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    Dangerous Lies
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Dangerous Lies

    "Riverdale"-Star Camila Mendes wird voll verschenkt

    Von Asokan Nirmalarajah
    Camila Mendes zählt zu den aufregendsten Stars, die der Serienhit „Riverdale“ hervorgebracht hat. In der kultigen Teen-Mystery-Serie, die in Deutschland exklusiv bei Netflix gezeigt wird, spielt die 25-jährige US-Amerikanerin mit brasilianischen Wurzeln die kesse New Yorkerin Veronica Lodge. Als selbstbewusster, spitzzüngiger Neuzugang an der Riverdale High School lässt sie seit der allerersten Folge sämtliche ihrer Mitstreiter alt aussehen. Umso erstaunlicher, dass die Filmrollen des Serien-Shooting-Stars bisher eher langweilig ausgefallen sind.

    Bisher gab es da nur ein paar erste Gehversuch in ein paar Filmen, von denen kaum jemand etwas gehört hat, sowie eine größere Nebenrolle als Objekt der Begierde in der Netflix-Komödie „The Perfect Date“. Nun verkörpert Mendes ihre bislang mit Abstand größte Filmhauptrolle in Michael C. Scotts „Dangerous Lies“. Der von Netflix produzierte Mystery-Thriller sieht aber nicht nur aus wie ein konventioneller, anspruchsloser Fernsehfilm der Woche, bei dem kundige Zuschauer jede „überraschende“ Wendung schon weit im Voraus erahnen können. Das ist er auch. Aber was ohnehin viel schlimmer ist: So bieder hat man Camila Mendes sonst noch nie gesehen.

    Zunächst fühlen sich Kate und Adam in ihrem neuen Zuhause pudelwohl ...


    Kate (Camila Mendes) und ihr Ehemann Adam (Jessie T. Usher), die in einfachen Verhältnissen in Chicago leben, haben Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Nach einem Zwischenfall, der sie ihren Job als Kellnerin in einem Diner kostet, bewirbt sich Kate für eine Anstellung als Pflegerin bei dem reichen Senioren Leonard (Elliott Gould). Der alte Mann freut sich, durch die Anwesenheit der jungen Frau endlich weniger einsam in seinem riesigen Haus zu sein. Schließlich beginnt auch Adam, bei Leonard zu arbeiten und die körperlich anspruchsvolleren Jobs auf dem großen Anwesen zu erledigen.

    Aber das alles endet abrupt, als Kate ihren Chef eines Tages leblos auffindet. Durch den plötzlichen Tod verlieren Kate und Adam ihre Jobs, zugleich wird Kate aber auch unerwartet als Alleinerbin enthüllt. Das Leben des Paares, das in Leonards Haus umzieht, verändert sich von einen Tag auf den anderen schlagartig. Aber eine geheimnisvolle Kiste voller Geld, Adams merkwürdiges Verhalten und einige zwielichtige Bekannte von Leonard machen die neureiche Kate zunehmend paranoid…

    Ein perfekter Film (für Sat.1-Fans)


    „Dangerous Lies“ klingt nicht nur nach dem Titel eines austauschbaren Suspense-Romans. Der Netflix-Film ist vielmehr ganz bewusst gemacht für Freunde melodramatischer Crime-Thriller, in denen unschuldige, naive Menschen in einen Sumpf aus Mord, Wohlstand und Verrat gezogen werden. Dabei wird mit den Konventionen und Motiven solcher Stoffe nicht clever gespielt (wie zuletzt etwa in „Knives Out“), stattdessen werden die typischen Versatzstücke einfach nur geradeheraus und schnörkellos abgespult.

    Regisseur Michael M. Scott geht bei seiner Netflix-Produktion ganz einfach mit derselben nüchternen Effizienz ans Werk wie bei seinen zahllosen anderen Fernsehfilmen. Als offenbar anspruchsloser Auftragsregisseur wundert es nicht, dass die meisten seiner bisherigen Regiearbeiten zwischen kitschigen Weihnachtsfilmen und generischen Frauen-in-Gefahr-Thrillern pendeln. „Dangerous Lies“ passt da perfekt in dieses Oeuvre und sticht nur durch die leicht aufwendigere Produktion aus seinen bisherigen Werken heraus – und eben durch die namhaftere Besetzung mit Camila Mendes, „Independence Day: Wiederkehr“-Star Jessie T. Usher sowie „M*A*S*H“-Ikone Elliott Gould.

    ... aber dann geschehen immer mehr Dinge, die Kate zunehmend in Richtung Paranoia treibt.


    Leider sind es aber ausgerechnet die Darsteller, die bei „Dangerous Lies“ besonders langweilen. Während Michael M. Scott die generische Geschichte zumindest angenehm temporeich vorantreibt, sind die Figuren so fade gestaltet, dass die Schauspieler merkliche Probleme haben, ihr übliches Charisma auszuspielen. Während der altehrwürdige Elliott Gould ohnehin nur einen kurzen Auftritt hat, bereitet es dem talentierten Jessie T. Usher große Mühe, die angepeilte Doppelbödigkeit seiner Figur herauszuarbeiten. In einer Rolle, in der sie selten eine aktive und meist nur eine reaktive Funktion hat, versauert Camila Mendes unterdessen als genretypisches Klischee einer Frau-in-Not völlig.

    Mehr Spaß macht da schon die etwas in Vergessenheit geratene „Sucker Punch“-Darstellerin Jamie Chung als mysteriöse Anwältin und Testamentsverwalterin. Trotzdem ist die nicht so recht engagiert wirkende Besetzung natürlich ein Problem für einen Film, der zum großen Teil nur aus Dialogszenen zwischen zwei Figuren besteht. Immerhin findet Kameramann Ronald Paul Richard in manch einer Konfrontation genug Winkel in Leonards Haus, um die bedrohliche Grundstimmung des Films aufrechtzuerhalten – unterstützt von der subtilen Suspense-Musik von Komponist James Jayndrisch. Aber auch diese Qualitäten helfen nicht über die absurden Logikfehler im weiteren Verlauf hinweg.

    Fazit: „Dangerous Lies“ ist nicht langweilig, aber eben auch nicht inspiriert und kommt zudem über die gängigen Konventionen eines TV-Thrillers nicht hinaus. Da sich Netflix mit dem Film natürlich schon auch besonders an „Riverdale“-Fans wendet, ist das schon ein bisschen schaden, denn Camila Mendes zeigt ihr längst nicht den Charme und Sexappeal, der ihr als Veronica Lodge den Durchbruch verschafft hat. Zumindest für einen Sonntagnachmittag auf der Couch ist der anspruchslose Mystery-Film von Michael M. Scott aber passend leichte Unterhaltung.

     

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