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Forever My Girl
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Forever My Girl
Von
Schon das Filmplakat, auf dem sich ein junges, schönes Paar vor einem Sonnenuntergang händchenhaltend anschmachtet, zeigt, wohin bei „Forever My Girl“ von Autorin und Regisseurin Bethany Ashton Wolf die Reise geht: Hier wird ungeniert die Gefühlskarte gespielt und eine Liebesgeschichte in der Tradition von Nicholas Sparks und Co. zelebriert. Dazu erklingt ein Soundtrack aus sanfter Country-Musik, der sich perfekt an die Handlung anschmiegt und auf ähnlich bodenständig-konservative Weise von Heimatliebe, Treue und Familie erzählt. Dass die Romanze „Forever My Girl“ dabei nicht vollends zu einem überzuckert-kitschigen Lebenslehrstück gerät, verdankt sie hauptsächlich ihrem kleinsten Star.

Saint Augustine, Louisiana. Josie (Jessica Rothe) wartet am Tag ihrer Hochzeit vergeblich auf ihre Jugendliebe Liam (Alex Roe). Der Bräutigam hat kalte Füße gekriegt und lässt sie am Altar stehen. Acht Jahre später ist Liam zum großen Country-Star geworden, ohne deshalb glücklich zu sein. Als er in der Nähe seiner Heimatstadt ein Konzert gibt, hört er im Radio, dass einer seiner besten Freunde aus der Schulzeit bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Er beschließt, nach Hause zu fahren und an der Beerdigung teilzunehmen. Dabei begegnet er auch Josie wieder, die ihn erstmal mit einem Leberhaken zu Boden schickt. Dennoch bleibt Liam da und zieht bei seinem Vater ein, Pastor Brian (John Benjamin Hickey). Als der Rückkehrer feststellt, dass Josie eine siebenjährige Tochter namens Billy (Abby Ryder Fortson) hat, wird ihm klar, was er damals wirklich alles aufgegeben hat …

Forever My Girl Trailer DF

Ein erfolgreicher, aber innerlich leerer Mann kehrt zu seinen Wurzeln zurück, um wieder Kontakt zu der Person zu bekommen, die er einmal war – das Wiederaufflammen der Jugendliebe inklusive. Diese Prämisse ist in romantischen Dramen wahrlich nicht neu. Und die Drehbuchautorinnen Bethany Ashton Wolf und Heidi McLaughlin fügen dem vielstrapazierten Grundthema auch keine sonderlich bemerkenswerte Variation hinzu. So starrt der unglückliche Star mit leerem Blick in die Unendlichkeit, während sich die einst sitzengelassene Jugendliebe sich erst abweisend gibt, dann aber schließlich doch schmilzt, während der Vater in der Kirche von Vergebung für den verlorenen Sohn redet. Das ist alles durch so eklatante Formelhaftigkeit geprägt und von so biederer Rechtschaffenheit durchdrungen, dass der Funken bei dieser Liebesgeschichte trotz stimmiger Chemie zwischen den Hauptdarstellern nicht überspringt. Nur gut, dass es Abby Ryder Fortson gibt.

Die inzwischen Zehnjährige, die schon in den beiden „Ant-Man“-Filmen ihr Talent gezeigt hat, stiehlt auch hier jede Szene, in der sie mitspielt und stellt mit natürlichen Ausstrahlung alle erwachsenen Darsteller in den Schatten. Ihr gehören auch die originellsten Momente des Films, wenn sie etwa ihren Vater über die Gefahren von Cabrios aufklärt oder wenn sie sich weigert, ihr Kaninchen zu streicheln, weil sie einen Angriff des tückischen Nagers befürchtet. Ob Alex Roe („Rings“) oder „Happy Deathday“-Star Jessica Rothe – wer mit Abby Ryder Fortson zusammen auf der Leinwand zu sehen ist, leuchtet gleich selbst ein wenig mehr. Leider färbt davon aber kaum etwas auf Bethany Ashton Wolf in ihrer Doppelfunktion ab.

Die Inszenierung ist ebenso bieder wie der Stoff und hat über Postkartenidyllen, etwas putzigen Kleinstadtcharme und wenig überzeugende Konzertaufnahmen hinaus nicht viel zu bieten. Nur selten erreichen die Einstellungen Kinoformat und der seichten Geschichte fehlt zudem ein funktionierender Spannungsbogen. So bleibt es bei einigen anrührenden Einzelmomenten, wenn Liam sich seiner Vergangenheit stellt und sich mit Menschen ausspricht, die ihm etwas bedeuten.

Fazit: Mit „Forever My Girl“ bekommt das Publikum exakt das, was Poster und Trailer versprechen – eine sanfte Mischung aus Gefühl, Liebe und Drama am Rande des Kitsches. Kinderdarstellerin Abby Ryder Fortson sorgt indessen fast im Alleingang für die denkwürdigen Momente in der seichten Geschichte.
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