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    Freies Land
    Durchschnitts-Wertung
    3,1
    21 Wertungen - 7 Kritiken
    Verteilung von 7 Kritiken per note
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    7 User-Kritiken

    ToKn
    ToKn

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    2,5
    Veröffentlicht am 23. November 2020
    Gesundes Mittelmaß, für mich allerdings fast ein wenig zu langatmig, hätte mittendrin beinahe den Faden verloren. Kameraführung und Szenenbild sind allerdings der Hammer, gedreht wurde fast ausschließlich in der Ukraine. Soundtrack für mich, absolut passend, untermalt eindrucksvoll die düster depressive Grundstimmung des Films. "Freies Land" ist vielleicht nicht ganz so gut wie "Steig nicht aus" und "Abgeschnitten", aber Christian Alvart in Personal-Union bleibt für mich ein solider Filmhandwerker. Nachtrag zum schmunzeln: Trabant Kombi als Polizeifahrzeug? :-) Nu is aber gut.
    Kinobengel
    Kinobengel

    User folgen 164 Follower Lies die 440 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 23. Januar 2020
    Christian Alvart ist mit „Freies Land“ im Kino. Mecklenburg-Vorpommern 1992: Zwei Schwestern werden vermisst. Erste Hinweise deuten auf ein Gewaltverbrechen. Die Kommissare Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) ermitteln. Sehr bald stoßen sie auf Widerstand. Selten genug trifft der Kinogänger auf einen ansehnlichen Genre-Film made in Germany. Fehlgriffe wie „Stereo“ (2014 von Maximilian Erlenwein) oder „Tschiller: Off Duty“ (2016 von Christian Alvart) lehren den Zuschauer, eher auf US-Produktionen zurückzugreifen oder etwas aus dem hohen Norden zu versuchen. Weil – wie vorgenannt – Alvart bereits am Ziel vorbeigeschossen ist, muss das nicht so bleiben. Der erfahrene Regisseur schickt sein Publikum in ein wenig farbgesättigtes Ostdeutschland. Schnee, Schlamm, Dreck, Wasser, immer wieder viel Land, vernachlässigte Güter, oft aus der Drohnenperspektive, für Großstädter unheimlich, obendrein unheimlich schön. Dazu Musik aus der Dose neben einem brummigen Score, der zunächst unfreiwillig komisch klungt, später aber die Tristess untermauert . Das erzeugt eine Atmosphäre, die vermittelt, dass junge Leute von dort weg wollen, aber die Möglichkeiten verkennen oder schlicht weg nicht haben. Zigaretten, Alkohol, zerfurchte Gesichter (stark gecastet), dazwischen die verbliebenen Menschen voller Hoffnung und krimineller Energie, Leichen, die hiesigen Gesetzeshüter, ein drängelnder wie übervorsichtiger Polizeidirektor. Die Integrität jeder Figur lässt sich mal mehr, mal weniger bezweifeln. Alvarts Konstrukt ist Genre-stimmig. Dazu kommen kinofähige, einfallsreiche Bilder des Regisseurs, der selbst als Kameramann fungiert. „Freies Land“ ist ganz weit weg vom niederen TV-Niveau. Der Plot, aus einem spanischen Krimi nach Ostdeutschland transferiert, lässt die beiden sehr unterschiedlichen Kommissare Ablehnung spüren. Sogar untereinander wird es kribbelig. Überdeutlich sind die verschiedenen Ermittlungsansätze zu erkennen. Vor allem der Ex-Stasi-Mann Bach mag die harte Tour von damals. Kollege Zufall hilft nur unaufdringlich. Der warum auch immer stets greifbare Wilderer Richy (Ben Hartmann) ist zu dick aufgetragen. Nicht jede Situation wirkt konsequent, doch das schmälert den Kinogenuss nur wenig. Die diffuse Situation klärt sich nur allmählich, heiße Spuren und Sackgassen tauschen unter geschicktem Timing mehrmals die Spur zum Ziel. Es bleibt spannend, bis das für die Aufklärung des Falls erfolgreiche wie ernüchternde Ende der Geschichte erreicht ist. Mit „Freies Land“ ist Christian Alvart ein packender, stilistisch hochgradiger Thriller gelungen.
    Michael S.
    Michael S.

