Mein FILMSTARTS
    Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    4,0
    stark
    Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers
    Von Björn Becher
    Die scheinbaren „Freaks“, die von der Außenwelt als „Monster“ bezeichneten Figuren stehen oft im Mittelpunkt von Guillermo del Toros Filmen – von den Waisenjungen in „The Devil’s Backbone“ über die Titelfigur in den „Hellboy“-Filmen bis nun hin zu „Shape Of Water – Das Flüstern des Wassers“. In seinem neuesten Werk feiert der mexikanische Regisseur sehr liebevoll gleich eine ganze Gruppe höchst unterschiedlicher Außenseiter in der starren, verbohrten Gesellschaft der 1960er Jahre. Im Mittelpunkt steht die Liebe zwischen einer stummen Putzkraft und einem Wasserwesen, die sich als menschlicher erweisen und mehr Herz zeigen als die sich letztlich doch immer für etwas Besseres haltenden „Normalen“. Das romantische Fantasymärchen besticht mit opulentem Produktionsdesign, visuellem Einfallsreichtum und größtenteils hervorragenden Darstellern, die mit Subtilität und Feingefühl del Toros gelegentlichen Hang zum Überdeutlichen wettmachen.

    Anfang der 1960er, mitten im Kalten Krieg, führt die stumme Elisa (Sally Hawkins) ein einfaches Leben: Eierkochen, Masturbation in der Badewanne und gemeinsames Fernsehen mit ihrem Nachbarn, dem arbeitslosen Werbezeichner Giles (Richard Jenkins) gehören genauso zur Routine wie der nächtliche Putzjob in einer geheimen Militäreinrichtung. Doch dann wird dort ein in Südamerika gefangenes, mysteriöses Amphibien-Wesen (Doug Jones) untersucht und gefoltert. Elisa ist schockiert von der Brutalität und sucht heimlich die Nähe des fremdartigen Wassermanns. Nach und nach schafft sie es, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Als sie mitbekommt, dass das liebgewonnene Geschöpf getötet werden soll, will Elisa es gemeinsam mit Giles befreien. Wenn das gelingen soll, müssen sie allerdings auch das einzige wahre Monster in der Anlage austricksen: den sadistischen Sicherheitschef Strickland (Michael Shannon)…


    Guillermo del Toro unterstreicht das Märchenhafte von „Shape Of Water“ gleich zu Beginn mit einleitenden Worten, die fast schon feierlich von einem Erzähler aus dem Off vorgetragen werden, und macht dabei sofort klar, wohin die Reise geht. Das Folgende wird als „Geschichte von Liebe und Verlust“ vorgestellt, das Wasserwesen wird als „er“ bezeichnet (und nicht etwa als „es“), während mit dem „Monster, das versucht hat, alles zu zerstören“ natürlich der Bösewicht Strickland gemeint ist, wie man schnell begreift. Del Toro lässt nie einen Zweifel aufkommen, dass die mysteriöse Kreatur humaner ist als ihr menschlicher Widersacher – wobei der Regisseur auch noch mehrfach dessen Monstrosität mit dickem Pinsel unterstreicht, indem er Strickland rassistisch über Gott fabulieren lässt und ihn schließlich sogar buchstäblich verrotten lässt. Michael Shannon („Man Of Steel“) setzt diesem Holzhammer-Einsatz seines Regisseurs nichts entgegen, sondern akzentuiert diesen noch, indem er mit viel Wucht, aber ohne jede Subtilität agiert. Er variiert letztlich einmal mehr die von ihm schon so oft verkörperte Figur des Grobians. Während er dies an anderer Stelle (exemplarisch in „Boardwalk Empire“) durchaus mit einer gewissen Vielschichtigkeit getan hat, wird Strickland fast zur Karikatur eines Monsters: Dem fiesen Aufseher stehen selbst beim (animalischen) Sex mit der eigenen Frau die dunklen Abgründe offen ins Gesicht geschrieben.

