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Space Cowboys
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Space Cowboys
Von Carsten Baumgardt
Nach zwei schwermütigen und finanziell erfolglosen Werken („Ein wahres Verbrechen“, „Mitternacht im Garten von gut und böse“) legt Schauspieler, Regisseur und Produzent Clint Eastwood mit der Raumfahrer-Komödie „Space Cowboys“ etwas Heiteres vor – und hat damit mit Erfolg.

Es sollte ihre größte Stunde werden, doch dann kam alles ganz anders: Die vier jungen Testpiloten Frank Corvin (Clint Eastwood), Hawk Hawkins (Tommy Lee Jones), Jerry O'Neil (Donald Sutherland) und Tank Sullivan (James Garner) waren für den ersten bemannten Raumflug der USA im Jahr 1958 vorgesehen. Doch anstatt der heißblütigen Draufgänger des Teams Daedalus kam diese Ehre einem Schimpansen zuteil und die großen Karrieren als Astronauten waren beendet. Zu verantworten hatte dies Projektleiter Bob Gershon (James Cromwell), der gut 30 Jahre später vor einem echten Problem steht. Denn: Ein Satellit der Russen rast auf die Erde zu und keiner kennt sich mit der „antiken“ Technik des Himmelskörpers aus. Bis auf Konstrukteur Corvin, der bereits im Ruhestand ist. Die Frage ist nur, wie kam das amerikanische Antriebssystem in einen russischen Satelliten? In der Not wendet sich Gershon an seinen alten Feind, der ihm die Ausbootung nie verziehen hat.

Löste Bruce Willis im Weltuntergangsreißer Armageddon die Probleme vorwiegend mit Muskelkraft, agiert das amüsante Seniorenquartett Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland und James Garner in Eastwoods 22. Regiearbeit mit Witz und Verstand. Situationskomik und Timing stimmen. Dass dabei einige bekannte Klischees nicht ausgelassen werden, ist dank des augenzwinkernden, launigen Auftretens der Schaupspielurgesteine trotzdem verzeihlich. Und die Idee, Rentner ins All zu schicken, ist gar nicht ganz so hanebüchen, wie sie zunächst klingt. Denn schließlich schickte die NASA 1998 den 77-jährigen Raumfahrtpionier John Glenn noch einmal in der Discovery in den Weltraum.

Eastwoods angenehm lockere Inszenierung konzentriert sich in der ersten Hälfte auf den komödiantischen Aspekt der Geschichte, während Action und eine größere Ernsthaftigkeit im zweiten Abschnitt dominieren. Besonders hervorzuheben ist die feine Selbstironie, welche den kompletten Film durchzieht und ohne die „Space Cowboys“ auch nicht ansatzweise funktionieren könnte. Technisch ist alles vom Feinsten, was Eastwood seinem erwachsenen Publikum präsentiert – ILM hat wieder ganze Arbeit geleistet. „Space Cowboys“ ist ein höchst unterhaltsames, kurzweiliges Feelgood-Movie, das mit viel Souveränität und Altherrencharme über Schwächen in Bezug auf Handlung und Glaubwürdigkeit hinwegsehen lässt. Ganz archaisch betrachtet kann die Space-Komödie auch als Parodie auf Michael Bays „Armageddon“ betrachtet werden.
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