    User folgen 100 Follower Lies die 392 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 26. Juli 2020
    Ein Film, wie er nie fürs Erste oder die dritten Programme produziert würde: zu dreckig, brutal und die politisch umkämpfte Wendezeit nur als Aufhänger, plus einige Klischees über Stasi und schräges Landvolk. Für Privatsender-Genre-Verschnitt ist das Ergebnis dann aber doch wieder zu gut und letztendlich im Kino wirklich am besten aufgehoben. Die endlosen Weiten von Meck-Pomm und Brandenburg als Analogie zum Wilden Westen, Colt und Fäuste sitzen zumindest bei Kommissar Bach, dessen Aufmachung die Stasi-Vergangenheit schon auf dem Filmplakat herausschreit, auch ziemlich locker. Zudem herrscht gerade für Industrielle aus der Alt-BRD dank billiger Lohnarbeit wahrhafte Goldgräberstimmung, während die Eingeborenen sich wie einst die Indianer auf halblegale Weise ernähren müssen oder als Opfer von schonungsloser Ausbeutung nichts tun können, als ihre Wut herauszuschreien. Kein schlechter Hintergrund für ein Verbrechen, dessen Grundidee die Drehbuchautoren Alvart und Kamml vom spanischen Thriller "Mörderland" borgten. Und es funktioniert erstaunlich gut. Die beiden gegensätzlichen Ermittler, die Ausstattung, Atmosphäre und mal mehr, mal weniger subtil eingeflochtene Kommentare zum Wandel in den frühen Neunzigern ergeben einen spannenden Krimi, wie man ihn im deutschen Fernsehen in der Regel nicht zu sehen bekommt. Einzig die Stereotype rund um Polizisten mit zweifelhafter Vergangenheit und die obligatorische Affäre mit einer Verwandten der Opfer wurden mit dem Holzhammer eingezimmert aber hey - ein Genrefilm darf das auch mal. Trystan Pütter und Felix Kramer statten ihre Figuren mit Details aus, die sich nicht allein auf das Äußere reduzieren lassen. Der handfeste Ost-Polizeier, eigentlich ein typischer Unsympath, kann gut zeichnen und vielleicht ein tragisches Geheimnis. Der bald Vater werdende immer korrekte Kollege aus dem Westen ist untreu und lässt sich von der Gewalt anstecken, wenn sie dienlich ist. Nur Nora Waldstätten hat mit ihrem erkennbar österreichischem Akzent in diesem Umfeld nichts zu suchen, zumal ihre Figur ohnehin nur ab und zu traurig gucken und später gnädig aus der Handlung verschwinden darf. Immerhin gibt's kein dummes Herumgesächsel, wie man es dem Klischee-Ossi gerne zuschreibt. So kann man sich bis zum Ende immerhin spannend unterhalten lassen, nur im letzten Drittel gilt es ein paar Längen auszuhalten. Ein wenig Straffung und ein paar obligatorische falsche Spuren weniger und man hätte einen dreckigen Thriller mit viel Puls vor passendem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Mit dem Endprodukt können von TV-Events gelangweilte Freunde des deutschen Films aber immerhin wieder Hoffnung schöpfen, dass solche Stoffe hierzulande durchaus gelingen können.
    beco
    beco

    User folgen 10 Follower Lies die 145 Kritiken

    2,5
    Veröffentlicht am 16. Januar 2020
    Ein Remake .... Es scheint schwierig, die Situation Spaniens in den 80er Jahren auf die Situation Mecklenburg Vorpommerns der 90er Jahre zu übertragen. Der Film kann der Problematik, Repräsentant der alten Ordnung arbeitet mit einem Repräsentanten der neuen Ordnung zusammen, keine überzeugende Akzente hinzufügen, einiges erscheint eher aufgesetzt. Annehmbar
    magier_80
    magier_80

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    0,5
    Veröffentlicht am 7. Januar 2020
    Hab den Film in der Cinesneak gesehen. Die Story war mir viel zu langatmig bis diese mal zu Höhepunkt gekommen ist. Der Film vermittelte irgendwie Kommissare rauchen und trinken den ganzen Tag. Wäre fast eingeschlafen.
    Martin Betzwieser
    Martin Betzwieser

