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Acts Of Violence
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Acts Of Violence
Von
Selbstjustizthriller sind wie ihre Protagonisten: nur schwer totzukriegen. Seit Jahrzehnten werden immer wieder Geschichten von harten Männern produziert, die ihre Probleme lieber selbst lösen als auf die Polizei oder andere legale Wege zu setzen. Bevor Action-Haudegen Bruce Willis in Kürze in „Death Wish“ von Eli Roth rot sieht und damit im Remake der Mutter aller Selbstjustizreißer die Nachfolge von Charles Bronson antritt, macht er in „Acts Of Violence“ von Regisseur Brett Donowho („Paranormal Haunting At Silver Falls“) schon einmal einen Abstecher in das Vergeltungsgenre – allerdings in der zweiten Reihe. Denn hier ist es allen voran Cole Hauser („2 Fast 2 Furious“), der mit seinen Filmbrüdern das Recht in die eigene Hand nimmt. Einmal mehr wird uns dabei eine Story von aufrechten Amerikanern im Kampf gegen böse Kriminelle aufgetischt, die sich in nichts von unzähligen Vorgängerfilmen abhebt. Und weil auch die Inszenierung strikt längst ausgetretenen Pfaden folgt, bleibt „Acts Of Violence“ ein rein generischer und vorhersehbarer Rache-Reißer, da können auch die bekannten Gesichter – neben Willis und Hauser sind immerhin noch Shawn Ashmore („X-Men“) und Sophia Bush („One Tree Hill“) dabei - wenig ausrichten.

Seit Declan MacGregor (Cole Hauser) aus dem Krieg zurück ist, kommt er in der Heimat nicht mehr zurecht. Auch seine Brüder Brandon (Shawn Ashmore) und Roman (Ashton Holmes) können dem traumatisierten Veteranen nicht helfen. Als jedoch Romans Braut, die schon seit ihrer Kindheit gleichsam zur Familie gehörende Mia (Melissa Bolona), auf ihrem Junggesellinnenabschied von Gangstern entführt wird, findet Declans Wut ein Ventil. Er ist von nun an ganz von dem Wunsch erfüllt, die große Liebe seines Bruders zu retten: Gemeinsam mit Roman und Brandon legt er sich mit der Schlepperbande hinter dem Kidnapping an, deren Kopf Max (Mike Epps) ebenso clever wie skrupellos ist. Bei ihrer Suche nach Mia treffen Declan und seine Brüder auch auf die Cops Avery (Bruce Willis) und Baker (Sophia Bush), die schon länger gegen den Mädchenhändlerring ermitteln. Vor allem Avery sieht in den MacGregors eine Chance, endlich mit den Gangstern abzurechnen. Doch die gewalttätigen Aktionen der Brüder bleiben nicht ohne Folgen…


Ein gebrochener Veteran, ein frustrierter Cop, eine Familie, die durch den bereits verstorbenen, aber immer noch übermächtige Schatten werfenden Kriegshelden-Vater geprägt ist: Drehbuchautor Nic Mezzanatto („Rise of the Predator“) hat sich einige Figuren mit Potenzial ausgedacht, mit denen er seinen ansonsten durch und durch konventionellen Racheplot bevölkert. Und hätten sich die Filmemacher ein wenig mehr Zeit genommen als die allzu knappen etwas über 80 Minuten von „Acts Of Violence“, dann hätte man von diesem Potenzial auch womöglich nicht nur in einzelnen Szenen etwas zu sehen bekommen. Einer dieser Momente ist die gemeinsame stille Andacht der drei MacGregor-Brüder vor dem Foto des toten Vaters, kurz bevor sie in ihren privaten Feldzug gegen die Entführer und Mädchenhändler ziehen: Hier deutet sich an, dass hier bei aller Action durchaus eine sehenswerte Charakterstudie mit etwas Tiefgang möglich gewesen wäre. Doch die guten Ansätze versinken angesichts der insgesamt viel zu hastig erzählten Story weitgehend im Einerlei zahlreicher nicht sehr überzeugend zusammengeschnittener und auch sonst nicht besonders aufregender Schießereien sowie meist alles andere als überraschender Plot-Twists.

Zu allem Überfluss ersäufen Donowho und Mezzanatto ihre Geschichte geradezu in Klischees, sodass sich die Hoffnung auf ein wenig echte Spannung oder Emotionen mit jeder Minute mehr erledigt. Die Gangster sind böse, die entführte Mia ist wehrhaft, die Brüder loyal und tapfer – mehr wird dem Publikum nach den ersten, durchaus gelungenen Minuten nicht geboten. So begegnet man den Figuren mit zunehmender Gleichgültigkeit und der eher billig wirkende Look des Films erinnert eher an die veralteten 08/15-Copserien aus dem Fernsehen als an einen Kinofilm. Und so erweist sich eine der Schwächen des Films am Ende zugleich als eine seiner wenigen Stärken: die kurze Laufzeit. Denn weil Donowho so viel Gas gibt und weitgehend auf Charakterzeichnung verzichtet, hat „Acts Of Violence“ zumindest keine Längen. So wird die platte Story wenigstens flott heruntererzählt – und auch die Schauspieler geben in dem beschränkten Rahmen des Films ihr Bestes.

Fazit: Schwacher Rachefilm mit bekannten Gesichtern, die keine Zeit bekommen, aus ihren Rollen etwas zu machen. Die wenigen wirklich guten Ideen fallen hier schnell dem Kugelhagel zum Opfer.
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