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    Cabin Fever - The New Outbreak
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    1,5
    enttäuschend
    Cabin Fever - The New Outbreak
    Von Andre Kummer
    Über den Sinn von Remakes lässt sich in vielen Fällen zweifellos streiten. Auch im Horror-Genre stehen überzeugende Neuauflagen wie zum Beispiel Alexandre Ajas „Maniac“ vielen deutlich weniger gelungenen Versuchen (von „The Fog – Nebel des Grauens“ bis „Martyrs – The Ultimate Horror Movie“) gegenüber. Bei „Cabin Fever – The New Outbreak“ (Heimkinostart: 6. Oktober 2016) fällt das Urteil allerdings eindeutig aus. Selten wirkte eine cineastische Neuinterpretation uninspirierter als Travis Zariwnys Reboot von Eli Roths Hautfraß-Horror aus dem Jahr 2002, der den Grundstein für dessen folgende Karriere im Genre-Kino gelegt hat. Nach den zwei bereits eher dürftigen Sequels „Cabin Fever 2: Spring Fever“ und „Cabin Fever 3: Patient Zero“ beschert Zariwny dem Heimkinomarkt nun eine verzichtbare Eins-zu-Eins-Kopie des Originals, die in manchen Bereichen noch billiger wirkt als die kostengünstige Vorlage.

    Eine Woche lang Frieden, Erholung, Sex und Bier. So haben sich die fünf College-Freunde Karen (Gage Golightly), Marcy (Nadine Crocker), Jeff (Matthew Daddario), Paul (Samuel Davis) und Bert (Dustin Ingram) ihren Aufenthalt in einer abgelegenen Waldhütte am See eigentlich vorgestellt. Doch bereits das erste Aufeinandertreffen der Gruppe mit den ansässigen Hinterwäldlern lässt nichts Gutes vermuten. Als es mitten in der Nacht an der Tür klopft und ein übel zugerichteter ungebetener Gast vor ihnen steht, eskaliert die Situation von einer Sekunde auf die andere. Das Resultat ist ein flambierter Hillbilly, ein mit Blut getränktes Auto sowie die Erkenntnis, dass in den Wäldern ein heimtückisches und tödliches Virus sein Unwesen treibt. Für Karen und ihre Freunde beginnt ein Kampf ums nackte Überleben.



    30 bis 40 Mal hat sich Regisseur Travis Zariwny das „Cabin Fever“-Original zu Gemüte geführt, wie er im Making-of stolz verkündet. Während der Sichtung seines Remakes gewinnt man jedoch schnell den Eindruck, dass er dies lediglich getan hat, um sämtliche Szenenabfolgen auswendig zu lernen. Mögliche Verbesserungen oder gar kreative Geistesblitze sind dem guten Mann jedenfalls offensichtlich nicht in den Sinn gekommen. Denn Kenner der 2002er Version bekommen exakt den gleichen Film mit lediglich minimalen Abweichungen zu sehen. So ist beispielsweise die Figur des schrägen Streifenpolizisten mit einer Frau besetzt und es gibt bei manchen Tötungsszenen kleine Änderungen, die allerdings kaum ins Gewicht fallen. Wirkliche Überraschungen gibt es ansonsten nicht. Und es fehlt nicht nur die Eigenständigkeit, denn auch für die Nichtkenner der Vorlage gibt es kaum einen Anreiz, sich „Cabin Fever – The New Outbreak“ anzuschauen.

    Travis Zariwny greift in die Klischeekiste und bietet vom schießwütigen Videospiel-Nerd über den smarten Schönling bis zur naiven Blondine das genretypische Opferpersonal auf. Das muss gar nicht einmal etwas Schlechtes sein, aber den jungen (TV-)Darstellern wie Dustin Ingram („True Blood“), Samuel Davis („From Dusk Till Dawn“) oder Nadine Crocker („Castle“) gelingt es in keiner Sekunde, ihre ohnehin extrem blassen Figuren wenigstens ein bisschen sympathisch erscheinen zu lassen. Entsprechend sind einem die Kids und ihr Schicksal schon recht bald gleichgültig, da kommt dann natürlich auch kaum echte Spannung auf. Was bleibt, sind die immerhin soliden Ekel-Effekte, die allerdings auch nicht so spektakulär ausfallen, um wirklich schockieren zu können und das Ruder komplett herumzureißen.

    Fazit: Ideenlos, spannungslos, wirkungslos – ein B-Reboot eines B-Horrorfilms, dem jede Eigenständigkeit fehlt.

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