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Nocturnal Animals
Durchschnitts-Wertung
3,9
155 Wertungen - 21 Kritiken
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21 User-Kritiken

Kinobengel
Kinobengel

User folgen 15 Follower Lies die 315 Kritiken

3,5gut
Veröffentlicht am 22.12.16

Nach dem meisterlichen „A Single Man“ (2009) präsentiert Modedesigner Tom Ford mit „Nocturnal Animals“ seine zweite Regiearbeit. Das Drehbuch hat Ford nach dem Roman „Tony & Susan“ des Autors Austin Wright selbst geschrieben. Susan Morrow (Amy Adams) ist Galeristin, lebt in einer Welt voller Schein und Sein mit ihrem Ehemann Hutton (Armie Hammer), der oft auf Geschäftsreise ist. Sie erhält ein Manuskript des Romans „Nocturnal Animals“ von ihrem kreativen und sensiblen Ex-Mann Edward (Jake Gyllenhaal), von dem sie sich fast zwei Jahrzehnte zuvor getrennt hat. Der Inhalt des Romans ist eine Parabel, der Susan den Spiegel vorhält. Ford’s Film spielt überwiegend in der von Edward verfassten Romanhandlung, die von einem brutalen Überfall und den Folgen handelt. Der Plot der Geschichte im Film ist einfach. Diverse brutale Szenen verbreiten Schrecken. Langeweile kommt in keiner Minute auf, gilt es doch für den Zuschauer (und Susan), die Parallelen zum tatsächlichen Leben der Susan Morrow zu entdecken und mitzufühlen. Ford entwickelt einen Psycho-Thriller, der sich sehen lassen kann. Die Performance von Amy Adams und Jake Gyllenhaal in ihren tiefgehenden Charakteren ist gewaltig. In vielen Nahaufnahmen besticht das Ensemble mit vielseitiger Mimik. Auch Michael Shannon als knorriger texanischer Polizist Andes ist lobend zu erwähnen. Das rettet den Film, der nicht so sehr mitreißen kann, wie es erwartet werden könnte. Zu überschaubar ist das Gleichnis angebracht, bis auf ein kleines Detail zum Thema Familienplanung. Dieses wird spät eingestreut, somit dem Publikum vorenthalten, während es im Kopf der Susan Morrow längst als wichtiges Element emotionalen Terror veranstalten muss. Sicherlich ein kleiner Geniestreich der Unregelmäßigkeit und der letzte Stein im simplen Bausatz eines Sinnbilds, das im Leben der Susan Morrow mit Konsequenz auf einen Schlussstrich deutet. „Nocturnal Animals“ ist ein beachtenswerter Film mit einem begeisternd aufspielenden Cast.

Daniel P.
Daniel P.

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 11.01.17

Tom Fords Meisterarbeit! Man kan hier einfach alles loben: Schauspiel, Kamera, Schnitt, Drehbuch, Musik... Man merkt das hier ein absoluter Perfektionist am Werk war. Bis ins letzte Detail ausgefeilt. Eine kleine Rachegeschichte mit viel Inhalt. Düster, negativ und konsequent. Einfach Toll.

amlug
amlug

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3,0solide
Veröffentlicht am 23.12.16

