Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Aus dem Nichts
    Durchschnitts-Wertung
    3,5
    104 Wertungen - 17 Kritiken
    Verteilung von 17 Kritiken per note
    3 Kritiken
    5 Kritiken
    3 Kritiken
    2 Kritiken
    3 Kritiken
    1 Kritik
    Deine Meinung zu Aus dem Nichts ?

    17 User-Kritiken

    Jack F.
    Jack F.

    User folgen 1 Follower Lies die 16 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 14. November 2017
    Das Glück scheint perfekt: Katja und ihr Mann Nuri, der sich erfolgreich von seiner kriminellen Drogenvergangenheit gelöst hat, und deren kleiner Sohn Rocco bilden eine glückliche Familie, in der die ethnischen Konflikte, die durch Nuris Migrationshintergrund bedingt sein könnten, in Wohlgefallen aufgelöst sind. Für Katja und Nuri sind ihre religiösen Wurzeln nicht wichtig. Sie sind der Prototyp einer Familie, die im deutschen Multikulti, wie es sich Grüne und Linke immer gewünscht haben, angekommen sind. Doch dann der große Knall: Verblendete Faschisten zünden eine Bombe und das Glück zerspringt in tausend Teile. Keiner Mutter und Ehefrau möchte man wünschen, was Katja alias Diane Kruger, die die trauernde und traumatisierte Hinterbliebene brillant verkörpert, hier durchmachen muss. Als die Täter gefasst werden, der zweite Schock: ein fingiertes Alibi sorgt dafür, dass die beiden Attentäter freigesprochen werden. Katja findet sich damit nicht ab und heftet sich auf die Spur der Mörder, die nach Griechenland führt. Hier zeigt sich, dass es nicht nur in Deutschland Menschen gibt, die einer menschenverachtenden Ideologie anhängen... Und das ist nicht die einzige politische Unkorrektheit, die Fatih Akin seinen Zuschauern zumutet. Der Fernsehspiel-Belehrungsmodus bleibt ausgeschaltet. Akin weiß: Das Moderieren und Ausbalancieren, das für die Ära Merkel so typisch ist, taugt nicht für einen Spielfilm im Leinwandformat. Der Regisseur verzichtet auf schablonenhafte Schwarzweiß-Zuordnungen, obwohl das Thema förmlich dazu einlädt: Hier die bestens integrierte multiethnische Familie mit blütenweißer Weste, dort die perversen Neonazi-Attentäter und dazwischen – ebenfalls dem Lager der Bösen zuzuordnen – die ignorante Polizei, die nur sieht, was sie sehen will, und daher für die Hinterbliebenen zur zusätzlichen Belastung wird. Der Filmemacher nutzt die ihm zu Gebote stehende künstlerische Freiheit dazu, sich von den realen Vorbildern zu lösen und eine eigene Geschichte zu erzählen, die eine andere, dramaturgisch bestimmte innere Logik hat. Nein, Katja verkörpert nicht das Hamburger Bildungsbürgertum, mit Wolfgang-Joop-Klamotten und Jetset-Freundeskreis. Katja ist pures Prekariat, spricht im Gossenjargon und hat wie ihr Mann eine Drogenvergangenheit. Nein, der Ermordete war kein Saubermann, er saß im Knast und bot Anlass für Ermittlungen »in alle Richtungen«, wie es im Polizeijargon heißt. Wer – anders als die realen Opfer der »Döner-Morde« – sich auf kriminelle Machenschaften eingelassen hat, darf sich nicht beschwerten, wenn das später Gegenstand der Motivsuche wird. Anders ausgedrückt: Gäbe es keine kriminellen Türken und Kurden in Deutschland, wäre die Polizei auch nicht darauf gekommen, nach den »Döner-Morden« in diese Richtung zu ermitteln. Nein, man kann der Polizei nicht vorwerfen, dass sie alle Möglichkeiten in Erwägung zieht, ehe sie am Ende doch auf die richtige Spur findet. Anders als mein Kollege von Filmstarts, der die Fabel vom »wütenden« Regisseur spinnt, habe ich keinen seelenlosen Polizisten gesehen, der bei mir als Zuschauer wegen seiner bornierten Vorein­genommenheit kaltes Grausen auslöst, sondern einen fairen und emotional berührbaren Chefermittler. Nein, es ist kein Fehler im deutschen Rechtssystem, wenn deutsche Gerichte beim geringsten Zweifel für den Angeklagten entscheiden, sondern rechtsstaatlicher Standard. Und nein, die verblendeten Neonazis, die hinter dem brutalen Anschlag stecken, sind keine gesichtslosen Monstren in Springerstiefeln, sondern da war ein hübsches Mädchen am Werk, das deutlich attraktiver ist als Beate Zschäpe und das man mühelos auch den linksautonomen Krawallbrüdern hätte zuordnen können, die Hamburger Straßenzüge vor ein paar Monaten zum Bürgerkriegsschauplatz machten (übrigens gar nicht weit weg von Akins eigenem Domizil). Auch das gehört zu den Wahrheiten, denen man beim Anschauen von »Aus dem Nichts« auf die Spur kommen kann: Es spielt keine Rolle, ob man als verblendeter Linksdogmatiker oder als durchgeknallter Rechtsextremist Bomben schmeißt, ob Liste-Links- oder AfD-Parteibüros verwüstet werden. Die Gewalt ist immer gleich verabscheuungswürdig. Es sind die einfachen Wahrheiten, die gerne übersehen werden. Akin begeht diesen Fehler nicht und das ist eine der großen Stärken dieses Films. Die andere ist – in dem Punkt herrscht unter Kritikern Übereinstimmung – die Hauptdarstellerin.Über Diane Krugers schauspielerische Leistung wurde viel geschrieben, Akin bezeichnete sie in Form einer Huldigung als »seine Muse«; wer die Mimin allerdings in einer der vielen französischen Rollen gesehen hat, in denen sie das Helena-Image aus »Troja« bereits mehr als erfolgreich konterkarierte, wird wenig überrascht sein von dem, was die Kruger vor der Kamera abzuliefern imstande ist. Auch der vergleichsweise unwahrscheinliche Schlussakkord, in dem Katjas Rachefeldzug gipfelt, wirkt, so wie sie ihn darstellt, nicht überzogen, sondern folgt der inneren Logik, die Akin für seine Figur konzipiert hat. Und so fällt auch nicht weiter ins Gewicht, dass das Drehbuch zu »Aus dem Nichts« zu den schwächeren des Filmemachers gehört und bei weitem nicht den Tiefgang und die Komplexität aufweist wie »Auf der anderen Seite«, der bisher beste Film des Ausnahmetalents. Fazit: Ein starker Film mit einer unheimlich präsenten Diane Kruger und der bisher beste Film zum Thema NSU-Morde – dramaturgisch effizient und keineswegs tendenziös aufbereitet, mit starken Bildern und einem verstörenden Finale.
    Oli-N
    Oli-N