    Viel mehr als für den Schurken interessiert sich Guillermo del Toro ohnehin für die Helden seiner Geschichte: für die stumme Hauptfigur, den homosexuellen Giles, Elisas von der Gesellschaft und von ihrem eigenen Mann nicht für voll genommene Freundin Zelda (Octavia Spencer) sowie den nerdigen Wissenschaftler Dr. Robert Hoffstetler (wie immer sensationell: Michael Stuhlbarg). Und allen voran natürlich für den Wassermann, den del Toro mit seinem langjährigen Wegbegleiter Doug Jones (von „Mimic“ über „Hellboy“ bis „Pans Labyrinth“), der in seinem außergewöhnlichen Amphibien-Kostüm und unter einer dicken Schicht Make-up nicht wiederzuerkennen ist, eindrucksvoll zum Leben erweckt. Mit gekonntem Mienenspiel und großen Augen weckt Jones das Mitgefühl für seine faszinierende Figur, lässt uns mit ihr leiden und mit ihr lieben. Selbst ein witziger Einschub, in dem es um die Geschlechtsorgane des Wassermannes geht, gibt ihn nicht der Lächerlichkeit preis, sondern macht ihn nur noch greifbarer.

    Die Romanze zwischen dem Wasserwesen und Elisa muss ohne gesprochene Worte auskommen und entwickelt sich in kleinen Schritten, aber auf sehr berührende Weise. Wenn die für „Blue Jasmine“ oscarnominierte, hier erneut großartige Hawkins und Jones nur mit Gesten kommunizieren und irgendwann erste zarte Berührungen austauschen, vergisst man völlig, dass hier zwei Darsteller nur spielen. Dieses buchstäbliche tastende Kennenlernen wird durch die agile Kameraarbeit des Dänen Dan Laustsen („John Wick 2“) kongenial in Bilder gefasst: Hier hat jede (Kamera-)Bewegung ihre Bedeutung und ihre emotionale Resonanz, während Alexandre Desplats („Grand Budapest Hotel“, „Argo“) großartige Musik bis zum imposanten Finale oft sehr subtil im Hintergrund bleibt: Die Geräusche (Wassertropfen, Pfeifen, die allgegenwärtigen TV-Geräte) werden förmlich zu Musik und gehen nahtlos in sie über.

    Einmal mehr erweist sich Guillermo del Toro zudem als Meister des Produktionsdesigns: von der kalten, bedrohlich wirkenden Militäreinrichtung bis hin zu den Wohnungsschatzkästchen von Elisa und Giles. Dass diese direkt über einem Kino liegen, ist durchaus als Statement des Regisseurs zu verstehen. Während der verzweifelte Besitzer des Filmtheaters selbst mit Freikarten niemanden anlockt, läuft in jeder Wohnung rund um die Uhr der Fernseher – ganz beiläufig wird hier ähnlich wie von Peter Bogdanovich in seinem Meisterwerk „Die letzte Vorstellung“ vom Ende einer Kinoära erzählt. In „Shape Of Water“ scheint es endgültig tot zu sein – bis es mit den neugierigen Augen des Wasserwesens, für das der Bilderzauber noch unbekannt ist, neu entdeckt wird. Das Kino ist unsterblich, scheint del Toro hier zu sagen. Ein visionärer Filmemacher wie er hat seinen Anteil daran.

    Fazit: Ein berührendes und großartig in Szene gesetztes Romantikmärchen, bei dem nur hin und wieder zu dick aufgetragen wird.
    Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
    • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
    • Die besten Filme aller Zeiten: Usermeinung
    • Die besten Filme aller Zeiten: Pressemeinung

    Kommentare

    • disneyfan5000
      Ich fand den Film sehr schön. Mich hat das Monster aus The Shape of Water an das Monster aus Der Schrecken vom Amazonas erinnert. Ein uralter Klassiker. Vielleicht war das Ganze auch als Hommage gedacht. Es ist erstaunlich, wie gut Del Toro ist, wenn er keinen Mainstream macht. Unfassbar das er auch so eine Gurke wie Pacific Rim gemacht hat.
    • Yuri
      Dies sollte Ihren immer gleichen Tagesablauf darstellen...Das ihr Leben bis dato nichts besonderes war.Film 6 von 10.
    • Larry Lapinsky
      Zweifelsohne ein in jeder Hinsicht sehr schöner Film, aber mehr leider auch nicht. Er kommt weder an Pan's Labyrinth noch an den diesjährigen Konkurrenten Three Billboards ... heran, der sicherlich den Bester Film-Oscar mehr verdient hätte, was auch die (zutreffende) Wertung bei Filmstarts widerspiegelt. Es ist halt eine gelungene Melange aus E.T., Swamp Thing, Amélie, Hidden Figures und La-La-Land - von allem ein bisschen, aber es packt einen nicht wirklich so, wie die genannte Konkurrenz!
