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Ballon
Durchschnitts-Wertung
4,0
72 Wertungen - 16 Kritiken
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16 User-Kritiken

Jack F.
Jack F.

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4,5
Veröffentlicht am 19.09.18
Kein Zweifel, keine Übertreibung: Michael Herbig hat seinen bislang besten Film vorgelegt und lustig ist daran absolut gar nichts. "Ballon" erzählt eine Geschichte, die es bereits als großes Hollywood-Drama gibt. Denn die tatsächlichen Begebenheiten, auf denen sie beruht, sind so spektakulär, dass sich die Traumfabrik in Gestalt der Walt Disney Productions umgehend die Filmrechte daran sicherte. Das Ergebnis, "Mit dem Wind nach Westen" ("Night Crossing"), kam 1982 in die Kinos und wird gelegentlich am Nationalfeiertag im Fernsehen wiederholt. Herbigs Neuverfilmung - allein das ist schon eine Nachricht - lässt das Original mühelos hinter sich. Das Projekt war, wie der durch die Pro-Sieben-"Bullyparade" berühmt gewordene Schauspieler und Regisseur im Interview bekennt, ein Herzensanliegen Herbigs und der Kampf um die Rechte beinahe schon selbst filmreif: Disney ließ sich zunächst auf keinerlei Verhandlungen ein. Erst die Intervention des in Hollywood zu Ruhm und Ehren gelangten Schwaben Roland Emmerich ("Independence Day", "Der Patriot") führte zum Erfolg und Herbig konnte seinen Ballon endlich steigen lassen. Am Anfang der Arbeiten standen intensive Gespräche mit den realen Personen, deren Geschichte der Film erzählt, den "Republikflüchtlingen" Strelzyk und Wetzel. Und darum geht's: Mit einem Ballon Marke Eigenbau wollen der geniale Tüftler Günter Wetzel (David Kross) und der zu allem entschlossene Peter Strelzyk (Friedrich Mücke) mit ihren Familien Ende der siebziger Jahre dem Staat den Rücken kehren, in dem Sahra Wagenknecht wahrscheinlich heute Staats- und Parteichefin wäre, hätte die so genannte Deutsche Demokratische Republik (in Wahrheit ein kommunistisches Überwachungs-, Bevormundungs- und Drangsalierungssystem) nicht vorher das Zeitliche gesegnet. Leider - und damit beginnt der Film - ist bereits ein Ballonfluchtversuch der Strelzyks knapp gescheitert und die Stasi, angeführt von dem opportunistischen Oberstleutnant Seidel (Thomas Kretschmann, bekannt aus "Der Pianist"), den potentiellen Republikflüchtlingen auf der Spur. Und damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, den nur einer gewinnen kann: die Stasi oder die Staatsverräter. Denn - das wird in Zeiten piekfein gekleideter Salonsozialisten wie Katja Kipping oder Gregor Gysi gern vergessen - das totalitäre SED-Regime ließ kaltblütig auf Menschen schießen, die ihm den Rücken kehren wollten. Das Wettrennen zwischen zynischem Stasi-Offizier und mühsam ihrer Enttarnung trotzenden Dissidenten hat Regisseur "Bully" Herbig außerordentlich fesselnd inszeniert. So gnadenlos dreht er, vor allem zum Ende hin, an der Spannungsschraube, dass Erinnerungen an große filmische Vorbilder wie "Das Leben der Anderen" oder den Hitchcock-Klassiker "Der zerrissene Vorhang" wach werden. Vor allem der Erfolgsfilm des Autodidakten Florian Henckel von Donnersmarck, der übrigens "Ballon" mit seinem neuen Film "Werk ohne Autor" in den deutschen Kinos Konkurrenz machen (und sich dabei schwertun) wird, stand erkennbar Pate. Genau wie in „Das Leben der Anderen“ ist der "DDR"-Alltag in kühlen Bildern atmosphärisch präzise eingefangen, wird das allgegenwärtige Gefühl von Einschüchterung und Beklemmung spürbar. Was Herbig nicht ganz so gut gelingt wie dem Oscar-Preisträger ist es, allen Figuren seines Ensembles dieselbe Tiefe zu geben. Die Mini-Liebesgeschichte zwischen Strelzyk junior und der Tochter eines bedingungslos regimetreuen Nachbarn ist weniger Romanze als nur ein weiteres Mittel der Spannungssteigerung. Die Konzentration des Films auf seine eigene, extrem effiziente Spannungsdramaturgie allerdings verfehlt ihre Wirkung nicht und presst den Zuschauer derart in seinen Sitz, dass er am Ende nicht mehr genau weiß: Ist das noch der Kinosessel oder schon die Ballongondel? spoiler: Dass das Ganze angesichts der bekannten historischen Fakten eigentlich nur gut ausgehen kann, verliert er dabei völlig aus den Augen. Fazit: Mit seiner bislang besten Regiearbeit dürfte Michael Herbig Kritikern, die dem einstigen Fernsehclown den Wechsel ins ernste Fach nicht recht abnehmen wollen, ziemlich rasch den Wind aus den Segeln nehmen. "Ballon" ist der (bisher) stärkste deutsche Film des Kinojahres 2018. Und das Feiertagsfernsehprogramm am 3. Oktober wird in den nächsten Jahren um eine Attraktion reicher sein. Eine Kritik der film-o-meter-Redaktion)
Claudia x
Claudia x