    User folgen 3 Follower Lies die 103 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 13. Dezember 2017
    Ich werde hier jetzt nicht versuchen, so wie in manch anderer Kritik, politische Meinungen zu verbreiten. Der Film ist einfach stark mit einer überragenden Hauptdarstellerin! Man kommt betroffen und nachdenklich aus dem Kino und das ist gut so!
    Das Kulturblog
    Das Kulturblog

    User folgen 7 Follower Lies die 107 Kritiken

    3,0
    Veröffentlicht am 24. November 2017
    Sie reißt ihre Augen weit auf, wälzt sich schmerzverzerrt am Boden und qualmt sich mit trauerumflortem Blick durch die 106 Minuten. Diane Kruger ist das Zentrum des NSU-Rachedramas „Aus dem Nichts“, das Fatih Akin gemeinsam mit seinem Co-Autor Hark Bohm schrieb. Leider tappt der niedersächsische Hollywood-Export in dieser eigenwilligen Mischung aus Melodram und Politthriller vor allem in der ersten Hälfte zu oft in die Fettnäpfchen des Overactings. Der Jury in Cannes war ihr Auftritt dennoch – oder gerade deswegen? – eine Silberne Palme für die beste Schauspielerin wert. Dass der Film dennoch sehenswert ist, liegt an dem Gerichtsduell zwischen dem Anwalt der Nebenklage (Denis Moschitto) und dem Verteidiger (Johannes Krisch). Die beiden kreuzen im Mittelteil des Films die Klingen. Mit seiner österreichischen Sprachfärbung wurde Krisch bewusst als schillernder Gegenpol zum restlichen hanseatischen Ensemble besetzt. Mit seinen diabolischen Sticheleien und kasuisistischen Finten sorgt er dafür, dass das Neonazi-Pärchen, das Katjas Mann und Sohn bei einem Nagelbombenattentat ermordet hat, wegen Zweifeln an ihrer Schuld schließlich freigesprochen werden muss. Weiterlesen auf Das Kulturblog
    Frank F.
    Frank F.

    User folgen 1 Follower Lies die 4 Kritiken

    1,5
    Veröffentlicht am 9. Januar 2018
    Ausgezeichnet aber trotzdem verkackt dieser Film hatte die Chance die Verstrickung der Geheimdienste in der Anschlagserie darzustellen .er hat aber die sichere Unterhaltung gewählt ich kann mich mit den Hauptdarstellern nicht Identifizieren kommt mir vor wie Rosamunde Pilcher mit Thrillerelementen
    Martin D.
    Martin D.