    • Ty
      Da fällt mir mal wieder mein Lieblingszitat ein: Diskutiere nicht mit Dummen..sie ziehen dich auf deren Niveau und schlagen dich mit Erfahrung!
    • Jediabschaum
      Und an all die Gutmenschen , die sich ja für ach so aufgeschlossen halten und in jedem Mist krampfhaft einen tieferen Sinn sehen wollen, F***t euch, checkt eure E-Mails, googelt was ihr nicht wisst ( lernen, wozu? ) lasst euch einen Vollbart wachsen, ( ist in der Werbung im TV ja gerade angesagt, und ihr Trottel spring auf jeden Zug auf um so toll Hipp zu sein ) und kitzelt euch eure Rosineneier. Geile Generation von Nichtskönnern seid ihr. Macht mal pewdiepie weiter zum Millionär mit euren Likes. Männlich: TuntenWeiblich: Ausgetrocknete V***enJa, euch meine ich
    • Jediabschaum
      Shape of Water ist der belangloseste und überbewerteste Hollywoodstreifen überhaupt. Del Torro ist wohl auf der We love hispanic Welle mitgeschwommen und hat einen Mitleidsoskar gewonnen. Wäre das ein Spielbergfilm, dann wäre es der Niedergang dieses Regisseurs. Mein Gott, nächstes Jahr gewinne ich wohl einen Oskar wenn ich in die laufende Kamera furze.
    • jediabschaum
      Michael KTrottel
    • jediabschaum
      An Michael K. Du findest Schrott toll, Du hast null Ahnung, und wenn ein Clown jemandem eine Torte ins Gesicht schmeisst wie bei Dick und Doof, dann geht Dir wohl einer ab und lachst Dich kaputt. Für Leute wie Dich gibt es einen Namen, Schlichtes Gemüt, dass heißt wenig IQ und mit sehr wenig zufrieden. In den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte man für Leute wie Dich eine Lösung, und die hieß Euthanasie
    • Jediabschaum
      Eins hab ich noch vergessen: Trumpf ist heutzutage nicht mehr Qualität sondern Quantität. Apps, Online, Cloud, Gigabytevolumen im Handyvertrag, posten, liken, Facebook, um das dreht die Welt sich heutzutage nur noch. Wenn ihr in diesem neuen Heiligen Gral eure Erlösung sucht dann viel Glück. Und SW7/8 ist Mist und Shape of Water alles andere als Oskartauglich. So, jetzt habt ihr euer Fett weg. (-%
    • Jediabschaum
      An Herrn Michael K.Ihre andere Meinung sei Ihnen gegönnt, und mit der Geschmackssache ist das bis zu einem gewissen Grad richtig. Bis zu einem gewissen Grad. Interessant, dass Sie gerade den 8.Teil als hervorragend bezeichnen, den selbst Teil 7 liebhaber als den schlechtesten aller SW Filme bezeichnen. ( Und Teil 7 war schon schlimm ).Ich erspare es Ihnen und mir alle Logikfehler und Ungereimtheiten dieses Teils aufzuzählen, mit denen man ganze Bücher füllen könnte. Wenn man die neuen Teile aber mal mit den beiden Vorgängertrilogien ins Verhältnis setzt, ist das noch SW? Vorrausgesetzt Sie sind irgendwie mit den alten Teilen verbunden oder sind im günstigsten Fall sogar mit den alten Filmen aufgewachsen, dann können Sie mir ja erklären was an SW8 so hervorragend war.Nun zu Shape of Water.Natürlich kann man sich den Film ansehen, aber meiner Meinung nach reicht ein mal, den muss ich nicht noch mal sehen. Und unter anderem ist genau das ein Kriterium für einen Oskarpremierten Film. Sind Sie wirklich der Meinung, dass dieser Film Oskarwürdig ist? Bei der Aufzählung der Oskargewinnerfilme aus meinem ersten Kommentar sind doch wirklich ganz andere Kaliber dabei. Kennen Sie all die Filme aus der Aufzählung? Falls nicht, sehen Sie sich die mal alle an und erklären Sie mir bitte auch da, warum Ihrer Meinung nach Shape of Water in dieser Liga mithalten kann.Wenn man Shape of Water mit einem Oskar auszeichnet, hätte man auch z.B.Thor, Tag der Entscheidung einen Oskar verleihen können. Den fand ich wesentlich unterhaltsamer.Und abschliessend Ihr letzter Kommentar zum Thema ins Kino gehen und Vorbilder.Das ist genau das Problem der heutigen Generation. Sie hat keine Vorbilder mehr ( und sagen Sie jetzt nicht, dass man die nicht mehr braucht ).Nur ein Beispiel, welche Vorbilder die heutige Generation hat: pewdiepie, ein ( zugegebenermaßen schlauer ) Idiot, der Online Counterstrike spielt und durch seine ( ich sags jetzt mal, kognitiv eingeschränkten Follower) die durch ihr liken und der damit verbundenen Werbung ihn zum Multimillionär gemacht haben. Gute Nacht neue Generation, gute Nacht Gesellschaft.
