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    Robinson Crusoe
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Robinson Crusoe
    Von Antje Wessels
    Greift man tief in die Klischee-Kiste, so fallen einem beim Gedanken an unsere Nachbarnation Belgien sofort Pralinen, Pommes und vielleicht noch „Die Schlümpfe“ ein. Des Weiteren kennt man das Elf-Millionen-Einwohner-Land durchaus als Comic-Hochburg, aber mit Animationskino wird es weniger in Verbindung gebracht. Das versucht der Filmemacher Ben Stassen seit einiger Zeit mit ambitionierten 3D-Produktionen zu ändern: Nach „Fly Me To The Moon 3D“ landete er mit den zwei Teilen des Schildkröten-Spaßes „Sammys Abenteuer“ einen doppelten Erfolg, ehe er mit der turbulenten Komödie „Das magische Haus“ endgültig unterstrich, dass er sich gerade im technischen Bereich trotz deutlich bescheidenerer Budgets nicht hinter der großen Hollywood-Konkurrenz von Disney, Dreamworks und Co. zu verstecken braucht. Mit ihrer Adaption von Daniel Defoes weltberühmtem Roman „Robinson Crusoe“ gehen Stassen und sein Regiepartner Vincent Kesteloot nun noch einen Schritt weiter auf diesem Weg und legen ein schwungvolles Animationsabenteuer mit sensationellen 3D-Bildern vor.

    Es gibt bereits zwei gute Dutzend Leinwand- und Fernsehverfilmungen der klassischen Vorlage um den gestrandeten Robinson, daher nutzen die Drehbuchautoren Lee Christopher, Domonic Paris und Graham Weldon die Freiheiten des Animationsfilms für eine ungewöhnliche Perspektive und stellen nicht Crusoe selbst in den Mittelpunkt, sondern nehmen sich der Tiere an, die mit dem plötzlichen Auftauchen des berühmtesten Schiffbrüchigen der Welt konfrontiert werden. Besonders ein junger Papagei (deutsche Stimme: Kaya Yanar) ist fasziniert von dem Neuankömmling und freundet sich mit Robinson (Matthias Schweighöfer) an, der ihn auf den Namen Dienstag tauft. Der Vogel träumt davon, die Insel zu verlassen und Abenteuer in der weiten Welt zu erleben: Die Filmemacher verzichten auf besondere inhaltliche Kniffe und bereiten den Stoff in einer gut ausbalancierten Mischung aus amüsantem Survival-Adventure und liebevoller Freundschaftsgeschichte auf. Für die ganz Kleinen ist der Film allerdings nicht unbedingt geeignet, immerhin schrecken Ben Stassen und Co. hier nicht vor dem tragischen Tod einer durchaus wichtigen Nebenfigur zurück.


    Die in ihren Grundzügen bekannte Geschichte wird mit kreativ choreographierten Actionsequenzen und tollen 3D-Effekten angereichert, die dem älteren Publikum über den überraschungsarmen Handlungsverlauf und die recht schematische Figurenzeichnung hinweghelfen. Leerlauf entsteht hier kaum  einmal und das liegt auch an den routinierten Synchronsprechern. Matthias Schweighöfer („Der Nanny“) war wie einige andere Akteure schon bei „Das magische Haus“ beteiligt und findet den passenden Ton für einen familiengerechten Robinson, während Kaya Yanar („Agent Ranjid rettet die Welt“) als frecher Papagei Dienstag überzeugt. Dieter Hallervorden („Honig im Kopf“) sorgt als Ziegenbock Zottel genauso für Spaß wie Aylin Tezel („Macho Man“) mit ihrer von Natur aus sehr hohen Stimmlage in der Rolle des zurückhaltenden Stachelschweins Epi. Nur Komikerin Cindy aus Marzahn, die in „Robinson Crusoe“ erst zum zweiten Mal als Synchronsprecherin im Einsatz ist (ihr Debüt gab sie in „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2“),  bleibt als Tapir-Dame Rosie etwas blass.

    Fazit: Das belgische Team hinter dieser „Robinson Crusoe“-Interpretation macht aus der allseits bekannten Geschichte ein beschwingtes, familientaugliches Abenteuer in sensationeller 3D-Optik.
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