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Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
5,0
Meisterwerk
Star Wars: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter
Von Carsten Baumgardt
Die Erwartungshaltung nach dem spektakulären „Krieg der Sterne“ und dem noch besseren „Das Imperium schlägt zurück“ war vor dem Schlussakkord der ersten „Star Wars“-Trilogie enorm hoch. Mastermind George Lucas trat die Regie wie schon beim Vorgänger ab und traf auch diesmal mit der Wahl von Richard Marquand eine richtige Entscheidung. Das Science-Fiction-Abenteuer „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ ist ein fulminanter, actiondominierter und würdiger Abschluss der Trilogie, der trotzdem nicht ganz an die Qualität von Teil eins und zwei heranreicht, was aber nicht verhindert, dass der Film als meisterhaftes Popcorn-Kino in die Annalen eingeht.

Luke Skywalkers (Mark Hamill) schmerzliche Niederlage im Kampf gegen seinen Erzfeind Darth Vader (David Prowse) hat nicht zu sehr an seinem Selbstbewusstein gerüttelt. Vielmehr beschäftigt ihn die Tatsache, dass der oberste Handlanger des Imperiums sein Vater ist und als einstmals mächtiger Jedi Anakin Skywalker den Verführungen der dunklen Seite der Macht nicht widerstehen konnte. Als Prinzessin Leia (Carrie Fisher) bei dem Versuch, Han Solo (Harrison Ford) aus den Fängen von Jabba The Hut zu befreien, ebenfalls gefangen genommen wird, eilt Luke zur Rettung. Nach der geglückten Befreiungsaktion folgt der junge Jedi dem Ruf seines Meisters Yoda (Frank Oz), seine Ausbildung zu beenden, um dem lukrativen Werben des Imperiums auch weiterhin gewappnet zu sein. Der Imperator (Ian McDiarmid) rüstet derweil mächtig auf und lässt einen zweiten Todesstern bauen, der noch größere Zerstörungskraft entwickeln soll, um die Rebellen endgültig zu vernichten.

Nachdem „Das Imperium schlägt zurück“ trotz einer weiteren qualitativen Steigerung nicht ganz an die sensationellen Einspielzahlen von „Krieg der Sterne“ herankommen konnte, legte „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gegenüber dem direkten Vorgänger sogar noch ein wenig zu. In den USA spielte Teil drei bei einem Budget von 32,5 Millionen Dollar inklusive der Special Edition 309 Millionen Dollar ein (weltweit: 573 Mio Dollar, Besucher Deutschland: 5,06 Mio). George Lucas’ Wahl des Regisseurs überrascht wie schon bei „Das Imperium schlägt zurück“. Der Waliser Richard Marquand (1987 verstorben) ließ eigentlich nur einmal, mit dem Spionage-Thriller „Die Nadel“, aufhorchen. Ansonsten findet sich in seiner Filmographie nichts Nennenswertes, das ihn nachvollziehbar ersichtlich qualifiziert hätte, die erste „Star Wars“-Trilogie zu beschließen. Ob es nun der allmächtige Lucas war, der im Hintergrund die Fäden in der Hand hielt oder das Können von Marquand, ist nicht zu beantworten. Fakt ist aber, dass „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ inszenatorisch keineswegs schlechter ist als seine Vorgänger. Mit stilsicherer Hand hat Marquand die Materie im Griff. Lucas ist wie bei Teil eins auch als Drehbuchautor vertreten - gemeinsam mit Lawrence Kasdan (Regie: „Dreamcatcher“, „Silverado“, „Der große Frust“, „Grand Canyon“), der mit dem 1978 verstorbenen Leigh Brackett das Skript zu „Das Imperium schlägt zurück“ schrieb.

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Teil eins und zwei unterscheiden sich im Grundton doch erheblich – das trifft auf Teil drei ebenso zu. Nach der forschen, ungestümen Naivität, die durch die Ernsthaftigkeit und Düsternis abgelöst wurde, ist „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wieder deutlich freundlicher im Ton – durch die Einführung der knuddeligen Ewoks sogar kindlicher, was in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ übrigens zum Overkill ausartete, den Film ruinierte und Millionen Fans vor den Kopf stieß. Bis auf den weltberühmten fanfarenartigen Erkennungsscore von John Williams hat „Episode I“ nichts von der Magie der Ur-Trilogie.

Die Actionszenen stehen bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ mehr denn je im Vordergrund. Alles rüstet sich zum ultimativen letzten Gefecht – der Entscheidung im Kampf zwischen Gut und Böse. Die Story streut sich an bis zu drei Fronten, an denen parallel gekämpft wird. Diese Handlungsstränge laufen gen Ende zusammen und der Zuschauer wird von einem überragenden Actionfeuerwerk gefesselt, das einige kleine Schwächen mühelos vergessen machen lässt. Der Sprung in der Weiterentwicklung der Special Effects, auch diesmal wieder Oscar-prämiert, ist im Vergleich nicht so groß wie zuvor. Im Gegenteil. Einige Effekte, vor allem bei den Verfolgungsjagden auf dem bewaldeten Mond Endor und bei der Befreiungsaktion auf Tatooine, wirken heute ein wenig antiquiert, waren damals allerdings state of the art.

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Das Schauspielerensemble ist in Teil drei nahezu identisch geblieben – mal davon abgesehen, dass Ian McDiarmid nun statt Clive Revill den Imperator mimt. Mark Hamill verkörpert Luke Skywalkers Reifeprozess bis zur großen finalen Konfrontation mit Darth Vader ebenso souverän wie zuvor. Das Lob gilt auch für Carrie Fisher und Fan-Liebling Harrison Ford, der nach seiner Befreiung aus Han Solos Karbonitkoma wieder voll mitmischen darf. Eine bewegende und berührende Szene hat auch das Darth-Vader-Trio. David Prowse steckte unter dem Kostüm, James Earl Jones lieh ihm (im Original) die Stimme und Sebastian Shaws Gesicht ist in der Schlussszene zu sehen, in welcher die Maske enthüllt wird. Der Artenreichtum ist im dritten Teil dagegen noch einmal erhöht worden. Einige neue Völker und Kreaturen bereichern die Szenerie. Die Ewoks erhielten sogar ein Spin-Off. Die für das US-Fernsehen produzierten „Die Ewoks - Karawane der Tapferen“ und „Kampf um Endor“ liefen 1985 bzw. 1986 in den deutschen Kinos, die TV-Serie (1985 bis 1987) flimmerte auch über hiesige Bildschirme.

„Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ beschließt die erste Trilogie des Weltraum-Märchens in aller Würde. Das Niveau konnte nahezu gehalten werden, minimale Abstriche schmälern den perfekten Eindruck des Gesamtwerks keineswegs. „Star Wars“ ist ein Klassiker, kult... und nicht zuletzt ein Stück moderne Popkultur. Die Magie, welche Episode IV, V und VI ausgestrahlt haben, ist von George Lucas bei seiner nachgeschobenen Trilogie (Episode I, II, III) nicht annähernd erreicht worden.
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