    User folgen 1 Follower Lies die 62 Kritiken

    1,0
    Veröffentlicht am 10. Dezember 2017
    Schon der Anfang verheißt nichts Gutes: Das ganze Gefängnis applaudiert einem Insassen, als der eine lächelnde Blondine vor den Altar führt. Hier spielt Realismus nicht die geringste Rolle, der Film ist ein verlogenes Machwerk der Political-Correctness. Die Frau ist drogenabhängig, hat ihr Germanistik- und Kunstgeschichtestudium abgebrochen, lebt aber trotzdem piepfein in einem Hamburger Architekten-Haus und fährt dicke BMWs.
    Christoph K.
    Christoph K.

    User folgen 40 Follower Lies die 259 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 25. November 2017
    Bin ja immer sehr skeptisch bei deutschen Produktionen. Doch hat mich "Aus dem Nichts" doch sehr gefesselt. Diane Kruger spielt hervorragend! Fand sie bisher nicht besonders doll. Aber ihr Spiel hier ist Weltklasse. Top! Auch fand ich die Bildkomposition sehr gelungen. Wie die Bilder eingefangen, und die Stimmung transportiert wurde, ist super gemacht. Nun zum Negativen: Leider wirkten in einigen Szenen die Figuren zu gekünzelt/platt. Natürlich ist die Hauptperson Katja, aber wenn man schon die Eltern mit in Szene setzt, dann sollten man diese auch glaubwürdig zeichnen. Dumm war vor allem, dass Katja's Vater anscheinen zu jeder Tageszeit Bier konsumiert(?!). Und die Eltern von Nuri haben so gut wie nichts Verbales der Situation beizusteuern? Sehr, sehr unglaubwürdig. Kurz gefasst: Der Film hat deutliche Stärken und leider auch einige Schwächen.
    Cursha
    Cursha

    User folgen 1469 Follower Lies die 907 Kritiken

    3,5
    Veröffentlicht am 2. Juni 2018
    "Aus dem Nichts" ist ganz schön schwere Kost und wäre ein würdiger Kandidat für Deutschland ins Oscarrennen zu bringen. Fatih Akins neuster Film kommt schnell in Schwung und verschwendet nicht viel Zeit um in die Handlung einzusteigen. Die dreht sich um Katja, die mit einem Kurden verheiratet ist und ein Kind hat. Als sie eines Abends nach Hause kommt muss sie herausfinden, dass ihr Mann und ihr Sohn durch einen Bombenanschlag ermordet wurden. Als dies geschieht in den ersten fünf Minuten, dann wird der Film in die klassischen drei Akte unterteilt, in dessen ersten Teil es allein um die Ermittlung geht und die Familie von Katja. Dieser erste Akt ist schon extrem emotional und aufwühlend. Dies liegt in erster Linie an Diane Kruger, die mit Abstand die beste Leistung ihrer Karriere abliefert und die den ganzen Film trägt. Ihre Leistung wurde ja in Cannes mit dem Darstellerpreis versehen. Völlig zurecht. Und ich hoffe auch, dass Kruger bei den Oscars berücksichtigt wird. Nach Isabelle Huppert letztes Jahr, bin ich guter Dinge. Im zweiten Akt spitzt sich dann die Situation extrem zu und es wird immer aufwühlender und gerade in diesem Akt liegen viele Stärken und Schwächen. Dem zum Einen sorgt dieser Teil dafür, dass dieser Film bei jedem Menschen eine Reaktion auslösen wird und jeder wird sich emotional angesprochen fühlen. Gleichzeitig werden allerdings die Nationalsozialisten kaum charakterisiert und bleiben einfach nur die seelenlosen Schurken, die in keinster Weise Profil haben. Dadurch wird der Film recht eintönig. Auch im dritten Akt gibt es eine Sache, die extrem Kontrovers ist. Aber das wird nicht gespoilert. Fatih Akin macht einen sehr guten Job hier und dieser Mann ist der Beste Beweis dafür, dass der deutsche Film eben nicht nur aus Schund besteht. Im Gegenteil, es gibt starke Filme, sehenswerte Filme, nur werden die leider von der Masse mit mangelnden Zuschauerzahlen abgestraft. "Aus dem Nichts", hat zwar schwächen, ist aber dennoch ein starkes Stück deutsches Film, dass sich gekonnt mit Rechtsextremismus auseinandersetzt und bei jedem eine emotionale Reaktion auslösen wird. Und natürlich muss man auch Diane Kurger hervorheben, die umwerfend ist.
    Jan H
    Jan H

