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Janis: Little Girl Blue
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Janis: Little Girl Blue
Von Ulf Lepelmeier
Mit ihrer markerschütternden Stimme sang sich Janis Joplin angestaute Wut und unerfüllte Sehnsüchte von der Seele und sicherte sich damit einen Eintrag in die Musikgeschichte. Die als Ikone der Hippiezeit gefeierte Blues-Rock-Sängerin stand allerdings nur für drei Jahre im Rampenlicht der Öffentlichkeit, bevor sie mit gerade einmal 27 Jahren an einer Heroinüberdosis verstarb. Nachdem Regisseur Asif Kapadia sich in diesem Jahr bereits in der Dokumentation „Amy“ ,mit Amy Winehouse, dem jüngsten Mitglied des sagenumwobenen ‚Club 27’ beschäftigte, befasst sich Amy Berg („Erlöse uns von dem Bösen“) in ihrer klassisch aufgebauten Musikerdokumentation „Janis: Little Girl Blue“ mit der legendären Rockröhre Janis Joplin. Angefangen von ihrer Kindheit und Jugend, in der Janis, auf Grund ihres Aussehens und ihrer wild-spröden Art, Ausgrenzung und Abneigung erfuhr, schreitet die Regisseurin chronologisch die Lebensstationen ihrer Protagonistin ab. Mit einer Fülle von aufgespürtem Originalmaterial versucht Berg den verletzten Menschen hinter der ungestümen Schale der selbstbewusst auftretenden Rocksängerin zu erkunden.




Neben Interviews mit der Familie, Bandmitgliedern, Liebhabern und Wegbereitern der Sängerin setzt Regisseurin Berg, die sich in ihren bisherigen Dokumentationen mit schwierigen sozialkritischen Themen befasste, in „Janis: Little Girl Blue“ auf eine Fülle an unveröffentlichten Archivbildern, Konzertaufnahmen sowie auf selbst verfasste Briefe und Notizen der Sängerin. Die persönlich niedergeschriebenen Worte, die von Songwriterin Chan Marshall a.k.a. Cat Power verlesen werden, ermöglichen dabei den intimsten Blick in die Gefühlswelt der Musikerin, die direkt nach ihrem Highschool-Abschluss auszog, um Sängerin zu werden und autodidaktisch ihren außergewöhnlichen Gesangsstil entwickelte. Angetrieben von dem Wunsch, geliebt und respektiert zu werden, verdeutlichen gerade die verlesenen Briefe an ihre Eltern Janis Sehnsucht nach Anerkennung. Während Amy Winehouse in Kapadias Doku vor allem als Opfer ihres erdrückenden Ruhmes sowie falscher Bezugspersonen gezeichnet wird, stellt Berg die legendäre Rockmusikerin Janis Joplin als von inneren Dämonen gezeichnete Musikerin dar, die sich weder in ihrer konservativen texanischen Heimat noch in der freien, ungezwungenen Künstlergesellschaft der ausklingenden 1960er Jahre wirklich geliebt und angenommen fühlte.

Fazit: Regisseurin Amy Berg zeichnet in ihrer klassischen Musikerdokumentation das Bild einer zeitlebens aneckenden und sich unverstanden fühlenden Sängerin, die mit ihrer wutentbrannten Stimme ihre Gefühlswelt auf besondere Weise zu transportieren vermochte.

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