Nocturnal Animals – ein schrecklicher Film! Damit meine ich allerdings nicht den Film selbst, sondern eher die Geschichte, die selbiger erzählt. Regisseur und Autor Tom Ford erzählt uns hier eine wahrhaft tragische, sehr belastende und schwere Geschichte voller Gewalt und Traurigkeit. Und auch, wenn ich solche Filme grundsätzlich mag, hier wollte der Funke nicht so wirklich überspringen und genau hier komme ich dann doch etwas in Erklärungsnot, denn Nocturnal Animals ist nicht schlecht, es ist nur vielmehr so, dass er mir persönlich einfach überhaupt nicht zusagte! Ich fand den Film am Ende einfach viel zu wenig aussagekräftig, zu schleppend und zäh erzählt, wobei ich auch ein wenig den Eindruck hatte, Ford wusste manchmal selber nicht so ganz, was er jetzt eigentlich erzählen sollte. Denn die eigentlich interessante Story um Amy Adams´ Charakter Susan wirkte auf mich die ganze Zeit irgendwie wie ein uninteressanter Nebenplot. Auch die Verknüpfung beider Geschichten fand ich am Ende doch irgendwie sehr unspektakulär und wenig überraschend. Derweil war das Drehbuch an sich ja gar nicht einmal schlecht. Die Erzählweise mit der Geschichte in der Geschichte war sehr cool, die Charaktere, vor allem mein Lieblingscharakter Bobby Andes (Michael Shannon) waren auch ausreichend tiefgängig und glaubwürdig geschrieben. Bis auf unseren Antagonisten Ray (Aaron Taylor-Johnson) vielleicht, der zwar durchaus angsteinflößend war, den ich aber kein bisschen nachvollziehen konnte und dessen Charakter mir doch sehr schleierhaft blieb. Die Schauspielerriege spielte dabei auch absolut grandios. Jake Gyllenhaal kann einfach alles und jeden spielen, Michael Shannon liefert die bisher beste Leistung ab, die ich von ihm gesehen habe … selbiges gilt auch für Aaron Taylor-Johnson und auch Amy Adams konnte mich sehr überzeugen. Auch ansonsten war der Film technisch sehr gut gemacht, da kann ich mich wirklich nicht beklagen. Der ganze Film sah sehr wertig aus und hatte eine sehr interessante, steril künstlerische Optik zu bieten. Dabei war auch die Kamera wirklich auffällig und gut aber vor allem der Schnitt war absolut großartig und passte perfekt zur Erzählstruktur des Films. Die Schnitte harmonierten so absolut perfekt ineinander, dass man die Szenenwechsel manchmal erst nach einigen Minuten wahrnahm. Wirklich sehr toll. Auch atmosphärisch war Nocturnal Animals äußerst dicht und brachte die raue, sehr unbequeme Atmosphäre sehr gut herüber und wenn der Film spannend sein wollte, schaffte er das zumeist auch wirklich sehr gut. Aber trotz dieser vielen lobenden Punkte, war ich am Ende dann doch nur mittelprächtig begeistert und muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich nur sehr ungern an den Film zurückerinnere, was nur absolut selten bei mir der Fall ist. Fazit: Technisch durchaus sehr qualitativ, ansonsten aber nicht gerade der größte Wurf!

ToKn
ToKn

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1,5enttäuschend
Veröffentlicht am 05.04.17

Kann die positiven Kritiken absolut nicht nachvollziehen. Die Grund-Story ist so was von altbacken, Familie fährt im Auto einsam durch die Nacht, dann kommen die Bösewichter, der Familienvater ist ein Pfeifenkopp, die Weiber werden entführt, vergewaltigt, dann umgebracht... usw...., usw. Erinnert mich mächtig an "Wolf Creek", bloß das Tom Ford versucht auf intellektuell zu machen in dem er eine zweite Handlung (nach Buchvorlage) nebenher laufen lässt. Beiden Handlungen kann man folgen, fragt sich aber nach der Notwendigkeit, diese parallel laufen zu lassen, da sie in keinerlei Zusammenhang stehen. Wie erwähnt, die "Rape-and-Revenge-Story" in der Wüste ist so alt wie das (ja meist verpönte) "Rape-and Revange-Genre" als solches. Das Beziehungsdrama kann auch nichts retten, weil langweilig. Auch handwerklich finde ich den Film nicht überzeugend. Ein Sonnenaufgang in der Wüste, an sich schön anzusehen, aber visuell jetzt nicht gerade ein Highlight. Musik baut zwar ab und an Spannung auf, mehr aber auch nicht. Schauspielerisch solide, aber ohne Highlight. Habe mir die Kritiken hier jetzt zum dritten Mal durchgelesen und frage mich, ob wir wirklich den gleichen Film gesehen haben.

Thomas Z.
Thomas Z.

