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    Berlin Alexanderplatz
    Durchschnitts-Wertung
    3,4
    12 Wertungen - 3 Kritiken
    Verteilung von 3 Kritiken per note
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    3 User-Kritiken

    beco
    beco

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    5,0
    Veröffentlicht am 21. Juli 2020
    Was für ein intensiver Film! Was für Darsteller! Was für Bilder! Und was für eine Idee des Regisseurs, den Roman als Vorlage dafür zu nehmen. Meines Wissens wollte Quobani ein anti- rassistischen Film drehen, hatte aber Bedenken, dass er zu wenig Aufmerksamkeit bekommt... Die Idee führt zu einer außergewöhnlichen Adaption des Romans, die Charakere überzeugen im heutigen Berlin, alles ist stimmig, alles ist glaubwürdig und dann..... Albrecht Schuch, was für Schauspiel!! Herausragend
    niman7
    niman7

    User folgen 258 Follower Lies die 613 Kritiken

    2,5
    Veröffentlicht am 5. August 2020
    Mit "Berlin Alexanderplatz" überträgt der Regisseur Burhan Qurbani die Geschichte aus den 1920er Jahren in die heutige Zeit. Flüchtlingsheim in Berlin: der Afrikaner Francis (Welket Bungue) hat es gerade noch so über das Meer nach Europa geschafft. Bei seiner Ankunft schwört er ein guter Mensch zu werden und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Doch da tritt der charismatische Reinhold (Albrecht Schuch) auf dem Plan. Er verspricht den Flüchtlingen "mehr als ein Dach über den Kopf und ein Butterbrot". Dafür müssen sie nur Teil seines Drogengeschäfts werden...Drogenboss Pums (Joachim Kröl) wird auf das "Talent" Francis aufmerksam und es droht ein Bruch mit ihm und seinen Mentor Reinhold... Qurbanis Film geht sage und schreibe 3 Stunden und 10 Minuten. Seine Geschichte ist in 4 Teilen unterteilt und erinnert sehr stark an einen Terrence Malick Film. Aus dem Hintergrund kommentiert eine Stimme (die später im Laufe des Films ein Gesicht bekommt) mit philosophischen Phrasen die Handlung. Ein Film, der nicht nur wichtig daherkommen möchte, sondern auch eine Botschaft übermitteln möchte. Gegen Rassismus? Ein neues und besseres Leben ermöglichen? Viele Fragen, die sehr schwer zu beantworten sind. Qurbani versucht zwar hier und da Antworten auf diese Fragen zu liefern, hauptsächlich weicht er diesen jedoch aus. Anstatt auf viel wichtigere Themen einzugehen, verlegt er seinen Fokus auf unnötige Sexszenen, weitere Parties und einen möchtegern pseudo Bösewicht, der in seiner Aussprache nur sehr schwer zu verstehen ist. Warum hat Francis seine Heimat überhaupt verlassen? Wie genau stellt er sich sein Leben in Deutschland überhaupt vor? Immer wieder Franci´s dunkle Vergangenheit bildlich thematisiert- was jedoch genau passiert ist, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel. Interessant ist auch, dass Francis sein Versprechen sehr schnell abschwört, aber seine Beweggründe kaum thematisiert werden. Im späteren Verlauf schwingt Francis eine große Rede vor Neuankömmlingen. Dass er ohne nichts nach Europa kam und jetzt mit einem Batzen Geld durch die Gegend läuft. Gewissensbisse? Null. Auch hier verpasst Qurbani die Gelegenheit die Chancen auf den Arbeitsmarkt für Flüchtlinge zu beleuchten. Ist der "falsche Weg" die einzige Möglichkeit für Flüchtlinge um an ein vernünftiges Leben zu kommen? Der Zuschauer wird stattdessen nur schnell mit 1-2 Sätzen abgespeist. Bemerkenswert hier ist jedoch die Darstellung von Welket Bungue. Insbesondere in den Anfangsszenen und natürlich im 4. Akt weiß er zu überzeugen. Ebenfalls bemerkenswert ist die Darstellung von Albrecht Schuch. Sein Reinhold ist nicht nur eine eindeutige Anlehnung an den Joker, er nennt sich in einer Szene auch so. Zwar spielt er groß auf und ist zu seiner Rolle aus "System Sprenger" nicht wieder zuerkennen, jedoch übertreibt er es für meinen Geschmack zu sehr. In manchen Szenen war er akustisch nur schwer zu verstehen, sein krummer Buckel ist zu "gewollt böse". Ein unbeschriebenes Blatt, welches von allen Seiten als das pure Böse dargestellt wird. Auch hier wäre mehr Hintergrund wünschenswert gewesen. Interessent ist jedoch seine Wandlung von Witzfigur (helle Stimme), die laut Pubs keiner ernst nimmt- hin zum unberechenbaren Psycho. Der Rest der Darsteller ist nicht der Rede wert. Die Stadt als solches wird sehr sündhaft dargestellt. Ein unschöner Ort, in dem laut Francis kaum die Sonne scheint. Eine Stadt in der "das neue Deutschland" ausgerufen wird. Besteht es aber nur aus Drogen-/ und Partyexzessen? Aus Transen? Aus Alkohol und Drogen? Aus Wohnungen die ich persönlich niemals beziehen würde? Im großen und ganzen sehr düster und schmutzig. Will Qurbani damit Asylanten abschrecken? Will er damit sagen, dass Deutschland gar nicht so toll ist? Auch wenn der Film einige recht interessante Aufnahmen bietet, wird mit dem düsteren Ton doch übertrieben. Zu häufig spielt sich die krachende Musik in den Hintergrund. Zu häufig werden Szenen aus bekannten Filmen 1:1 zu kopiert. Refn´s Meisterwerk "Drive" von 2011 lässt wirklich an einigen Stellen grüßen. FAZIT: Qurbanis Version von "Berlin Alexanderplatz" hätte ein wirklich herausragender Film werden können. Stattdessen haben wir einen sehr langatmigen Film erhalten- der es mit den melancholischen Bildern und Ton maßlos übertreibt. Viel schlimmer jedoch ist die Tatsache, dass Qurbani es oft versäumt. dem Film die nötige Tiefe zu verleihen. Oft versäumt er, den Film thematisch in die richtige Richtung zu lenken. Qurbani will ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Ein Leben eines Flüchtlings zeichnen. Stattdessen zieht sich sein Film mit einigen extrem unnötigen Nebengeschichten (z.B. der Hintergrund von Mieze) und nebenbei zeichnet er ein recht hässliches Bild der Gesellschaft und der Stadt Berlin.
    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 122 Follower Lies die 437 Kritiken

