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Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
5,0
Meisterwerk
Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück
Von Carsten Baumgardt
Der überwältigende Erfolg von „Krieg der Sterne“ hat die Filmwelt überrascht, nur einen nicht: Regisseur, Autor und Produzent George Lucas. Der hatte seine Sternenkrieg-Saga gleich auf mindestens drei Teile angelegt. Durch den Deal seines Lebens, der ihm sämtliche Rechte an „Star Wars“ sicherte, konnte Lucas „Das Imperium schlägt zurück“ 1980 unabhängig vom Studiosystem produzieren. Er selbst nahm sich beim zweiten Teil des Science-Fiction-Abenteuers zurück, überließ Irving Kershner den Regiestuhl und schrieb – offiziell jedenfalls – nicht am Drehbuch mit, lieferte nur die Story. Dem Film hat das nicht geschadet. Unter vielen eingefleischten Fans gilt „Das Imperium schlägt zurück“ als bester Teil der Reihe.

Nach der erfolgreichen Zerstörung des Todessterns haben sich die Rebellen auf dem unwirtlichen Eisplaneten Hoth eingerichtet, um den Widerstand gegen das Imperium weiter zu forcieren. Als Luke Skywalker (Mark Hamill) von einer Routinepatrouille auf seinem Tauntaun nicht zurückkehrt, machen sich seine Freunde Han Solo (Harrison Ford), Prinzessin Leia (Carrie Fisher) und der Wookie Chewbacca (Peter Mayhew) große Sorgen. Nur mit Glück und schwer verletzt überlebt Luke. Während dessen lässt der Imperator (Clive Revill) seinen dunklen Heeresführer Darth Vader (David Prowse) nach den Widerstandskämpfern im gesamten Weltall suchen. Und tatsächlich entdecken die Aufklärungssonden des Imperiums die Rebellen auf Hoth. Mit einer übermächtigen Streitmacht von AT-ATs (All-Terrain-Armored-Transports) im Rücken überrennen die imperialen Truppen den Rebellenstützpunkt. Ein Teil kann jedoch fliehen. Luke nimmt mit R2-D2 (Kenny Baker) an Bord Kurs auf das Dagobah-System, um dort nach dem Jedi Yoda (Frank Oz) zu suchen. Der weise Lehrmeister soll Luke zu einem Jedi-Ritter ausbilden. Leia, Han Solo, Chewbacca und C-3PO (Anthony Daniels) können im Rasenden Falken entkommen. Doch die vermeintliche Rettung erweist sich schnell als trügerisch...

Die statistischen Eckdaten zu „Das Imperium schlägt zurück“ lesen sich beeindruckend, wenn auch nicht ganz so überragend wie beim Vorgänger „Krieg der Sterne“. In den USA spielte Teil zwei inklusive der Special Edition 291 Millionen Dollar ein (weltweit: 539 Mio Dollar, Besucher Deutschland: 5,06 Mio). Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 22 Millionen Dollar teure Film das Highlight der kompletten Saga ist. Was Lucas dazu bewogen hat, den zweitklassigen Regisseur Irving Kershner („James Bond 007 – Sag niemals nie“, „RoboCop 2“) die Zügel in die Hand zu geben, ist unklar. Doch der Veteran aus Philadelphia hält sich überraschenderweise schadlos und fällt im direkten Vergleich zu Mastermind Lucas nicht ab. Respekt. Nach dem grandiosen Erfolg von „Krieg der Sterne“ baute Lucas das Konzept zunächst zu einer Nonologie aus – eine Reihe von drei Trilogien - allerdings wird die letzte wohl nie in Produktion gehen.

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Inhaltlich gibt Kershner ein straffes Tempo vor. Eine klassische Einführung der Figuren ist nicht mehr nötig. Nach Lukes Episode mit dem Wampa-Eiswesen, das ihn beinahe zum Frühstück verspeist hätte, rollt bereits nach der emotionalen Exposition die erste massive Actionwelle. Der Kampf auf dem Eisplaneten Hoth zählt zu den spektakulärsten und coolsten Schlachten aller „Star Wars“-Filme. Die Special Effects, ebenso wie der Ton Oscar-prämiert, haben sich in den drei Jahren zwischen den beiden Teilen erstaunlich weiterentwickelt. Zur damaligen Zeit setzten sie neue Standards und auch heute noch sind sie durchaus vorzeigbar. Die Konstruktion der phantastischen Wolkenstadt Bespin zeugt ebenfalls von dem großen kreativen Potenzial der Set-Designer.

Der Grundton des Films ist im Gegensatz zu „Krieg der Sterne“ deutlich ernster und düsterer. Luke Skywalker legt seine jugendliche Naivität nach und nach ab und stellt sich der Herausforderung der Jedi-Ausbildung. Er wächst zur großen Hoffnung der Rebellen heran und muss sich am Ende seinem Erzfeind stellen. Das hochemotionale Lichtschwertduell mit Darth Vader zählt ebenfalls zu den Höhepunkten der ersten Trilogie. Wie es sich für einen Mittelteil gehört, entlässt Regisseur Kershner das Publikum mit einem klassischen Cliffhanger aus den Kinosälen.

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Schauspielerisch hat sich nicht viel geändert. Das Trio Mark Hamill, Harrison Ford und Carrie Fisher dominiert weiterhin die Szenerie, während sich David Prowse als großer, eiskalter Gegenspieler Darth Vader etabliert. Billy Dee Williams kann als Han Solos linkischer Freund Lando Calrissian für neue Impulse sorgen. Dazu rückt Jedi-Meister Yoda in der Dagobah-Sequenz in den Brennpunkt. Der Regisseur und Schauspieler Franz Oz („Bowfingers große Nummer, „In And Out“, „Was ist mit Bob?“) lieh dem weisen alten Jedi die Stimme und den Charakter. George Lucas kämpfte vergeblich darum, dass Oz eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller erhielt, auch wenn diese berechtigt gewesen wäre. Die Academy lehnte wegen formaler Gründe ab. Oz verleiht dem Film Seele und macht Yoda zu einer faszinierenden Figur. Dass Harrison Ford „Das Imperium schlägt zurück“ in Karbonit eingefroren beenden muss, hatte übrigens auch ganz praktische Gründe. Während Hamill und Fisher schon für alle drei Teile unterschrieben hatten, stand Fords Zusage für „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ noch aus.

„Das Imperium schlägt zurück“ setzt den Mythos, den „Krieg der Sterne“ begründet hat, nicht nur fort, sondern baut diesen sogar aufgrund einer Qualitätssteigerung und Profilschärfung aus. Das düstere Sci-Fi-Abenteuer ist zweifelsohne ein Klassiker und zählt zu den beliebtesten Filmen, die je gedreht worden sind und ist dazu eine der besten Fortsetzungen der Filmgeschichte... denn die Macht war auch hier mit allen beteiligten Kreativen, die Teil eins noch getoppt haben.
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