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Snatch – Schweine und Diamanten
Durchschnitts-Wertung
4,2
1049 Wertungen - 35 Kritiken
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35 User-Kritiken

Christian Hoja (Cellurizon.de)
Christian Hoja (Cellurizon.de)

User folgen 18 Follower Lies die 267 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 27.01.10

David Fincher nach „Sieben“ (1995) und „Fight Club“ (1999), Quentin Tarantino nach „Reservoir Dogs“ (1992) und „Pulp Fiction“ (1994), James Cameron nach „Terminator 2“ (1991) und „Titanic“ (1997) – Filmemacher, die mit ihren Werken riesige Gefolgschaften, Kult und/oder kommerziellen Erfolg nach sich ziehen geraten unter einen ganz besonderen Druck. Nämlich etwas machen zu müssen, das der Verehrung gerecht wird und die Waage irgendwie im Gleichgewicht halten muss zwischen dem, was beliebt und bewährt ist und dem, was neu ist und irgendwie seine künstlerische Berechtigung findet. Fincher ging mit „The Game“ (1997), bzw. „Panic Room“ (2002) zwei schmaler skalierte Thriller-Glanzstücke an, Tarantino macht sowieso sein ganz eigenes Ding und huldigte Blaxploitation-Queen Pam Grier mit „Jackie Brown“ (1997), Cameron bombte zwischendurch „True Lies“ (1994) raus und ließ sich nach dem erfolgreichsten Film aller Zeiten, „Titanic“, schließlich zwölf Jahre Zeit, um mit dem 3D-SciFi-Knüller „Avatar“ im Jahr 2009 zurückzukehren, nur um gerade mal sechs Wochen später seinen eigenen Rekord zu knacken. Alles recht passable Wege, um auf den Druck der Erwartungen zu reagieren.
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Der Engländer Guy Ritchie ging es nach seinem kultigen Erstling „Bube, Dame, König, GrAs“ (1998) anders an. Mit einem selbstverständlichen Mehr an finanziellen Mitteln reicherte er seinen britischen (Almost-)Nobody Cast mit einigen Namen aus Hollywood an und machte sich an die Verfilmung seines Drehbuches zu „Snatch“, das dem Vorgänger nicht bloß in Grundzügen ähnelt, sondern aus den exakt selben Zutaten ein beinahe identisches Gericht zubereitet und nur ein paar Gewürze variiert. Aaaaber: was zum faden, geschmacksfreien Selbstzitat hätte werden können schmeckt auch beim zweiten Mal noch ausgezeichnet, da Ritchie ganz genau wusste, wo er zu verfeinern, wo abzumildern und wo zuzufügen hatte. So wurde aus Snatch nicht weniger, als eines der besten auf einen schon großartigen Vorläufer folgendes Werk, bei dem in Sachen Tempo, Figuren, Schauspiel und Balance zwischen Humor und Härte wirklich alles stimmt.
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Boxpromoter Turkish hat ein Problem: kurz vor einem großen Kampf, den der Gangsterboss Brick Top organisiert, lässt sich Turkishs Partner Tommy mächtig abzocken und ihr Kämpfer Gorgeous George wird von dem Gypsy One Punch Mickey in einem barenuckle fight auf die Bretter geschickt. Um nicht als Futter für Brick Tops Schweine zu enden schicken Turkish und Tommy Mickey in den Ring. Der hält sich allerdings an keine Absprache… Währenddessen erbeutet Franky Four Fingers einen enormen Diamanten. An dem ist ebenfalls der Russe Boris The Blade interessiert und engagiert ein paar Gelegenheitskriminelle, bei deren Versuch, Franky in eine Falle zu locken, jedoch einiges schiefgeht. Zudem macht sich der Juwelier Avi Denovitz von New York auf den Weg nach London und heuert den Auftragskiller Bullet Tooth Tony an, um ihm bei der Suche nach dem Klunker zu helfen. Schon bald kreuzen sich die Wege von Schweinen und Diamanten…
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Klingt kompliziert und ist mit einem prinzipiellen Defizit an Durchblick auch fraglos kaum kopfschmerzfrei konsumierbar; damit aber nicht ausschließlich ein Publikum mit der Kombinationsgabe eines Meisterdetektives wie Sherlock Holmes seinem Buch folgen kann setzt Guy Ritchie voll auf seine schreiberischen und visuellen Fähigkeiten und eine Unzahl unwiderstehlicher Einfälle. Über ein Dutzend Londoner Unterweltler lässt Ritchie ihrem illegalen bis mörderischen Alltag nachgehen und pellt dabei ein Original nach dem anderen aus dem Ei. Standen bei „Bube, Dame, König, GrAs“ ausgerechnet die vier Hauptcharaktere etwas im Schatten der abgedrehten Nebenfiguren, könnte bei „Snatch“ jeder der Handlungsstränge samt jeweiliger Teilnehmer locker einen eigenen Film stemmen. Kern der Story sind der knochentrockene Turkish mit seinem übereifrig-paddeligen Kompagnon Tommy, die es mit dem fiesen Brick Top zu tun kriegen. Turkishs lakonischer Off-Kommentar stellt einige der Charaktere vor, die in einer virtuos geschnittenen Sequenz mitsamt Namenseinblendung mit kurzen Ausschnitten aus ihrem Tagewerk eingeführt werden. Ritchie beweist einmal mehr sein Talent im Schaffen von Wiedererkennungswert, ebenso wie bei seinem Erstling gelingt es ihm, seine Figuren derart klar umrissen auszustanzen, dass einem auch nach längerer Abwesenheit niemand aus dem Gedächtnis fällt.
