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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Schatz, nimm du sie!
Von
Sie bekommen in der Regel zwar nicht die besten Kritiken, aber dafür zünden die Komödien von Regisseur Sven Unterwaldt regelmäßig an den Kinokassen: Allein seine beiden „7 Zwerge“-Filme mit Otto Waalkes lockten zusammen fast zehn Millionen Zuschauer an und zuletzt knackte auch sein Kinderfilm „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ wieder die magische Marke von einer Million verkaufter Tickets. Auch Unterwaldts neue Komödie „Schatz, nimm du sie!“ hat kommerziell gute Karten, immerhin avancierte bereits das zugrundeliegende französische Original „Mama gegen Papa“ 2015 in seiner Heimat zum absoluten Publikumshit. Die Farce um den irrwitzigen Anti-Sorgerechtsstreit zweier Scheidungswilliger ist thematisch aktuell, zudem debütiert mit Carolin Kebekus („heute-show“) die zurzeit wohl beliebteste deutsche Komikerin in einer Kinohauptrolle. Dabei entschärft der Regisseur den extrem bissigen Humor der Vorlage zwar stellenweise, aber amüsant ist seine aufgekratzte Komödie mit einem Hang zu harmlosen Zoten trotzdem.

Dem Kölner Ehepaar Toni (Carolin Kebekus) und Marc (Maxim Mehmet) ist die Leidenschaft abhandengekommen. Deshalb wollen sich die Ingenieurin und der Gynäkologe nun scheiden lassen - und zwar ohne jeden Streit. Toni will die pubertierende Tochter Emma (Arina Prokofyeva) und den altklugen Sohn Tobias (Arsseni Bultmann) zu sich nehmen, damit Marc wie geplant einen Auslandsjob auf Haiti antreten kann. Die vom schmierigen Chef (Ludger Pistor) angebotene Bauleitung eines Windparks auf Malta will sie dafür ablehnen. Doch als Toni ihren Noch-Ehemann beim Knutschen mit der rassigen Krankenschwester Marion (Patricia Meeden) erwischt, switcht sie in den Rosenkrieg-Modus: Jetzt wollen Mama UND Papa das Sorgerecht unbedingt loswerden, um dem anderen die Karrierepläne zu verbauen. Und weil die Kinder selbst entscheiden sollen, wo sie künftig leben wollen, setzten die Rabeneltern alles daran, um ihren Nachwuchs mit perfiden bis brachialen Psychospielen in die Arme des jeweils anderen Elternteils zu treiben…


Laut dem Presseheft basiert „Schatz, nimm du sie!“ lediglich auf der französischen Hitkomödie „Mama gegen Papa“ – vielleicht ist das Wort so gewählt, weil Remakes oft einen zweifelhaften Ruf genießen, aber seien wir ehrlich: Sven Unterwaldt legt hier nichts anderes als eine Neuverfilmung vor! Nahezu 1:1 folgt die Trennungskomödie dem Ablauf und den Schlüsselszenen des Originals, selbst wenn das Autoren-Duo Jens-Frederik Otto („Soloalbum“) und TV-Gag-Papst Claudius Pläging (schrieb Jokes für u.a. Stefan Raab, Anke Engelke oder Olli Dittrich ) manche besonders heftige Aktionen weglässt (wie den an Blessuren reichen Paintball-Ausflug) oder abmildert (zum Beispiel die Übergriffe auf den Hamster). Von zunächst noch subtilen Einflüsterungen wie „Eine Wölfin verliert ihren Lebensmut, wenn man ihr die Jungen nimmt“ oder „Bei Männern in dem Alter geht das schnell mit dem Alleinsein und der Verwahrlosung“ steigern sich die Rabeneltern zum Entsetzen des befreundeten Ehepaars Fabienne und Paul (Jasmin Schwiers & Axel Stein) zunehmend immer weiter in ihren Zwist hinein - und stacheln sich dabei auch zu immer unverzeihlicheren Aktionen an.

Die schön böse, treffen zeitgemäße satirische Prämisse gibt so viel her, dass es noch zu verschmerzen ist, dass Unterwaldt einige gute Pointen des Originals auslässt – ihm fehlt einfach der Biss, über harmlose Durschnitts-Unterhaltung hinaus dorthin zu gehen, wo es auch mal ein bisschen wehtut. Ähnliches gilt für die Inszenierung: Wenig einfallsreiche Hochglanz-Impressionen des Kölner Doms werden unterlegt mit einem austauschbaren Score. Positiv fallen hingegen die Schauspieler auf: Nach einigen Kurzauftritten zeigt Carolin Kebekus („Pussy Terror“) in ihrer ersten Kinohauptrolle eine patente, mimisch reiche Leistung. Zwar verfällt die mehrfache Comedypreis-Gewinnerin immer wieder in ihren bekannten „Pussy Terror“-Tonfall, doch der passt ganz gut zur generellen Überspanntheit der Komödie. Ihr zur Seite stehen ein gut aufgelegter Maxim Mehmet („Männerherzen“) als Kinder--Kontrahent und ein wunderbar schmieriger Ludger Pistor („Inglourious Basterds“) als Chef. Die Debütantin Arina Prokofyeva und der aus „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ bekannte Arsseni Bultmann meistern ihre bewusst nervtötenden Parts als verzogene Gören ebenfalls ordentlich.

Fazit: Ein fast 1-zu-1-Remake des französischen Komödien-Hits „Mama gegen Papa“ hätte zwar nicht notgetan, trotzdem liefert die im Vergleich zahmere Neuauflage solide Unterhaltung.
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Kommentare

  • FAm Dusk Till Dawn

    Bei der Filmförderung wurde mal wieder mit Dartpfeilen auf Projekte geschmissen ...

  • Hans H.

    Hübsch,die Frau Kebekus, aber leider sonst nur peinlich.

  • Hans H.

    Tja, Schade aber auch.

  • Gerd V.

    Ein ziemlich unterirdisch unkomischer Film mit extrem flachem Humor. Hat uns leider absolut nicht überzeugt.

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