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Baskin
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Baskin
Von Gregor Torinus
Can Evrenols Regiedebüt „Baskin“, das bei den 2015 neu ins Leben gerufenen Fantasy Filmfest White Nights seine Deutschlandpremiere feiert, ist der erste türkische Horrorfilm im Programm der verschiedenen Ausgaben des 1987 gegründeten Genre-Festivals. Seine Herkunft ist am Ende vielleicht die größte Besonderheit des wüsten Reißers, aber auch ohne spektakuläre Innovationen bietet „Baskin“ den Fans nach verhaltenem Beginn eine ganze Menge: Eine veritable Froschplage und degenerierte Waldbewohner sind nur die Vorboten des Wahnsinns, der hier über eine Gruppe Polizisten hereinbricht: Die Gesetzeshüter hat es von der Stadt in die tiefste Provinz verschlagen, wo sie in einer Raststätte die Zeit totschlagen, als sie der Hilferuf einiger Kollegen erreicht. Sie brechen sofort zum vermuteten Ursprungsort des Anrufs auf - die Fahrt wird zu einem Trip in die tiefste Hölle…


Regisseur Can Evrenol geht die Sache zunächst langsam an, doch schon bald mehren sich auf klassische Weise die Anzeichen, dass hier irgendetwas grundlegend nicht stimmt. Ein Polizist erleidet beim Essen einen Anfall und überall tummeln sich Berge von Fröschen, die von den Hinterwäldlern aus der gottverlassenen Gegend gerne auch zu Suppe verkocht werden. Evrenol erzeugt eine unheilvoll-surreale Stimmung, die immer stärker ins Bedrohliche kippt, bis sich der Irrsinn in einem unterirdischen Höllenreich mit aller Gewalt entlädt. Das albtraumhafte anatolische Froschsüppchen wird dabei mit allerlei filmischen Referenzen abgeschmeckt: Der Einsatz starker Farbfilter verweist auf die Werke der italienischen Meister Dario Argento („Suspiria“) und Mario Bava („Blutige Seide“), der satte Synthesizer-Score könnte aus einem Horrorfilm der 80er Jahre stammen und das finale Spektakel hat etwas von „Hellraiser“. Das ist durchaus eine launige Mischung, allerdings entgleiten Evrenol mit fortlaufender Spieldauer sämtliche Erzählfäden. Er wirft einfach alle abstrusen Zutaten, die er in seiner Horrorküche findet, in den Suppentopf und am Ende bleibt nur noch ein mäßig appetitliches Gebräu auf der Basis von verquollenem Krötengetier.
 
Fazit: „Baskin“ ist ein düsterer Fantasy-Horrortrip in ein Höllenreich fern von Alltagsrealität und Handlungslogik.
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