    4,5
    Veröffentlicht am 13. August 2020
    Burhan Qurbani hat Alfred Döblins berühmtes Buch von 1929 verfilmt. Die Handlung wurde in das heutige Berlin gelegt. Francis (Welket Bungué) überlebt die Flucht vom afrikanischen Kontinent nur knapp und schwört, ein guter Mensch zu werden. Der Untergrund der deutschen Hauptstadt ist jedoch verführerisch. Reinhold (Albrecht Schuch) und Gangsterboss Pums (Joachim Król) ziehen ihn in die Tiefen der Illegalität. Francis verliebt sich in die Prostituierte Mieze (Jella Haase). Kann sie ihn retten? Kaum zu glauben, „Berlin Alexanderplatz“ funktioniert. Es gibt Vorbehalte: Kann man den preisgekrönten TV-14-Teiler (inklusive Epilog) von Rainer Werner Fassbinder (1980) bzw. eine Verfilmung von Döblins detailreichen Roman auf 183 Minuten reduzieren? Man kann. Konnte man schon 1931 in 88 Minuten (von Piel Jutzi), allerdings nicht gut genug für die Kritiker. Regisseur Qurbani erzählt seine Geschichte in der für diese Länge passenden Breite. Kaum eine Situation fühlt sich zu kurz oder zu lang an. Als Francis ein Familienleben zu führen versucht, während er wieder der Verlockung Reinholds erliegt, kommt die Betrachtung der schwangeren Mieze etwas zu kurz. Unterm Strich läuft „Berlin Alexanderplatz“ mit einem sehr ausgewogenen Erzählrhythmus. Reinhold ist zu Beginn unglaubwürdig freakig dargestellt. Qurbani vermag es jedoch, das noch verborgene Teuflische dieser Figur immer weiter herauszuarbeiten. Der brillant aufspielende Albrecht Schuch („Systemsprenger“) ist erste Wahl. Eva (Annabelle Mandeng) und Mieze versuchen das Tauziehen um Francis zu gewinnen. Es ist nicht nur der geschmeidige Lauf, mit dem „Berlin Alexanderplatz“ aufwartet wie überzeugt. Die Spannungsschraube im Kampf gegen den Seelenfänger dreht der Regisseur mit einem meisterlichen Gefühl konsequent nach oben. Szene um Szene des Konflikts der Beteiligten wird zur besten dramatischen Kinounterhaltung. Nur wenigen Filmemachern gelingt ein derart stimmig vorgetragener Film auf gute drei Stunden Spielzeit. Auch die visuelle Darstellung mit dem Mix aus Realismus, Neon und minutiös ausgesuchten Kameraperspektiven trägt die düstere Atmosphäre bis zum letzten Moment, bis zum Alexanderplatz. Burhan Qurbani muss sich mit seinem überragenden Film vor keiner Konkurrenz verstecken.
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