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4,0stark
Veröffentlicht am 05.11.17

Die Motive, die beiden Plots parallel zu präsentieren, erscheinen mir nicht zwingend genug, um eine fraglos kunstvolle Konstruktion zu rechtfertigen. Wirklich gut inszeniert und technisch (insbesondere Schnitt) auf hohem Niveau hinterlässt "Nocturnal Animals" trotz vorhandener Höhepunkte und solidem Acting den faden Nachgeschmack einer nicht zu Ende gedachten Dramaturgie. ________________________________________ Nach Zweitsichtung muss ich mein Urteil korrigieren. Fürchte, ich war nicht ausreichend konzentriert, die sehr subtilen Hinweise so zu verinnerlichen, um die Dramaturgie als Gesamtkonstruktion zu erfassen. "Nocturnal animals" ist eine extrem perfides psychologisches Re-ven-ge-Movie mit hohem Anspruch an kreatives Interpretationspotential. Absolut sehenswert!

Davki90
Davki90

User folgen 0 Follower Lies die 53 Kritiken

4,0stark
Veröffentlicht am 25.05.17

Ein verstörender und gut gespielter Thriller, der durch eher ruhige, statt hektische Bilder zu überzeugen weiss. Amy Adams, Jake Gyllenhall und Michael Shannon geben noch den Stempel drauf. Er braucht ein paar Minuten um in fahrt zu kommen, aber dann wird man als Zuschauer hineingezogen in eine furchtbare Geschichte. Es ist sozusagen ein Roman in einem Film, der zwischen Realität und Fiktion hin und her springt. Eine clevere Idee. Der Schluss regt einem ein bisschen zum nachdenken an.

Michael S.
Michael S.

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4,0stark
Veröffentlicht am 28.04.17

Nicht immer bringen interessante Biografien von Regie-Quereinsteigern auch interessante Filme hervor. Tarek Ehlails dystopischer Polizeithriller "Volt" etwa wurde permanent mit der Vergangenheit des Regisseurs als Tattoostudio-Besitzer und Punker beworben, das Ergebnis war zwar rauh und strotzte nur so vor Testosteron, das war es denn aber auch schon. Im Falle Tom Fords zeigt sich, dass sich der Designer eben nicht nur auf ästhetisch gelungene Bilder und Kostüme versteht, sondern auch eine verwickelte nervenaufreibende Geschichte zu erzählen versteht. Mit handwerklichem Geschick und einem guten Händchen für die Schauspielerauswahl und -führung manövriert sich Ford durch eine anfangs gar nicht so übersichtliche Handlung, die am Ende jedoch sinnvoll und konsequent aufgelöst wird. Die zwei Zeitebenen und die dritte fiktive Erzählebene des Romans werden durch Match Cuts und kleine Details miteinander verbunden, bleiben aber schon aufgrund ihrer unterschiedlichen visuellen Gestaltung klar unterscheidbar. Zwischendurch fühlt es sich an, als habe das Drehbuch ursprünglich noch mehr erzählen wollen als letztendlich im Film gelandet ist. Susans Bermerkungen über die Wegwerfgesellschaft, in der selbst Menschen achtlos entsorgt werden, findet sich zwar symbolisch auch in der Handlung wieder, ihre künstlerischen Ambitionen bleiben, abgesehen von einer verstörend-genialen Eröffnungsszene, eher ein Hintergrundgeräusch. Für Liebhaber anspruchsvoll erzählter Filmkunst ist "Nocturnal Animals" auf jeden Fall bestes Material. Einige Szenen der in die Filmstory eingebetteten Romanhandlung bewegen sich zwar theoretisch hart am Rande des Erträglichen, Ford versteht es aber die Gewalt nie so plakativ abzubilden, dass sie zum effektheischenden Selbstzweck verkommt. Vielmehr verdeutlicht er, was gescheiterte Träume und verpasste Chancen hervorrufen können und schickt seine Charaktere auf eine emotionale Achterbahnfahrt, deren Faszination man sich nur schwer entziehen kann.

Michael K.
Michael K.