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5,0
Veröffentlicht am 06.10.18
Ich denke, das ist der beste Film, den ich je gesehen habe. Von Beginn an spannend und voller Tempo und Beklemmung, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen und zwei volle Stunden fesseln. Dazu klar gewählte Schauspieler, die hervorragende Arbeit leisten und nicht nur in den Hauptrollen glänzen. Absolute Empfehlung!
Michael K.
Michael K.

User folgen 5 Follower Lies die 110 Kritiken

4,5
Veröffentlicht am 01.10.18
Michael 'Bully' Herbig, dessen Humor ich bisher eher gewöhnungsbedürftig fand, überrascht hier mit einem packenden Drama, das noch dazu politische Aktualität besitzt. Hier wird einmal die DDR-Diktatur so gezeigt, wie sie wirklich war - nämlich als Gefängnis für die eigenen Bürger. Ich fand 'Ballon' einen der spannendsten Filme der letzten Zeit, und die Mischung aus treffender Darstellung der DDR-Alltagsrealität und effektvoller Hollywood-Inszenierung ist wirklich herausragend. Eine klare Empfehlung sowohl für Schulklassen als auch für Thriller-Fans!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

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4,0
Veröffentlicht am 27.09.18
Endlich: Michael Bully Herbig macht mal einen ernsthaften Film. Darauf habe ich mich sehr gefreut, einfach weil ich seine bisherigen Werke auch immer unter dem handwerklichen Aspekt gesehen habe und ihn für einen der fähigsten deutschen Regisseure halte. Einer der hier auch großartiges Material zur Verfügung hat: Die Story ist eigentlich recht schlicht, zwei Familien unternehmen zwei Fluchtversuche, aber daraus resultieren Unmengen an Spannungsmomenten: die Paranoia, die Belastung, die Bedrohung und die Angst der Familien davor entdeckt zu werden reicht alleine schon um trotz des bekannten Ausgangs die Spannung hochzujubeln. Negativ fallen ein paar schlechte Effekte auf (das Berlin der damaligen Zeit sieht mitunter etwas klobig aus) und eine sehr plump eingesetzte Traumsequenz, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Anonsten hat man eine bewegende Geschichte, sympathische und engageirte Darsteller und eben das Ausloten von Spannung überall wo es geht – und definitiv ganz großes deutsches Kino, Fazit: Spannungskino vom Feinsten, dazu eine Würdigung des unglaublcihen Muts zweier Familien!
Cord D.
Cord D.

