Google User Zugang hat,das interessiert natürlich keine Sau.Stattdessen,wird heftig disskutiert ob ein Kleid nun Blau oder Weiss sei, Peter Scholl-Latour,nannte das mal treffend "multimediale Massenverblödung".

  • Fain5

    Du hast mit allem Recht was du sagst und das macht die USA zu Rechtsbrechern und schlechten Verbündeten. Snowdens Handlung macht ihn trotzdem zum Verräter. Siehe die Antwort an Jimmy.

  • Jimmy V.

    Ich habe aber nirgendwo von "Müssen" gesprochen, mein Guter. Was ist das für ein Contra überhaupt? Du findest es verwerflich, weil er Asyl in China und Russland sucht. Ich glaube, er wäre gewiss auch lieber woanders hingegangen. Kann er ja aber nicht, weil die ihm kein Asyl gewähren...

  • greek freak

    Wenn du mitbekommst,das geltendes Recht und die Verfassung gebrochen wird,dann ist es deine verdammte Pflicht,sowas zu melden.Ganz besonders,wenn du selber bei dem Verein arbeitest,der das zu verantworten hat.Das ist dasselbe,wie wenn ein Polizist,mitbekommt,das seine Kollegen gegen das Gesetz verstossen,z.B. Schmiergelder kassieren und dann die Klappe hält,um nicht als "Verräter" abgestempelt zu werden.
    Dieses ganze "Nationale Sicherheit"-Totschlagargument,mit dem die Sicherheitsdienste immer kommen,um ihre illegalen und verfassungswiedrigen Machenschaften zu legitimieren,kann ich nicht mehr hören.Und ich finde die Propaganda,die auch in diversen Hollywoodfilmen,dafür betrieben wird,siehe "Skyfall" zum kotzen.

  • Bruno D.

    Natürlich hätten ihm andere Staaten auch Asyl gewehrt. Allerdings haben die USA mit geschätzten 99% der Weltregierungen Auslieferungsverträge. Damit blieb Snowden nur ein "Unliebsamer" Gegner der USA übrig.

  • Fain5

    Ich widerspreche dir in keinster Weise. Nur ist er trotzdem oder gerade deswegen ein Verräter. Und mittlerweile Marionette Putins. Denn wie du schon schreibst, es ist die Pflicht, wenn man mitbekommt, dass geltendes Recht gebrochen wird.

  • Fain5

    Hast du mitbekommen, als er damals bei Putins Propagandashow aufgetreten ist?

  • greek freak

    Ich kann deiner Argumentation,irgendwie überhaupt nicht folgen.

  • Fain5

    Bei was? Also sagen wir mal du gehst deiner Frau fremd. Dein bester Freund bekommt das mit und du bittest ihn darum, es nicht zu verraten. Er willigt ein und zwei Wochen später sagt er es deiner Frau doch weil er findet sie hat die Wahrheit verdient. Dann ist er für dich auch ein Verräter. Besser?

  • Fain5

    Danke. Genau das meine ich. Am schlimmsten war der Punkt, als doch tatsächlich ein paar Leute eine Straße hier in Deutschland nach ihm benennen wollten.

  • Jimmy V.

    Ja. Nicht schön. Aber immer noch: Was willst du denn sonst tun? Ausgeliefert werden und in den Knast gehen?

  • Fain5

    Na das war doch etwas, was er für seine "Heldentat" in Kauf genommen hat. Es ging ja um die Menschenrechte und nicht um ihn persönlich. Oder doch nicht? Wie Gast12 schon schreibt ist diese Person zu ambivalent um ihn zweifelsfrei als Helden zu ikonisieren. Daher sind meine kritischen Fragen genauso angebracht wie deine positiven und nicht peinlich nur weil sie nicht deiner Meinung entsprechen ;)

  • Jimmy V.

    Ich finde deine Schlussfolgerungen halt peinlich, weil sie an der Lebenswirklichkeit dieses einzelnen Menschen vorbeigehen. Dass Snowden jetzt auch etwas eigenartig wirkt, ist geschenkt. Nur ist dein Geplapper hier zusammengewürfelt. Du nimmst einerseits die Rhetorik seiner Feinde auf ("Verräter") und erwartest gleichzeitig von ihm, er solle sich nicht nach Russland abseilen, sondern bei "den Guten" bleiben. Was er aber nicht kann, weil die USA die ganzen Auslieferungsabkommen hat.
    Es geht mir also nicht darum ihn zum Helden zu ikonisieren, sondern dir deine Widersprüche aufzuzeigen.

  • Jimmy V.

    Unabhängig von Snowdens Person, aber warum hat dir seine Enthüllung nichts gebracht? Mal als Anekdote: Ein Bekannter von mir kannte mal jemanden, der immer davon gefaselt hat, die US-Geheimdienste würden alles abhören. Er wurde in die geschlossene Anstalt gesteckt. Und obwohl das nicht der Grund sein mag und obwohl diese Person psychische Krankheiten haben mag, würde man heute nicht mehr so schnell jemanden in die Anstalt stecken. Denn es stimmt ja.
    Oder anders gesagt: Du könntest dich rein theoretisch völlig absichern, indem du gar nicht mehr deinen PC mit dem Internet verbindest. Hättest du ohne die Snowden-Enthüllungen geglaubt so total überwacht zu werden?

