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Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien
Von Antje Wessels
Nachdem der erste Kinofilm zu Franziska Gehms Bestsellerreihe „Die Vampirschwestern“ 2012 noch mehr als 900.000 Besucher in die Kinos lockte, erreichte die Fortsetzung zwei Jahre später nur noch rund zwei Drittel davon (und das, obwohl sie besser war als der erste Teil). Trotzdem wird die Reihe nun weitergeführt – und zwar nach dem Ausstieg von Wolfgang Groos mit Tim Trachte als Regisseur, der zuletzt für die von der Kritik größtenteils gescholtene Teenie-Komödie „Abschussfahrt“ (auch von uns gab es nur einen müden Stern) verantwortlich zeichnete. Aber wer deshalb befürchtet hat, dass Trachte dem Jugendgruselfranchise nun endgültig den Todesstoß versetzen könnte, der irrt zum Glück. Vielmehr setzt er mit „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ den erzählerischen und inszenatorischen Aufwärtstrend der Reihe konsequent fort: erzählerisch, weil der dritte Teil deutlich stringenter geraten ist, und inszenatorisch, weil sich die Macher mit einem mächtigen transsilvanischen Gruselschloss als Hauptkulisse selbst einen großen atmosphärischen Gefallen getan haben.

Die Vampirschwestern Silvania (Marta Martin) und Daka (Laura Roge) haben zwar wie alle Mädchen in ihrem Alter mit all den üblichen Teenagerproblemen zu kämpfen, haben sich aber davon abgesehen insgesamt doch ganz gut in der Menschenwelt eingelebt. Gemeinsam mit ihren Eltern Elvira (Christiane Paul) und Mihai (Stipe Erceg) erfreuen sie sich an ihrem Baby-Bruder Franz, der demnächst seinen ersten Geburtstag feiert. Dieser besondere Tag ruft allerdings auch die finstere Vampirkönigin Antanasia (Jana Pallaske) auf den Plan, die in Franz einen geeigneten Thronfolger sieht – und ihn deshalb entführen will. Obwohl Silvania und Daka alles unternehmen, um das zu verhindern, gelingt es Antanasia tatsächlich, Franz auf ihr Schloss nach Transsilvanien zu verschleppen. Kurzerhand nehmen Daka, Silvania und ihr Vampirjäger-Nachbar Dirk van Kombast (Michael Kessler) die Verfolgung auf…



In „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ sind ausschließlich die heranwachsenden Hauptfiguren die Helden – und das ist auch gut so! Dazu entledigt sich das Skript (von Sigrun De Pascalis und Ursula Gruber) zunächst einmal mit einem cleveren Schachzug der erwachsenen Figuren: Eine unkontrollierte Spontanhypnose (eine von mehreren hübschen Ideen, klassische Pubertätsprobleme auf die Vampirwelt zu übertragen) versetzt die Eltern der Vampirschwestern wieder zurück in ihre Kindheit - und so spielen sie anschließend während der eigentlichen Rettungsmission überhaupt keine Rolle mehr. Und wenn der Film doch mal zum heimatlichen Chaos schaltet, sind die Einschübe zwar reichlich albern, aber eben auch sehr amüsant, was vor allem der ungebändigten Spielfreude von Christiane Paul und Stipe Erceg zu verdanken ist. Der von Michael Kessler („Er ist wieder da“) einmal mehr arg spleenig verkörperte Vampirjäger Dirk van Kombast darf zwar immerhin mit nach Transsilvanien, eine wirkliche Hilfe ist der tollpatschige Feigling jedoch nicht. Stattdessen konzentriert sich Tim Trachte in der ersten Hälfte konsequent auf den emotionalen Konflikt von Dakas, die im tiefsten Inneren schon immer wieder in ihr Heimatland zurückwollte, weil sie sich in Deutschland als Vampirin eingeschränkt fühlt. Damit reißt die Geschichte zugleich auf kindgerechte Weise Themen wie Heimatverbundenheit und Identität an, ohne die heranwachsenden Zuschauer deshalb zu überfordern. Für die erwachsenen Begleitpersonen mag das hier und da ein wenig plakativ wirken, doch Trachte besitzt ein feines Gespür für seine zugleich ungeheuer mutigen und trotzdem auch etwas verlorenen Teenager-Protagonisten.

Zudem ist „Vampirschwestern 3“ für einen Familienfilm erstaunlich unvorhersehbar: Jana Pallaske („Burg Schreckenstein“) verleiht der Vampirkönigin nicht bloß eine einschüchternde Präsenz, die die allerkleinsten Zuschauer im Kinosaal durchaus verschrecken könnte, sondern auch eine angenehme Ambivalenz: Es ist auch Pallaskes starkem Spiel zu verdanken, dass man Antanasia ihre sympathischen Züge genauso abkauft wie die Verkörperung des absolut Bösen. Selbst wir Erwachsenen gerieten während der Pressevorführung mehrmals ins Grübeln, was es mit der Blutsauge-Herrscherin nun eigentlich wirklich auf sich hat. Zum Glück erweisen sich die inzwischen schon ziemlich erfahrenen Jungdarstellerinnen Marta Martin und Laura Roge als ebenbürtige Gegenspielerinnen - die Teenie-Mädels punkten wie schon in den ersten Teilen mit einer großen Natürlichkeit und intuitiver Spielfreude, wobei sie sich immer weiter in gegensätzliche Richtungen entwickeln: Die an sich und ihrem Leben zweifelnde Daka verleiht der insgesamt wieder verstärkt auf Humor setzenden Produktion einen Hauch von Melancholie, während Silvanias optimistischer Tatendrang die Story immer dann vorantreibt, wenn sie einen Moment zu lang auf der Stelle zu treten droht. Und zu guter Letzt dürfen sich Fans auch noch auf ein Wiedersehen mit Teenie-Schwarm Tim Oliver Schulz („Wenn Inge tanzt“) als Vampirband-Frontsänger Murdo freuen.

Fazit: Spannung, Herz und Humor – mit „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ kommt der bislang beste Teil der Reihe ins Kino.
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