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Die Erbinnen
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Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 02.12.18
Regisseur Marcello Martinessi zeigt mit „Die Erbinnen“ sein Langfilmdebüt nach eigenem Drehbuch. Asunción, Paraguay: Für das Paar Chela (Ana Bruni) und Chiquita (Margarita Irún) sind die finanziell guten Zeiten gelaufen. Sie müssen ihr Hab und Gut verkaufen, um an Geld zu kommen. Als Chiquita wegen Betrugs in U-Haft genommen wird, hat die stille Künstlerin Chela nur die neue Haushälterin Pati (Nilda Gonzalez) an ihrer Seite und beginnt auf Initiative von Pituca (María Martins) einen Fahrdienst für betuchte Damen. So lernt Chela die jüngere Angy (Ana Ivanova) kennen. Anschaulicher könnte eine langjährige Beziehung nicht dargestellt werden. In sehr ruhiger Erzählweise und ohne Hollywood-Hochglanz bringt Martinessi seinem Publikum die beiden Protagonistinnen näher. In einer Partnerschaft ist es nichts Besonderes, dass Aufgaben fest verteilt sind und ein Partner dominanter ist. Der Regisseur beweist jedoch großes Fingerspitzengefühl: In Alltagssituationen, aber mit dem Hintergrund der oben beschriebenen Problematik stellt er das eingefahrene Miteinander der einst wohlhabenden Damen unter Begleitung südamerikanischer Klänge in einer tristen Atmosphäre dar, die keineswegs übertrieben erscheint. Es gelingt Martinessi darüber hinaus, in der Erzählzeit von wenigen Wochen die Charaktere stimmig zu halten. So lässt Chela bei Verkaufsgesprächen die Haushälterin agieren und übt die Faszination an Angy mit zaghafter Zurückhaltung aus, welche dennoch nicht unbemerkt bleibt, weder von der Bewunderten noch von den Kinogängern. Das ist zwar beeindruckend konsequent und wirkt gut angeleitet, aber nicht sonderlich spannend. Martinessi hat das erkannt und sorgt über Pituca mit ihrem bestimmten und insistierenden Auftreten für Unterhaltungswerte. Als Chela Opfer ihrer Zurückhaltung wird, beginnt das Kribbeln. Erst wenn etwas Geliebtes verschwindet, tritt das Verlangen in den Vordergrund. Der Film „Die unschuldigen Zauberer“ (1960 von Andrzej Wajda) spielt mit diesem Umstand - der lebendigeren männlichen Hauptfigur entsprechend - um einiges impulsiver. „Die Erbinnen“ ist sorgfältig inszeniertes Beobachtungskino ohne Drang nach Effekten.
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