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3,5gut
Veröffentlicht am 11.01.17

Es ist gar nicht so einfach, eine passende Kritik zu diesem Film zu schreiben. Ich finde die Story an sich keineswegs überzeugend. Die psychologische Nachvollziehbarkeit tendiert für mich gegen Null, hier werden nach meinem Eindruck einfach Klischees aneinandergereiht und melodramatisch verpackt. Ich denke, die Romanvorlage würde mich einfach nur langweilen. Andererseits bin ich dennoch von der wirklich guten filmischen Inszenierung beeindruckt. Der scharfe Kontrast zwischen Spoiler: der Glamourwelt des 'echten Lebens' und der ländlichen Gewaltkulisse des Romans sorgt für eine Spannung, die inhaltlich gar nicht da ist, und das ist meisterlich ausgearbeitet. Die Schauspieler überzeugen ebenfalls vollständig. Da es sich hier aber kaum um einen Thriller (trotz der Ankündigung..) oder Fantasy-Movie handelt, sondern um ein subtiles und teils auch knallhartes Drama, kann man die (jedenfalls meines Erachtens) inhaltsleere Handlung nicht völlig mit starker Verfilmung retten wie das bei oberflächlicheren Genres der Fall ist. Dennoch konnte ich den Film genießen und ich denke, das geht vielen Zuschauern so.

Suja H.
Suja H.

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 07.01.17

So... wie soll ich anfangen . . Der Film an sich war sehr emotional, erregend, überraschend und bringt einen am Ende sehr zum Nachdenken. Die schauspielerische Leistung von Hake Gylenhaal und Amy Adams waren überragend. Der Inhalt ist wie schon erwähnt sehr spannend .. das ist der positive Punkt.. jedoch war sas Ende sehr überraschend, ich hätte was anderes erwartet .. das Ende blieb für mich offen.. man sollte sich wahrscheinlich ein eigenes Ende ausdenken .. ( das selbe wie bei Gone Girl) es blieb alles offen.. Da der Film meine Gedanken geraubt hat und mir ein Nervenkitzel gegeben hat.. die Leistung der Schauspieler überwältigend war.. erhält der Film von mir 4.5 Sterne.

Michael R.
Michael R.

User folgen 2 Follower Lies die 32 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 06.01.17

Ein Überraschungs-Hit! Geschuldet der Tatsache, dass der Film im Kino meines Vertrauens nur noch in der Spätvorstellung gg. 22:30 Uhr läuft, hat sich eine gewisse Unsicherheit bei mir breitgemacht ob mir der Film gefällt. Nach dem Film habe ich lange überlegt welche Bewertung er verdient hat, vorstellen konnte ich mir eine Range zwischen 3-4 Sternen. Letztendlich bekommt er 4,5 Sterne, da er m. E. sehr lange im Gedächtnis bleibt und nach der Vorstellung stark zum Nachdenken und zur Diskussion anregt. Zwei Kritikpunkte sind von mir zum einen das Ende, Spoiler: welches für meinen Geschmack einfach zu viel Spielraum für Interpretationen zulässt (oder ich habe den Film einfach nicht verstanden), zum anderen hatte ich bei der Story des Buches die ganze Zeit auf einen Knall gewartet, eine Wendung oder etwas tiefsinnigeres...dass sich dies letztendlich nicht bestätigt ist für mich okay, ich hatte lediglich das Gefühl dass da einfach mehr dahintersteckt. Wenn dem nicht so ist hätte die Umsetzung endgültiger rüberkommen sollen. Ansonsten transportiert der Film die ganze Trauer, Hoffnung, Liebe und Enttäuschung für mich sehr gut auf die Leinwand. Die Schauspielerischen Leistungen waren ebenfalls absolute Spitze. Als Psycho-Thriller Liebhaber sollte man den Film auf jeden Fall gesehen haben. Jedoch nicht einfach mal ebenso, man sollte sich in einer stillen Atmosphäre mit dem Film auseinandersetzen und ihn auf eine konzentrierte Weise anschauen.

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