    • Michael K.
      Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Nur ganz kurz gesagt. Und Star Wars 8 halte ich zudem ebenfalls für einen hervorragenden Film. Alles Geschmackssache, aber wie man da von 'unterirdisch' und bei 'Shape of Water' von 08/15 reden kann, ist mir wirklich schleierhaft. Und ich gehe auch nicht ins Kino, um ein 'Vorbild' präsentiert zu bekommen!
    • Jediabschaum
      Ehrlich, in was für einer trostlosen Welt leben wir eigentlich? Dass in den 60ziger Jahren so ein Film wie Ben Hur einen Oskar bekommen hat kann ich ja noch verstehen, die Messlatte war damals nicht so hoch wie heute, mit all der Tricktechnik und so. Aber Shape of Water ist ein allerwelts Film, 08/15. Es gab Filme wie Rain Man, Philadelphia, Forest Gump, Apokalypse now, Jenseits von Afrika, Kramer gegen Kramer, Gladiator, Training Day, Platoon usw. Alles Filme mit Aussage, zum Teil gesellschaftsverändernd ( Philadelphia ). Aber Shape of Water? Tricktechnik alles schon mal gesehen, Storymäßig echt nichts was einen umwirft, und eine kleinbusige Frau die sich ständig in der Badewanne ihre Spalte polliert turnt mich nicht wirklich an. Ist Hollywood so weit, dass sie mittlerweile jeden belanglosen Schrott in den Himmel heben?Sind alle wirklichen Helden und vor allem Vorbilder ( die es echt mal gab, und wenn es Jeams Dean sein soll ) verschwunden?Ich habe den Eindruck, dass das Niveau der Weltgemeinschaft in den Keller rutscht.Star Wars 7/8 finden alle ja auch so toll, obwohl es unterirdisch ist. Ist das der Preiss der neuen Generation mit ihren Smart Phones und Apps, die nichts mehr durch lernen wissen sondern alles nur noch googeln, keine eigene Meinung mehr haben und sich beeinflussen lassen von Dingen, die auf Facebook am meisten geliket werden? Gute Nacht Menschheit. Tolles Internet, tolles Sozial Media. Denkt an meine Worte. Das geht in den Abgrund. In 50 Jahren ist mit der Menschheit schicht im Schacht. Skynet ( Terminator ) ist gar nicht so abwegig.
    • Gustav G.
      Warum verweist eigentlich niemand auf den sowjetischen Film Der Amphienmensch aus dem Jahre 1962, der doch in gewisser Weise Vorlage von Shape of Water ist?Und warum musste die Protagonistin zweimal in der Badewanne masturbieren? Sollte das einen besonders märchenhafter Eindruck vermitteln oder war es die von Entbehrung gezeichnete verzweifelte Regieanweisung weil sich Guillermo del Toro in einer Nach-Scheidungsphase befand? Möglich auch, dass DAS jetzt ein must ist wie die Masturbationsszene in dem Überschwachsinn Toni Erdmann?
    • Walter de Meijer
      Ich fand sogar die Maske, bzw. das Plaste-Kostüm nur mittelmäßig.
    • Hans H.
      Ging mir ähnlich. Auch ich habe ihn gestern dann sehen dürfen. Die 13 Oscarnominierungen kann ich genauso wenig nachvollziehen, wie die 4 vergebenen Oscars. Bis auf das Kostüm/Maske des Wesens, das ist toll gemacht. War aber auch schon bei Hellboy toll gemacht, ich bleibe ja bei dem Vergleich, ist für mich Abe Sapien 2.0. Und - oh Wunder - auch das Wesen hier isst gerne Eier, wenn auch keine verfaulten. Schlecht ist der Film sicher nicht, kann man mal gucken.
