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    Son Of Saul
    Durchschnitts-Wertung
    3,7
    64 Wertungen - 5 Kritiken
    Verteilung von 5 Kritiken per note
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    5 User-Kritiken

    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 172 Follower Lies die 440 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 24. März 2016
    Das Holocaust-Drama „Son of Saul“ hat 2016 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten. Regisseur ist der Ungar László Nemes. Ein Teil der Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wird für die Verbrennung getöteter Juden eingeteilt, so auch der ungarische Jude Saul Ausländer (Géza Röhrig). Als er einen kleinen Jungen unter den Opfern findet, möchte Saul ihm heimlich ein Beerdigungsritual nach jüdischem Glauben ermöglichen. Zur gleichen Zeit wird von anderen Gefangenen ein Ausbruch geplant. Nemes konzentriert sich auf Saul in besonderer Weise. Das Bildformat von ungefähr 4:3 gewährt kaum einen Blick nach rechts und links. Der hauptsächlich durch Kurzfilme sehr erfahrene Kameramann Mátyás Erdély lässt den Kopf des Ungarn kaum aus den Augen. Das ist ähnlich dem Drama „Mommy“ von Xavier Dolan, das mit einem quadratischen Bildformat aufwartet. Doch der ungarische Regisseur hat sich herausgenommen, diesen Aufnahmen erhebliche Intensität zu verleihen. Die Tiefenschärfe lässt Entfernteres leicht verschwommen erscheinen, den Hintergrund mit Leichenbergen, engen Räumen und Gängen im düsteren Grau. Die wenigen Kameraeinstellungen, die davon abweichen, sind für das Kinopublikum beinahe überraschend. Aber auch erleichternd, denn es ist anstrengend, der Kamera zu folgen. Stoisch schaut und reagiert Saul auf das, was seinen Augen, seiner Psyche vorgesetzt wird. So führt er stets denselben versteinerten Gesichtsausdruck bis ihm kurz vor Ende der 107 Minuten Spielzeit ein kurzes Lächeln entlockt wird. So opfert Nemes seiner künstlerischen Freiheit einen kleinen Teil der Authentizität, die jedoch an sich mehr als ausreichend Wirkungsstärke entfaltet. Mit viel Hingabe achtet er nicht nur auf grausige Details, sondern auch auf die Hierarchie unter den Gefangenen und die Verwendung verschiedener Sprachen (hier: Deutsch, Jiddisch und Ungarisch) mitsamt der damit verbundenen Barrieren. Die fiktive Story ist nicht sehr umfangreich. Umso mehr gelingt es dem Filmemacher mit der Visualisierung eingebauter Hindernisse und Wendungen zu verdeutlichen, dass für Saul die ordentliche Beerdigung des getöteten Jungen seinem Leben im Elend des KZ einen letzten Sinn gibt. „Son of Saul“ ist ein eindringlicher Film mit einer ausgefallen Erzählweise.
    Cursha
    Cursha

    User folgen 2619 Follower Lies die 995 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 15. Juni 2019
    Authentisch, Gefühlvoll und extrem Schmerzhaft ist der ungarische Film "Son Of Saul", der einfach nur weh tut, wegen all den Qualen, die der Film uns auftischt. Dieser Film ist eine grausamschöne Perle, die man definitiv mal sehen sollte, da er leider ein neuer weiterer, sehr realistischen Blick auf ein dunkles Stück Geschichte legt.
    Christoph K.
    Christoph K.

