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    Traffic - Die Macht des Kartells
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    5,0
    Meisterwerk
    Traffic - Die Macht des Kartells
    Von Carsten Baumgardt
    Steven Soderberghs atemberaubendes Drama „Traffic“ beleuchtet die Drogen-Thematik anhand von drei parallel verlaufenden Handlungssträngen, die alle eine andere Sichtweise ermöglichen.

    An der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze zwischen San Diego und Tijuana tobt der Drogenkrieg. Der mexikanische Polizist Javier Rodriguez (Benicio Del Toro) kämpft für seine Ideale, der Bevölkerung ein bisschen Hoffnung zu geben. Doch er gerät zwischen alle Fronten aus verfeindeten Drogenkartellen, korrupten Polizisten und amerikanischen Geheimdiensten. High-Society-Frau Helena Ayala (Catherine Zeta-Jones) erwacht aus ihrer heilen Welt, als ihr Mann Carlos (Steven Bauer) in ihrem Haus in San Diego von der DEA verhaftet wird. Sein immenser Reichtum stammt ausschließlich aus groß angelegtem Drogenhandel. Sie versucht, einen Killer auf den Hauptbelastungszeugen Eduardo Ruiz (Miguel Ferrer) anzusetzen, der ihren Mann verpfiffen hat, nachdem er von den US-Drogencops Montel Gordon (Don Cheadle) und Ray Castro (Luiz Guzman) hochgenommen wurde. Der konservative Richter Robert Wakefield (Michael Douglas) hat ganz andere Probleme. Er soll in Washington zum obersten Drogenjäger der USA werden, merkt aber zu spät, dass seine 16-jährige Tochter Caroline (Erika Christensen) schon abhängig ist...

    Basierend auf der britischen Miniserie „Traffik“, die Ende der 80er Jahre im englischen Fernsehen lief, komprimierte Autor Steve Gaghan (oscarprämiert) das Geschehen auf drei parallel verlaufende Geschichten, die aber im Laufe der Zeit nicht wirklich zusammenführen. Optisch trennt Soderbergh, der auch die wackelige Handkamera führte, die Handlungsorte durch extreme Farbfilter. Die mexikanischen Szenen sind in schmutzigem, fast farblosem Gelb, die Washington-Szenen in eiskaltem Blau - wie in Michael Manns Filmen („Man Hunter“, „Heat“, „The Insider“) zu sehen - und nur die Szenen rund die Drogenfamilie Ayala in San Diego in Echtfarben gedreht. Vor allem eines zeichnet das Drogen-Mosaik „Traffic“ aus: Authentizität. Nicht zuletzt aufgrund des Drehbuches von Steve Gaghan, der eine Drogenkarriere eingestand.

    In „Traffic“ gibt es nicht einen Helden, nur wenige Sympathieträger - und das sind allenfalls Anti-Helden mit Don Cheadle und Benicio Del Toro (zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet). Von den unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, analysiert „Traffic“ die momentane Situation im Kampf gegen die Drogen, zeigt alle Seiten auf – Täter, Opfer und Jäger. Zeigt menschliche Tragödien, allerdings ohne Lösungen anzubieten. Er präsentiert nur eine Gewissheit: Gewinnen kann die US-Regierung den Kampf nicht. Soderbergh setzt in seinem Drama vordergründig auf eine überbordende Bildsprache und einen innovativen Schnitt, weniger auf messerscharfe Dialogduelle. Getragen wird diese Vorgehensweise vom superben Ensemble, das nuancenreich agiert. Es wäre unfair, jemanden herauszuheben, aber einen besonders starken Eindruck hinterlassen die beiden Drogencops Del Toro und Cheadle sowie die junge Erika Christensen als gefallener Engel aus guten Hause. Aber auch das Ehepaar Douglas/Zeta-Jones spielt hevorragend. Wenn überhaupt, ist Soderbergh nur eines vorzuwerfen: Die zweieinhalb Stunden hätten ein wenig Straffung durchaus vertragen und dem Film noch mehr Drive verliehen.
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