    • Walter de Meijer
      Gestern gesehen - und hab mich doch ziemlich gelangweilt. Nicht zuletzt auch wegen des schwachen Drehbuchs: Alles sehr klischeehaft vorgetragen, alles sehr vorhersehbar - auf der Leinwand tummeln sich Stereotypen, schon gefühlte 1000 Mal gesehen.
    • Kaethe1919
      Menschliche Sehnsüchte und das Wesen Mann.Selten wurde mir das Wesen Mann so krass und einseitig vor Augen geführt.Da ist der Sicherheitsmann, der machtbesessene von der Spezies, ich darf nie schwach sein und schon garnicht verlieren, der eiskalt schießt und keinen Schmerz kennt, der sich seinem Erfolg in den Weg stellt, der auf seine Frau steigt, nachdem er ihr gesagt hat, dass er ein neues Auto möchte, der die Reinemache Frau anbaggert, wie in den besten Me-too Erzählungen. In einer Nebenrolle der General, sein Vorgesetzter, gleiche Spezies nur eine Hierarchiestufe drüber, der über Leichen geht, bevor er einen Fehler in seinem Verantwortungsbereich eingesteht.Oder der wissenschaftliche Leiter des Projektes, über dessen Liebe und Lust wenig bekannt wird, der unsere nach Liebe und Lust dürstende Hauptdarstellerin zwar unterstützt, der aber auch nicht als Identifikationsfigur taugt. Er ist, wenig edel, ein Verräter, ein russischer Agent. Nicht zu vergessen, in einer weiteren Nebenrolle, der Mann der Arbeitskollegin, der Langzeit eheerfahrenen Freundin der Hauptdarstellerin, der sesselpupsende Schlappschwanz, der schon seit Jahren nicht mehr die legitime Lust seiner Frau befriedigt und dann auch noch die edle Unterstützung seiner Frau für deren Arbeitskollegin, dem eiskalten Sicherheitsmann verrät. Und wo ist der Mann mit dem edlen lustvollen Wesen? Den gibt es. Es ist der Nachbar der Hauptdarstellerin und der ist schwul, und seine Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung bleibt unerfüllt. Nach männlicher Terminologie dieses Filmes, klassischer Looser.Gut, dass es da dieses göttliche Urwesen aus den tiefen des Urwaldes gibt, das die unerfüllte Sehnsucht der Hauptdarstellerin dann doch befriedigt, dem Bösewicht kurz mal und sehr männlich, wenn auch in Notwehr, die Kehle durchschneidet, um dann die Geliebte in die Tiefen ihrer Sehnsüchte mitzunehmen.Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie noch heute.
    • Claudia
      Der Film an sich ist gestalterisch herausragend, gleitet aber mitunter ins Kitschige ab. Und - warum wurden für die bösen Russen keine russischen Schauspieler engagiert? Das war ja wirklich noch wie im kalten Krieg, als amerikanische Schauspieler ganz fürchterliches Russisch geradebrecht haben.
    • Andreas L.
      Ich habe den Film am letzten Samstag in einem Mainstream-Kino gesehen. Der Saal war gut gefüllt und nach meinem Eindruck blieben die Leute nach dem Ende länger sitzen als üblich. Ob sie gebannt waren; ein stückweit verzaubert!? Ich war es. Der Film ist wirklich ausgesprochen liebevoll gemacht. Herr Becher, zu Ihrer Kritik, die ich im wesentlichen teile, zwei Anmerkungen: Dieser Film zitiert doch unübersehbar den großartigen 50er Jahre-Trash der Schrecken vom Amazonas. Warum kein Wort dazu?Der letzte Halbsatz Ihres Fazits ist für mich eine Paradoxon und eigentlich überflüssig. Wie soll denn ein Romantikmärchen ohne hin und wieder zu dick auftragen gehen? Das gehört doch untrennbar zusammen.
    • Candy
      Achso - das Design wurde nicht bei Hellboy sondern bei Black Lagoon geklaut - das ist natürlich viel orgineller. xD
    Kommentare anzeigen
    Back to Top