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4,5
Veröffentlicht am 17.10.18
Auch wenn man das Ende schon kennt hat Bully hier einen Mega tollen Film gemacht. Spannung und Unterhaltsam bis zum Schluss.
Elmar H.
Elmar H.

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2,5
Veröffentlicht am 18.10.18
Ich finde es schon ziemlich bedenklich, dass die letzten deutschen Kinofilme durchweg Remakes sind. Es drängt sich der Eindruck auf, dass es den Filmemachern hierzulande an eigenen Ideen mangelt. Oder man meint, lieber auf Nummer-Sicher gehen zu müssen, weil ein selbst ausgedachtes Werk ja auch immer mit Risiko verbunden ist. Da bedient man sich dann einfach an bereits vorhandenen Filmen, die einigermaßen gut gelungen sind. Das gilt auch für "Klassentreffen 1.0" und "Der Vorname", nicht nur für "Ballon" von Bully Herbig, der es sich damit ziemlich bequem gemacht hat. Ausserdem finde ich es allgemein nicht ganz richtig, einen Film dem Regisseur zuzuschreiben. Dazu haben die Autoren einen viel zu großen Anteil an einem Film. Aber deren Leistung wird ja generell unterbewertet, was ich persönlich skandalös finde. Dass der Film sehr solide geworden ist und besonders am Anfang starke Momente hat ist angesichts der vorgekauten Vorlage also keine besondere Leistung.
beco
beco

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3,5
Veröffentlicht am 29.11.18
Gut gemachter, spannender Film über die berühmte Ballonflucht aus der DDR im Jahr 1979, der Hintergründe sichtbar macht ohne in Klichess zur verfallen. Sehenswert
Steffen G
Steffen G

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5,0
Veröffentlicht am 04.11.18
Volle Punktzahl wow so viel Spannung über 2h lang....authentisch dargestellt...super Darsteller Danke Herbig für diesen super Thriller!!!
Fischsimon
Fischsimon

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5,0
Veröffentlicht am 01.11.18
Um es gleich vorneweg zu sagen.: selten habe ich einen so spannenden, fesselnden, bild- und emotionsgewaltigen Film gesehen, wie diesen. Mit einem genialen Sounddesign und einem überragenden Schnitt, vergisst man glatt das Popcorn. Von der ersten Minute an zittert der Zuschauer mit den Schauspielern. Und darin liegt die große Stärke des Films. Endlich einmal neue Gesichter, eher unbekannte aber klasse Darsteller, besonders auch die Kinderdarsteller. Obwohl einem bereits bewusst ist, dass die Flucht am Ende gelingt, fiebert man mit und zweifelt zwischenzeitlich sogar daran, dass all das noch ein glückliches Ende finden kann. Neben der Kamera, den bildgewaltigen Aufnahmen, einem super Musikeinsatz und tollen Settings und Schauspielern, fällt der Film vor allem mit seinem Schnitt auf. Alexander Dittner schreibt hier ein wenig Filmgeschichte. Immer wieder werden parallel ablaufende Handlungen, gemischt mit einem überfließenden Ton, so genial geschnitten, dass der Zuschauer vor Spannung beinahe platzt. Ein Film der zudem nicht nur unterhält, sondern gerade in der heutigen Zeit einen wichtigen Beitrag zu Menschlichkeit, Freiheit und Toleranz leistet. Da bleibt kein Auge trocken und keine Gänsehaut fern. Meiner Meinung nach einer der besten deutschen Filme in den letzten Jahren.
Cesper
Cesper

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5,0
Veröffentlicht am 25.10.18
Sehr spannend, realistisch aber ohne Zeigefinger, super Schauspieler, tolles Drehbuch, toller Schnitt und richtig tolle Filmmusik. Ich bin nicht gerade eine Bully Herbig-Fan, aber dieser Film ist ganz großes Kino. Unbedingt ansehen!
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