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Am besten gelingt ihm dies mit einem wahren Geniestreich von einem Charakter. Turkish plant die Anschaffung eines neuen Wohnmobils und schickt Tommy zwecks Kauf in ein Zigeunerlager. Hinter einem Auto taucht der nuschelnde Gypsy Mickey auf und tritt mit seinem hibbeligen Gezappel und nahezu unverständlichem Kauderwelsch den Beweis an, dass sich die Filmpreisverleiher dieser Welt manchmal einmal zu oft irren. Neben der Nominierung für den Saturn Award nahm anscheinend niemand Notiz von der genialen Leistung, die Brad Pitt in diese geniale Figur investiert. Abgesehen davon, dass man den Megastar nie in einer witzigeren Rolle gesehen hat, steckt Pitt das sprichwörtliche Herzblut in eine ungeschminkt-dreckig-charmante Perfomance, die eigentlich so viele Supporting Actor-Preise wert gewesen wäre, wie überhaupt nur zu vergeben sind.
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Wo neben einer so übermächtigen Figur eigentlich alles andere verblassen müsste, was der Episodenstruktur natürlich in den Rücken fallen würde, schafft Ritchie die nötige Gleichberechtigung über die völlige Überzeichnung der Ereignisse, wobei sein Bravourstück darin besteht, einzelne haarsträubend verrückte Szenen im Sinne des Ganzen dennoch immer im Rahmen eines gewissen Grenzbereichs zu behalten. Diesen überschreitet Ritchie nicht einmal in irgendeine der sich reichhaltig anbietenden falschen Richtungen. „Bube, Dame, König, GrAs“ ging deshalb voll auf, weil er innerhalb des gezeichneten Milieus voll glaubhaft blieb und dies, nur einen Absatz höher angesetzt, gelingt auch bei „Snatch“. Ritchie lässt einen allumfassend in eine Welt eintauchen, in der Typen wie Boris The Blade oder Doug The Head absolut selbstverständlich existieren können, ohne dass man sich einmal dem Gefühl ausgesetzt sieht, hier eine konstruierte Schrägheit oder Absurdität vorgesetzt zu bekommen. Ritchie lässt jeder einzelnen seiner Figuren nur so viel Freilauf, wie er ihr bis kurz vor den Absturz ins Karikaturistische lassen kann. Was allerdings immer noch eine ganze Menge ist.
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Die Schauspieler nehmen diese kontrollierte Entfesselung mit sichtlichem Vergnügen entgegen. Dabei muss (und dürfte!) sich gar nicht jeder in vollkommener Extrovertiertheit austoben, mit der Pitt und Alan Fords als Brick Top auflaufen. Jason Statham macht mit seinen pragmatisch-abfälligen Kommentaren Richtung ‚Tommy‘ Stephen Graham ebensoviel Laune, genau wie die wunderbaren Lennie James, Dayo Ade und Robbie Gee als trotteliges Räubertrio. Rade Serbedzija als unverwüstlicher Boris The Blade, Dennis Farina als magengeschwüranfälliger Cousin Avi, Benicio Del Toro als spielsüchtiger Franky Four Fingers und Vinnie Jones als coolste aller Säue Bullet Tooth Tony obendrauf.
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Im letzten Drittel nimmt die Story einige düstere Wendungen und auch der Gewalt- und Blutgehalt schwillt merklich an, dennoch (oder deshalb) ist der Film mit das unterhaltsamste, was man im Genre schwarzer Gangster-Komödien geboten bekommt. Eine Vorliebe für einen solchen Humor vorausgesetzt reiht sich hier ein Kalenderspruch an den nächsten (»You should never underestimate the predictability of stupidity«, »Save your breath for cooling your porridge«, »I'm gettin' heartburn. Tony, do something terrible«,…), wie in seinem Erstling geht Guy Ritchies mal wild treibende, mal zurückgelehnt smoothende Bildsprache während jeden Millimeters benutzen Zelluloids perfekt auf. Die Bilder, die Sprüche, die Schauspieler – „Snatch“ ist mit einmaligem Ansehen längst nicht genüge getan.
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komplette Review siehe: http://christiansfoyer.wordpress.com/2010/01/27/classic-snatch/

BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

User folgen 13 Follower Lies die 3 964 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 11.09.17

Mit dem Stempel „Kultfilm“ werden so viele Filme sehr schnell und geradezu automatisch versehen – dies ist aber mal einer der Fälle wo ichs protestlos hinnehme und sogar gut finde. Wobei der Film für Regisseur Guy Ritchie sicherlich fast schon ein Fluch ist: die Nummer ist nämlich so grandios gelungen dass seitdem jeder seiner neuen Filme hieran gemessen wird. Auch absolut Zeitlos: Brad Pitt in einer total „glanzlosen“ Rolle die sich aber doch als heimlicher Star entpuppt, nämlich ein herrlich hinterfotziger Ganove mit geprügelter Schnauze der kaum ein Wort klar ausgesprochen bekommt. Das bekommt der Zuschauer ebenso wenig wenn er es schaffen sollte den Film überhaupt zu raffen: wenn man das tut erkennt man erst was man für ein genial gesponnenes Filmchen man zu sehen bekommt in dem fette Action zwar fehlt, aber dafür ein Star nach dem anderen aufläuft und eine kultige Szene nach der anderen abliefert. Empfehlen braucht man diesen Film eigentlich nicht weil ihn nahezu jeder kennt – und wers nicht tut hat schleunigst was nachzuhonen! Fazit: Genialer Gansterstreich voller Stars, Witz und irrer Wendungen – allerdings mu man wachsam bleiben wie ein Lux!

schonwer
schonwer

User folgen 6 Follower Lies die 667 Kritiken

3,5gut
Veröffentlicht am 12.06.16

Snatch hat wie schon bei Bube Dame König grAs einen ziemlich speziellen Stil, der nicht unbedingt jedem gefällt. Doch dieser bietet gute Dialoge und viele teils abgef*ckte Ideen und macht auch Spaß. Das Problem ist, es gibt zu viele Figuren, es wird leicht unübersichtlich und der Stil ist einfach speziell.

Marc-aus-Aachen
Marc-aus-Aachen

User folgen 3 Follower Lies die 158 Kritiken

4,0stark
Veröffentlicht am 06.10.15

Irrwitzige, durchgeknallte Gangsterkomödie. Brad Pitt war nie lustiger.

Jason Bourne
Jason Bourne

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2,0lau
Veröffentlicht am 27.05.15

Eine im B-Movie-Stil gehaltene Gangsterkomödie, die Figuren und Handlung betont ins Groteske schiebt, dabei aber kaum interessante Charaktere entwirft, sondern mittels immer plumperer Gags und müder, aber gewalttätiger Action Pointen zu inszenieren versucht. Die mangelnde, filmische Kraft ebenso wie das ungeordnete, zusammenhangslose Drehbuch ersticken dabei mögliche Ansätze im Keim.

Gina Dieu Armstark
Gina Dieu Armstark

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4,0stark
Veröffentlicht am 12.02.14

"Was weis ich über Diamanten?" Naja, die sind schön, sie glänzen ... arme Männer, Frauen und Kinder graben für einen Hungerlohn danach. Das Diamantengeschäft ist hart, kalt und blutig aber was verdammt nochmal weis ich überhaupt wirklich von Diamanten? Zum einen sollte man lieber keine Geschäfte mit schmierigen Typen über illegale Boxkämpfe machen, sich mit Zigeunern einlassen und die Russen verarschen. Warum man es doch tut? Weil es verdammt viel Laune macht! Ich meine, hört euch geniale Musik an, trefft drei dämliche Banditen in einem Auto, zusammen mit einem Hund. Schaut nem Zigeuner beim fighten a la FIGHT CLUB zu und erlebt einen hammermäßigen jiddischen Diamantenraub. Glaubt nicht dass das möglich ist? Dann folgt mir, ich bringe euch mitten rein. Alles fing damit an, dass ich einen Wohnwagen brauchte und ich sage euch noch etwas: vergesst Tiffany, vergesst Cartier und den anderen Schnickschnack! "Snatch", das ist ein wahrer Diamant, um den sich der ganze Ärger auch wirklich lohnt!

Gringo93
Gringo93

User folgen 9 Follower Lies die 428 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 08.01.14

Fazit: Nach "Bube, Dame, König, Grass" der zweite Film von Guy Ritchie. Und erneut landet er einen Volltreffer. Verzweigtes Drehbuch, skurille Figuren, coole Handlungen, viel Witz, super Schauspieler und eine nette Grundstimmung.

ToM69
ToM69

User folgen Lies die 2 Kritiken

2,5durchschnittlich
Veröffentlicht am 29.12.13

Toll besetzt, vollkommen überbewertet. Ansatzweise ein Feuerwerk, aber das verpuffte dann auch gleich wieder. Für das Produktionsjahr sicherlich ein Schmankerl, aber Ende 2013 sollte das niemanden mehr locken.

gunner23
gunner23

User folgen 1 Follower Lies die 106 Kritiken

4,0stark
Veröffentlicht am 19.11.13

Tolle Charaktere. Drama, Action, Komik und eine Guy Richie- typische Chronik machen den Film zum "must watch".

Pato18
Pato18

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3,0solide
Veröffentlicht am 18.04.13

"Snatch-Schweine und Diamanten" war ein ganz guter film,aber naja die erzählweise war mir doch zu rasant,sodass die sehr gute story mich nicht richtig gepackt hat. ansonsten war er mit dieser besetzung natürlich ganz gut anzuschauen!

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