    User folgen 3 Follower Lies die 56 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 13. Dezember 2017
    Emotional, bewegend, überragend realistisch gespielt von Diane Krüger, die mich noch nie so überzeugt hat wie hier. Mein Highlight 2017!
    Kino:
    Anonymer User
    2,5
    Veröffentlicht am 29. Juni 2018
    Ein politisch zweifelsohne wichtiger Film. Leider funktioniert der Film als Drama aber kaum, da er die Figuren nur als Vehikel für seine politische Aussage benutzt. Auch als Thriller fehlt dem Film durch die Vorhersehbarkeit die Spannung. Wobei auch die recht ungelenke Dreiteilung den Film immer dann abbricht, wenn die Handlung etwas fahrt aufnimmt, und wenn Gelegenheit bestünde, etwas mehr auf die Figuren einzugehen, als nur deren Befinden während der über ihre Köpfe hinweglaufenden Ermittlungs- und Gerichtsverfahren schnappschussartig zu zeigen.
    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 110 Follower Lies die 436 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 1. Dezember 2017
    Fatih Akin ist nach „Tschick“ (2016) wieder im Kino vertreten. „Aus dem Nichts“ heißt sein Thriller. Katja (Diane Kruger) ist am Boden. Durch eine Bombenexplosion in einem überwiegend von Ausländern bewohnten Hamburger Stadtviertel sterben Ehemann Nuri (Numan Acar) und Sohn Rocco (Rafael Santana). Als mutmaßliche Täter werden die Rechtsradikalen André und Edda Möller (Ulrich Brandhoff und Hanna Hilsdorf) festgenommen. Fatih Akin ist ein König der kleinen Filme, der kleinen Sets, immer nah am Menschen, mal komisch, mal dramatisch. Die Story ist nicht üppig, nicht komplex und nicht originell, der Nikotinverbrauch erinnert an frühere französische Dramen. Wie so oft in seinen Filmen, kommt es Fatih Akin auf die intensive Entblätterung der Charaktere an. Hier ist es Katja. Wie verarbeitet die Hauptfigur den Verlust, wie entwickelt sich ihr Verhältnis zu Freunden, Eltern und den kurdischen Schwiegereltern, wie verkraftet Katja den Umgang mit der Polizei und die Begegnung mit den André und Edda Möller im Gerichtssaal? Das sind Fragen, die der Regisseur seinem Publikum beantwortet. Er bedient sich dafür einer Diane Kruger, die über eine Ausdrucksstärke verfügt, welche vieles überragt, das je auf der Leinwand zu sehen war und alles überragt, das Sie je gespielt hat. Als Angelpunkt einer jeden Szene trägt Diane Kruger den Film entscheidend mit. Welch eine Wahl. In den Nebenrollen glänzen Denis Moschitto als Katjas Anwalt Danilo und Johannes Krisch als Verteidiger Haberbeck. Ein gefundenes Fressen für Akins Stammkameramann Rainer Klausmann, der wie in „Tschick“ mit einfallsreichen Perspektiven umgehen kann und die Intensität der Schauspieler in zahlreichen Nahaufnahmen eindrucksvoll verstärkt. Während in der ersten Phase des Films die Beobachtung der leidgeprüften Katja im Vordergrund steht, wächst später, wenn „Aus dem Nichts“ zum Rache-Drama geworden ist, in vielen Einstellungen der Wunsch des Publikums zu sehen, was Katja sieht. In diesem Abschnitt ist die Spannung kaum auszuhalten. Eben eine gelungene Komposition aus Bildern und Schnitt, verwirklicht durch Stammeditor Andrew Bird. Der Weg, den Katja wählt, ist so sehr nachvollziehbar und rundet den Charakter ab. Was an juristischen Anteilen in US-amerikanischen Filmen oft moralschwanger gestelzt aussieht (z.B. „Flight“ von Robert Zemeckis), ist in Akins Werk glaubhaft dargelegt. Der Regisseur ließ sich von Experten beraten, in dubio pro reo die Folge. Fatih Akin sei von den NSU-Morden inspiriert worden. „Aus dem Nichts“ ist jedoch, auf das Schicksal der Katja konzentriert, etwas sehr Persönliches und weniger Politisches. Der Hinweis auf die Verbrechen der NSU am Ende des Films wirkt somit deplatziert. „Aus dem Nichts“ ist eindringlich fesselndes Kino.
    Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
    • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
    • Die besten Filme aller Zeiten: Usermeinung
    • Die besten Filme aller Zeiten: Pressemeinung
    Back to Top