    User folgen 55 Follower Lies die 277 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 16. März 2016
    Ein extrem fesselnder Film über das Leben eines Mannes, der zum Spezialkommando eines Vernichtungslagers gehört. Diese extrem unmenschliche, entsetzliche Teil der Vernichtungsmaschine im 2. Weltkrieg wurde kaum bzw. so intim und intensiv dargestellt wie in diesem Film. Diese neue Perspektive zum Leben und Sterben in einem KZ wird eindringlich und verstörend geschildert. Jetzt nun das Negative: Ich fand die Darstellung von Saul nicht glaubwürdig. Natürlich ist es extrem schwer gerade solche extremen Situationen wie das Arbeiten in einem KZ darzustellen. Bei diesen extremen Schmerz und Gewalt, welcher er ständig ausgesetzt ist, zeigte er einfach zu wenig Regung bzw. zu positive. Hätte der Hauptdarsteller (der zu 95 % des Film gezeigt wird) die Emotionen besser rübergebracht, wäre der Film ein (entsetzliche trauriges) Meisterwerk geworden.
    kleiner luk
    kleiner luk

    User folgen Lies die 25 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 29. März 2016
    "Son of Saul" handelt von Saul, der umgeben von menschenverachtenden Zuständen im Konzentrationslager Auschwitz wider die Vernunft eine gute Tat vollbringen will. Er ist Mitglied eines Sonderkommandos, das für die Nazis arbeitet und dafür etwas länger leben darf, ehe es ebenfalls abgeschlachtet wird. Aus (vermutlich) Reue will er ein Kind begraben. Diesen verzweifelten Versuch verfolgt der Regisseur. Das Bildformat ist sehr klein gewählt und die Kamera hält sich stets sehr knapp bei Sauls Gesicht auf, wodurch ein eingeschränktes, stets Ungewissheit vermittelndes Bild beim Betrachter entsteht. Es spiegelt die bedrückenden, beklemmenden Gefühle wieder die Saul empfinden muss. Aber auch die Ungewissheit, die er verspüren muss, was als nächstes passieren mag in diesem scheußlichen Vernichtungsapparat. Der Regisseur schafft es wie kein anderer bislang, die Abscheulichkeit der Konzentrationslager auf Leinwand zu produzieren. Die Story ist sicher nicht die ausgefeilteste, doch dies ist auch nicht nötig. Das Gefühl, dass er vermittelt, ist so bedrückend stark, dass dies alleine Rechtfertigung genug ist sich diesen Film anzuschauen. PS: in Zeiten wie diesen schadet es auch nicht wieder aufzufrischen, wohin Ignoranz, Kurzsichtigkeit und Rassismus führen können.
    Schach M.
    Schach M.

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    4,5
    Veröffentlicht am 1. Mai 2016
    Ein Appell an die Menschlichkeit! Der Film zeigt den Holocaust quasi im First Person Modus eines Insassen der zum sogenannten "Sonderkommando" gehörte. Die inhaftierten Juden die zum Sonderkommando gehörten wurden in den Vernichtungsplan als Handlanger eingebaut, jedoch nach einer gewissen Zeit durch Lager-Neuankömmlinge ersetzt: Ein Leben auf Zeit. Der Film ist nicht auf eine verblümte romantisch tragische Art inszeniert wie zum Beispiel Das Leben ist Schön, viel mehr fühlt sich der hier dargestellte Arbeits(all)tag im Ausschwitz-Konzentrationslager, wie ein einziges langanhaltendes Magengeschwür an. Ich würde mir dennoch wünschen, dass Schüler in Zukunft diese schwere Kost als Pflichtprogramm in der Schule erhalten und zwar aus folgendem Grund: Es geht nicht nur ums Vergessen wie von allen immer wieder gepredigt wird, viel mehr geht es auch allgemeingültig darum zu zeigen wozu der Mensch fähig ist, wenn er kollektiv wirksam beschließt aufzuhören Mensch zu sein. Der Film zeigt meiner Meinung nach, wozu der Mensch fähig ist, wenn er die "taugliche" Legitimation besitzt um unmenschliches gesellschaftlich zu rechtfertigen. Nichtsdestotrotz ist dieser Film für mich das beeindruckendste Holocaust- Mahnmal der letzten zwei Dekaden, einzig Schindlers Liste hat eine ähnliche Wucht.
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