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    3,5
    Veröffentlicht am 21. Januar 2020
    „FREIES LAND“ ist eine Neuverfilmung des spanischen Ausnahmethrillers „MÖRDERLAND – LA ISLA MINIMA“, in dem zwei unterschiedliche Polizisten aus der Großstadt zwei verschwundene Mädchen an der Küste suchen sollen. spoiler: Der Vermisstenfall entwickelt sich zum Mordfall, als die Leichen der beiden Mädchen gefunden werden, und zum Serienmordfall, als es Indizien zu weiteren Verschwundenen und mutmaßlichen Mordopfern gibt. Als besonderes Spannungselement entwickelte Regisseur Alfredo Rodriguez die unsichere politische Stimmung 1980, wenige Jahre nach der Franco-Diktatur. Die Gegend und die Menschen sind arm. Arbeiter in der Landwirtschaft und in einer der wenigen Fabriken wehren sich gegen Ausbeutung. Der deutsche Regisseur Christian Alvart, der nach zwei Hollywoodfilmen auch Auftragsarbeiten mit Til Schweiger als TATORT-Kommissar über sich ergehen lassen musste, verfilmt nach „STEIG. NICHT. AUS.“, einer eingedeutschten Version von „ANRUFER UNBEKANNT“ („EL DESCONOCIDO“) zum zweiten mal einen spanischen Erfolgsfilm. In „FREIES LAND“ verlegt er die Geschichte vom schwülen Spätsommer in Spanien in den eiskalten Winter der mecklenburg-vorpommerschen Provinz und lässt sie wenige Jahre nach der deutschen Einigung spielen. Hier kommen die Frustration und die wirtschaftliche Verunsicherung der Nachwendezeit sehr gut zur Geltung. Alte Staatssicherheitsbedienstete spielen noch wichtige Rollen. Die einzige Fabrik in der Gegend wurde von einem westdeutschen Investor übernommen, der seinen Gewinn maximieren und den Arbeitern Lohnkürzungen zumuten will. Wie die Gentechnik Darwin überlistet: Erstmals in ihrer Geschichte besitzt die Menschheit das Handwerkszeug, um den eigenen Genpool zu verändern. Welche Möglichkeiten die Gentechnik bietet und welche Verantwortung daraus erwächst, diskutiert der amerikanische Autor und Technologie-Experte Jamie Metzl Christian Alvart übernimmt zahlreiche Szenen und Handlungsabläufe fast identisch, was bereits beim Vorspann mit der sehr hohen Vogelperspektive der Landschaft anfängt, die im spanischen Original wir Querschnitte durch Gehirnwindungen oder Mikroskopaufnahmen von Pflanzenblättern aussehen. Auch Christian Alvart zeigt bei zahlreichen Gelegenheiten die Aufnahmen aus hoher Vogelperspektive. Er hat ein sehr gutes Gespür für Stimmungen, Architektur und Landschaften, das er sehr gut nutzt, und er macht sehr viel richtig. Alvart war auch der Chefkameramann und erzeugte bei seiner grau-braunen Optik eine durchgehende Stimmung der Verwahrlosung und des Verfalls; er wollte, dass alles rostig aussieht. An einigen Stellen im Film denke ich, dass er auch sehr gut in schwarz-weiß funktioniert hätte. Darauf spreche ich Christian Alvart an und er antwortet, dass er den Film nicht in schwarz-weiß dachte sondern in grau-braun-verrosteten Farben, was überzeugend klingt; er weiß, was er will. Gedreht wurde aus logistischen und finanziellen Gründen in der Ukraine und hier ausschließlich in dekorierten Originalkulissen. In den ostdeutschen Gegenden sind nicht mehr durchgehend die Landschaften vorhanden, die es 1992 gab; diese Landschaften sind laut Alvart jetzt so in der Ukraine zu finden. Dort kosteten die Dreharbeiten auch nur knapp über 2 Millionen Euro und dafür sieht der Film wirklich sehr gut aus. Als Minuspunkte muss ich die teilweise sehr nervige Filmmusik mit raunenden Männergesängen sowie eine Sexszene zwischen Polizist Patrick Stein und der Mutter spoiler: der beiden Mordopfer aufführen, die sehr unglaubwürdig und überflüssig ist; in LA ISLA MINIMA gab es diese Erotikszene aus gutem Grund nicht. Der Film ist insgesamt überraschend gut, sehenswert und überzeugend, reicht aber nicht an das spanische Meisterwerk heran. „FREIES LAND“ hatte einen schweren Start. In der Startwoche ab 9. Januar lief er bundesweit nur in 13 Kinos, in Frankfurt gar nicht. In der zweiten Startwoche läuft er nach Kino-Zeit.de in tatsächlich 30 Kinos bundesweit; in Frankfurt zeigt ihn ein seit vorigem Donnerstag ein Programmkino mit ca. 80 Plätzen eine Woche lang. Da hätte der insgesamt gelungene Film mehr verdient.
    Tobias M
    Tobias M

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    4,0
    Veröffentlicht am 20. Januar 2020
    Ein starker, spannender Film mit tollen Schauspielern, der mich überrascht hat in seiner Konsequenz und erzählerischen Sicherheit. So kennt man deutsche Krimis und Thriller eigentlich nicht. Perfekt erzählt und eine überzeugende Balance zwischen spannendem Plot und Charakerentwicklung. Die stilistischen Zitate aus großen amerikanischen Genrewerken waren für mich eher willkommen, als das sie mich gestört hatten. Schliesslich helfen sie dabei, Milieu, Lebensgefühl und Figuren dieses Wendezeit Thrillers einzuordnen. Visuell, rhythmsich und athmosphärisch ein Volltreffer. Ein paar kleine Fehltritte stören auch nicht - wie zum Beispiel eine völlig überzeichnete Nebenfigur. Besonders die von Frank Kramer sensationell gespielte Figur ist in solcher Konsequenz bisher allenfalls bei ausländischen Werken zu finden, und gleichzeitig sehr spezifisch Deutsch. Noch was zum Schluss. Es ist schade, dass in der allerletzten Szene einer der beiden Hauptdarsteller fast zum erstenmal seine Figur nicht zu greifen kriegt (ich glaub's ihm einfach nicht), während der andere glänzt. Das ist schade, weil in der Sequenz die ganze Problematik dieser Figuren und ihrer Zeit steckt.
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