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    Triple Threat
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Triple Threat

    Der Avengers unter den Martial-Arts-Actionfilmen!

    Von Lutz Granert
    Wie Expendables ohne Rentner!“, so lautet die Werbezeile des deutschen Verleihs des FSK-18-Krachers „Triple Threat“. Und da steckt viel Wahres drin. Während der „Who-is-Who“-Cast aus in die Jahre gekommenen Actionstars wie Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger speziell in „The Expendables 3“ zuletzt etwas hüftlahm wirkte, versammelt Regisseur Jesse V. Johnson („Accident Man“) in seinem Action-Thriller nun die derzeitige Crème de la Crème aus dem Martial-Arts-Bereich: Tony Jaa („Ong-bak“), Iko Uwais („The Raid“), Tiger Hu Chen („Man Of Tai Chi“), Scott Adkins („Universal Soldier: Day Of Reckoning“) und Michael Jai White („Black Dynamite“) gemeinsam in einem Film!

    Was bei regulären Kinogängern vermutlich nur ein Achselzucken hervorruft, sorgt bei Fans aufwändig choreografierter Heimkino-Handkanten-Action für freudige Erzückung. Das Klassentreffen der Kampfkunsttitanen ist dabei durchaus geglückt: Aufwändig choreografierte Fights und ein hohes Tempo übertünchen ganz gut, dass die dünne Story von „Triple Threat“ auf einen Bierdeckel passt (und selbst auf dem bleibt anschließend noch genügend Platz).

    Das Kickbox-Turnier wecks sogar Erinnerungen an „Ong-bak“.


    Die chinesische Milliardenerbin Xian (Celina Jade) will ihr Vermögen einsetzen, um gegen ein Verbrechersyndikat vorzugehen. Kurz nachdem sie dazu ein Fernsehinterview gegeben hat, gerät sie in den Hinterhalt einer von der Unterwelt angeheuerten Söldnertruppe um den skrupellosen Collins (Scott Adkins). Nur mit Mühe und Not gelingt es ihr, in eine Polizeistation zu fliehen. Dort trifft sie auf die beiden von Collins hintergangenen Söldner Long Fei (Tiger Hu Chen) und Payu (Tony Jaa), mit deren Hilfe sie entkommen kann. Zusammen mit dem rachsüchtigen Kämpfer Jaka (Iko Uwais), der mit Collins noch eine Rechnung offen hat, stellen sie sich dessen finsteren Schergen entgegen…

    Die Pläne für ein solches Zusammentreffen der Martial-Arts-Ikonen gehen bis ins Jahr 2016 zurück, als das von Tiger Hu Shen initiierte Projekt unter dem Arbeitstitel „Makeshift Squad“ jedoch zunächst nicht zustande kam. Erst ein Jahr später, als ein neuer chinesischer Investor einstieg, konnte mit der Produktion begonnen werden. Das vorliegende Skript wurde grundlegend übergearbeitet, der ursprüngliche Schauplatz von Mexiko nach Thailand verlegt, die Bösewichte wurden ausgetauscht. Neben Joey O‘Bryan, der bereits das Drehbuch zum fiesen Thriller „Downrange - Die Zielscheibe bist du!“ schrieb, stehen fünf weitere internationale Co-Autoren in den Credits.

    Und wir immer wieder so: "Hä?"


    Kein Wunder also, dass das Drehbuch von „Triple Threat“ hin und wieder etwas zerfahren wirkt. So ist der verwahrloste Collins (Scott Adkins sieht mit schwarzem Wischmop auf dem Kopf zum Schießen aus!) zwar im thailändischen Dschungel in Gefangenschaft geraten, aus der ihn seine Kanaillen um Devereaux (Michael Jai White) gleich zu Beginn des Films befreien. Warum und von wem genau er dort inhaftiert wurde, bleibt allerdings ebenso offen wie die geheime Identität von Collins‘ mysteriöser Auftraggeberin, die ihn in ihren wenigen Szenen telefonisch instruiert. Auch dass die Chinesin Xian ausgerechnet nach Thailand fliegt, um dort ihren Kampf gegen chinesische Verbrecher zu verkünden, ergibt ebenso Sinn wie einige unnötige, weil völlig willkürlich Film eingebaute Rückblenden.

    Die Martial-Arts-Szenen können sich dafür wirklich sehen lassen. Regisseur Jesse V. Johnson hat bereits reichlich Erfahrung als Stunt-Koordinator gesammelt (etwa bei „The Amazing Spider-Man“) – und das Gespür für Timing sieht man den enorm physischen, schnell geschnittenen und aufwändig choreografierten Kampfszenen durchaus an. Aufgrund ihrer enormen Brutalität bleibt die in Orangetöne getauchte Auseinandersetzung zwischen Payu und Jaka bei einem illegalen Kickbox-Turnier in einer Lagerhalle, die durchaus Ähnlichkeiten zu Tony Jaas Einstand als Actionheld in „Ong-bak“ (2003) aufweist, besonders in Erinnerung. Bei so viel Martial-Arts-Talent auf einem Haufen fragt man sich aber natürlich schon, was die ganzen enttäuschenden Ballerorgien in dem Film zu suchen haben, etwa wenn das finstere Söldnerteam um Collins beim Stürmen der Polizeiwache minutenlang und vergleichsweise öde inszeniert um sich schießt.

    Trotz gewöhnungsbedürftiger Frisur gewohnt gut: Scott Adkins.


    Scott Adkins darf nach seiner Rolle als Yuri Boyka in den Filmen der „Undisputed“-Reihe wieder einmal ordentlich badass sein und harte Sprüche drücken. Tony Jaa, Iko Uwais und Tiger Hu Shen beweisen in den harten Fights eine große Beweglichkeit und Wendigkeit. Einzig der muskelbepackte Michael Jai White wirkt bei seinen Kampfszenen etwas steif, ist aber mit seinen 51 Jahren auch der mit Abstand Älteste im Main-Cast. „Triple Threat“ macht Spaß, weil er eine so hohe Schlagzahl vorgibt, dass zum Glück nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt.

    Fazit: Ein löchriger Plot, aber viele schlagkräftige Argumente: „Triple Threat“ ist ein kurzweilig-krawalliges Martial-Arts-Gipfeltreffen der größten Prügel-Ikonen aus West und Fernost.

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    Kommentare

    • Herr Kömmlich
      Cool! Ich freue mich schon sehr darauf!
    • Dennis Beck
      Schade, wäre wohl mehr drin gewesen. So ein Aufeinandertreffen dieser berühmten Action-Stars hätte einen besseren Film verdient. Die Story ist mir wurscht, aber Gekloppe wirkt halt immer besser als Schießereien. Wenn man schon solche Leute im Cast hat.
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