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Bloodsucking Bastards - Mein Boss ist ein Blutsauger
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Bloodsucking Bastards - Mein Boss ist ein Blutsauger

Buchstäbliche Blutsauger im Büro!

Von Lutz Granert
Die Huffington Post schrieb 2012 über einen umjubelten Auftritt von Dr. God auf einem Festival in Los Angeles, dass das fünfköpfige Kollektiv für die aktuelle Impro-Comedy-Szene so tonangebend sei wie die Meisterschaftsmannschaft der Chicago Bulls 1992 für den Basketball. Seitdem haben die US-Comedians Sean Cowhig, Neil Garguilo, Brian James O'Connell, Dave Park und Justin Ware zahlreiche Sketche unter anderem für Cartoon Network und Nickelodeon produziert. Für AXS TV brachte das Quintett 2014 zudem eine eigene Fernsehserie namens „MOCKpocalypse“ an den Start, in der prominente Comedians, Schauspieler und Musiker in kurzen Statements derb und frech musikalische Trends der vergangenen Jahre kommentieren.

Nur ein Jahr später veröffentlichte Dr. God schließlich ihr selbstverfasstes Spielfilmdebüt, das nun endlich auch einen deutschen Verleih gefunden hat und hierzulande auf dem Heimkinomarkt ausgewertet wird. Die Horrorkomödie „Bloodsucking Bastards – Mein Boss ist ein Blutsauger“ sorgt mit pointierten Dialogen und rotzigem Humor zwar für einige Lacher, weist dabei aber leider auch eine Reihe von handwerklichen Mängeln auf.

So einfach lässt sich der Boss-Vampir natürlich nicht stoppen.


Beim pflichtbewussten Evan (Fran Kranz) läuft es gerade weder privat noch in seinem Telemarketing-Job besonders rund. Seine langjährige Freundin Amanda (Emma Fitzpatrick), die in der Personalabteilung arbeitet, hat sich von ihm getrennt. Zudem muss er eine anspruchsvolle Kunden-Präsentation vorbereiten, von der die Zukunft der ganzen Firma abhängt. Und als ob das nicht schon stressig genug wäre, bekommt dann auch nicht er die lange erhoffte Beförderung zum Sales Manager, stattdessen wird sein einstiger Jugendfreund Max (Pedro Pascal), der mit ihm nach einer Auseinandersetzung an der Highschool noch eine Rechnung offen hat, für die Position angeheuert. Mit dem Arbeitsantritt von Max verschwinden prompt ein paar der besonders unmotivierten Kollegen – die jedoch kurze Zeit später wieder auftauchen und plötzlich mit ungewohntem Eifer ihren Jobs nachgehen. Wie sich bald herausstellt, ist Max ein Vampir, der Evans unnütze Kollegen durch einen Biss in produktive Angestellte verwandelt. Gemeinsam mit Amanda, dem Wachmann Frank (Marshall Givens) und seinem faulen Kumpel Tim (Joey Kern) nimmt Evan den Kampf gegen die Blutsauger auf...

Matthew Lillard rockt


Ganz unverhohlen arbeiten sich Dr. God – ganz ähnlich wie zuletzt auch schon die Macher der Horrorkomödie „Office Uprising“ – an so ziemlich jedem Büro-Klischee ab, das man sich nur vorstellen kann. Anstatt ihrem öden Job nachzugehen und Interessenten am Telefon ein natürliches Potenzmittel namens „Phallicyte“ (mit einem grüngefärbten Penis als Nebenwirkung) zu verkaufen, schließen die faulen Angestellten lieber Sportwetten ab, hängen im Pausenraum ab, tratschen über die Kollegen oder zocken Computerspiele.

Auch die Protagonisten sind nicht mehr als simpel gezeichnete Stereotype: Vom überforderten Streber über eine korpulente Jungfrau und einen introvertierten Nerd bis hin zu einem neurotisch-faulen Nichtsnutz ist alles dabei. Da kann dann auch das Ensemble um Fran Kranz (der szenenstehlende Kiffer aus „The Cabin In The Woods“), der hier eher zurückhaltend den leading man gibt, kaum bleibende Akzente setzen. Wirklich Witzig ist hingegen der Cameo-Auftritt des 90er-Jahre-Teeniestars Matthew Lillard („Scream – Schrei!“) als „Phallicyte“-Manager. Lillard hat Dr. God einst in seinem schrägen Kurzfilmdebüt „The Story Of Santa“ besetzt und ist mit den Komikern auch schon gemeinsam auf der Bühne aufgetreten.

Das Problem ist die Inszenierung


„Bloodsucking Bastards“ ist zwar gerade zu Beginn durchaus amüsant, aber die Trefferquote und Frequenz der rotzigen Gags nimmt schon zur Filmmitte spürbar ab. Umso stärker fallen dann die handwerklichen Schwächen auf. Regisseur Brian James O'Connell („Red Dirt Rising“) löst auch einfachste Dialogszenen in einer unnötig hohen Schnittfrequenz und einem wirren Wechsel an Einstellungsgrößen auf, während die Kamera vom eigentlich genreerfahrenen Matt Mosher („Lizzie“) starr und unbeweglich bleibt.

Gerade bei den blutigen, mit ironischen Brechungen angereicherten Gore-Szenen geht dies spürbar zu Lasten von Tempo und Übersichtlichkeit. Aufgrund von ungeeigneten Kamerapositionen ist auch von den an sich gelungenen Gore-Effekten oft nur wenig zu sehen. So ist gerade im letzten Drittel dieser Low-Budget-Produktion fast nur noch andauerndes Hauen und Stechen zu sehen. Zum Ausgleich wird der Kunstblutvorrat gleich literweise über die Protagonisten und die Kulissen gekippt. Eine etwas enttäuschende, aber nachvollziehbare Entscheidung, um das ungelenke Gemetzel mit voluminösen Blutschwallen zumindest ein wenig zu kaschieren.

Fazit: Ein Kübel Kunstblut und ein paar freche Pointen allein machen noch keinen guten Film. Vor allem aufgrund seiner hölzernen Inszenierung bietet die Horrorkomödie „Bloodsucking Bastards“ trotz einiger echt guter Gags am Ende doch nur Genre-Meterware.

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