  • Fain5

    Wo ist das denn ein Widerspruch? Ich habe das Argument entkräftet, dass er es für die Rechte der freien Menschen gemacht hat und bleibe einfach bei der genauen Bezeichnung des Wortes "Verräter". Fertig. Dass du jetzt die ganze Zeit versuchen musst es als peinlich dar zu stellen, nur weil du anscheinend zu viel da rein interpretierst, vielleicht leigt es auch daran dass du einfach keine andere Meinung zu lässt, ist peinlich. Genauso wie du jetzt mit "Rhetorik seiner Feinde" kommst. Er hat Verrat begangen. Schlag das Wort doch bitte mal im Duden... sorry bei Google nach.

  • Jimmy V.

    Das hat nichts mit dem Duden zu tun, sondern entsprechender Weltdeutung. Für die NSA ist ein Verräter, aber nicht für viele seiner Leute. Da hat er sich sogar an die Verfassung gehalten. Was davon ist denn jetzt der Verrat? Du stellst es so dar, als gäbe es eine allgemeingültige Definition von Verrat. Die gibt es aber nicht. Wenn du sagst, er ist aus Sicht der NSA ein Verräter, dann stimmt das. Dann würde ich dir auch gar nicht gegenanreden. Aber du verknüpfst genau diese einseitige Behauptung mit dem Verrat mit einer Kritik an seinem Asyl. Das ist einseitig.
    Peinlich finde ich deine Argumentation deshalb, weil du auf Biegen und Brechen immer gerne in die Opposition gehst. Tut mir leid, so etwas erlebe ich in letzter Zeit bei den verschiedensten Leuten; als gäbe es da ein spätes Erwachen, um das nachzuholen, was man sich mit 15 nicht getraut hat.

  • Jimmy V.

    Ich bin mir bei diesen Ausführungen nicht so sicher. Im Nachhinein ist es immer einfach das alles so zu sagen. Aber Beweise für die Überwachung eines ganzen Staates zu bringen macht man mal nicht so eben. George, du trägst den Namen von George Orwell, der mit "1984" einen der wichtigsten Beiträge zur Überwachung durch den eigenen Staat geschriebn hat - und nimmst das jetzt so auf die leichte Schulter. Irgendwie ironisch.
    Ein Verräter ist er an seinem Auftraggeber, vielleicht an seiner Regierung und den administrativen Systemen. Aber ihn einfach so zum Verräter am Staat, der ja auch durch sein Volk, seine überwachten Bürger, gebildet wird, zu brandmarken - da machst du es dir so einfach wie Fain5.

  • Jimmy V.

    Ich bin da nicht einmal in Fundamentalopposition zu dir. Ich glaube z.B. auch, dass Geheimdienste geheim arbeiten müssen. Sonst wären sie sinnlos. Und zu viele Leute gehen mit ihren Daten schluderlich um. Und ja, auch Stone ist oft einseitig. Aber du kannst Snowden doch nicht ankreiden, dass er sein Leben nicht im Gefängis verbringen wollte. Man kann zumindest nachvollziehen, dass er irgendwo Schutz sucht, selbst bei Russland oder sonst wem.

  • mikeros

    Ticket gekauft!

  • Peter H.

    Boah, da freue ich mich drauf !!!

  • Jimmy V.

    Bradley aka Chelsea Manning? Diskussionen gab's, ein paar. Militärgericht ansonsten. Ab in den Knast. Da musst du dann rumhocken, nicht die Leute, die "diskutieren".
    Sei doch nicht so selbstgerecht. Du hättest überhaupt nichts getan, okay. Das glaube ich dir sogleich. Aber wenn du es getan hättest, wärest du natürlich freiwillig vor's Gericht gezogen?

  • Fain5

    Ja mein Gott dann ist er aus der Sich der NSA ein Verräter. Und alle die nicht deiner Meinung sind sind peinlich weil oppositionell? Eben war es noch die Schlussfolgerung... Ich finde eher Leute peinlich, die heutzutage auf alles aufspringen was nach Verschwörung riecht, die jedem Trend folgen jemanden zum Helden zu erklären ohne zu wissen wer der Mann überhaupt ist. Du hast doch auch zugegeben dass sein Handeln in Bezug auf Russland nicht schön ist. Nochmal, das Thema ist viel zu ambivalent um generelle Aussagen zu treffen aber dein Verhalten hierbei ist ziemlich arrogant, deswegen schlage ich vor, wir lassen das Thema Politik und diskutieren nur noch über FIlme, ok?

  • Jimmy V.

    Können wir machen. Ich gebe auch zu, dass ich da zu vorschnell mit dem Wort peinlich war. Ich komme halt aus so einem Background, wo du dich jedenfalls nicht mit vorschnellen Erklärungen zufrieden gibst.

  • Jimmy V.

    Verstehe. Na, wenn du meinst!

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