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    Kiffer vs. Killer Mosquitos
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    1,0
    schlecht
    Kiffer vs. Killer Mosquitos

    Zum Abgewöhnen

    Von Lutz Granert
    Als die dauerbekifften Anti-Helden Cheech und Chong 1978 in ihrem ersten Leinwand-Abenteuer „Viel Rauch um nichts“ in einem aufgerüsteten VW Käfer gut zugedröhnt über die Highways bretterten, entstand damit zugleich auch ein ganz neues Filmgenre – das Stoner Movie war geboren! Das Genre zeichnet sich vor allem durch exzessiven Cannabis-Konsum aus, wobei sich in den meist ohnehin nur rudimentär vorhandenen Plots sowie dem meist sehr (!) speziellen Humor immer auch der wirr-verpeilte Bewusstseinszustand der benebelten Protagonisten spiegelt. Zu den Höhepunkten des Genres zählen neben Teenie-Kifferfilmen wie „Ich glaub' mich knutscht ein Elch“ auch cineastische Sternstunden wie der ultraschräge „The Big Lebowski“.

    Das vom Bezahlsender Sky mitproduzierte B-Movie „Kiffer Vs. Killer Mosquitos“ mutet dabei zumindest im ersten Moment noch originell an – schließlich verweist schon der clever gewählte deutsche Titel (im italienischen Original lautet der Titel einfach nur „Tafanos“ = „Bremse“) auf den steilen Genre-Mix zwischen Stoner Movie und Creature Feature. Aber Regisseur Riccardo Paoletti gelingt es nicht, die beiden Strömungen seines Films unter einen Hut zu bekommen – ganz im Gegenteil: Weil sich die bekifften Protagonisten so dermaßen dämlich verhalten, kommt quasi nie Spannung auf – und die Gags zünden auch nur sehr selten.

    ... darauf erst mal einen Joint!


    Eine Gruppe von Freunden will mit reichlich Haschisch im Gepäck auf einem entlegenen Sommerhaus in der italienischen Provinz ein Wochenende lang Party machen. Doch schon bei der Ankunft verkündet der zugedröhnte Bio-Landwirt und Hausmeister Lionello (Clive Riche) Unheilvolles: Ein Schwarm von mutierten Pferdebremsen bahnt sich offenbar gerade seinen Weg in den abgelegenen Landstrich. Nachdem die Teenies die Warnung zunächst als Paranoia abtun, bekommen sie es schon bald persönlich mit den gefräßigen Killerinsekten zu tun, gegen die es scheinbar nur ein Mittel gibt: den Rauch von Cannabis! Bewaffnet mit ihren Vorräten an Gras drehen sie einen Joint nach dem anderen und setzen schließlich zum Gegenangriff an...

    … bis es jedoch dazu kommt, langweilt „Kiffers Vs. Killer Mosquitos“ aber erst einmal mit reichlich 08/15-Konflikten und den gängigen Genre-Klischees. Die austauschbar bleibenden Hauptfiguren verwandeln sich von zunächst sexgeilen Partygängern in aufgescheuchte panische Hühner und streiten sich nur, statt in Anbetracht der Bedrohung mal eine Exit-Strategie zu entwickeln. Natürlich fliegt dann auch noch die Sicherung raus, weil es sich im Dunkeln einfach besser gruselt. Und der glorreiche Einfall, den nebenan wohnenden Klischee-Ökokiffer Lionello mit Hilfe von Pfeil und Bogen um Unterstützung zu bitten (Handyempfang gibt’s natürlich nicht), zieht wenig überraschend schmerzhafte Folgen nach sich.

    Drei Autoren, null Spannung


    Wie wenig sich die drei beteiligten Autoren Giacomo DurziAndrea Garello und Carlo Giudice bei ihrem Remake der im Original ebenfalls „Tafanos“ betitelten Kiffer-Horrorkomödie aus dem Jahr 2000 generell um einen tragenden und sinnhaften Plot scheren, wird an den zahlreichen unnötigen Figuren und Nebenschauplätzen besonders gut deutlich: Da laufen im Fernsehen erst Nachrichten über einen ausgebrochenen Häftling, bis der Schwerverbrecher mit einer willigen Geisel im Schlepptau den Teenies einen Besuch abstattet – nur um kurze Zeit später nach einem Insektenangriff sofort wieder das Zeitliche zu segnen. Ebenso schnell, wie durch diesen Mini-Nebenplot Spannung aufgebaut wurde (beziehungsweise werden sollte), so schnell verfliegt sie auch wieder.

    Auch drei verstrahlte Klischee-Kiffer (leitmotivisch mit ein paar Reggae-Einlagen untermalt), die sich im Wald verirrt haben, verschwinden nach einer Handvoll unnötiger Szenen, weil ihnen das Weed ausgegangen ist. Nur ein faschistisch-martialischer Landwirt, der auf seinem Hof den mutierten Pferdebremsen mit allerlei Insektiziden einheizt, bevor er bis auf die Knochen von ihnen abgenagt wird (und sich selbst die malträtierten Gliedmaßen abhackt), sorgt für ein paar ungläubige Lacher.

    Ein Bauer gegen Millionen Bremsen - wir schätzen seine Chancen eher gering ein...

    Der genreerfahrene Regisseur Riccardo Paoletti („Neverlake“) hatte sicherlich eine spaßige Trash-Granate im Sinn. Doch der Mix aus Creature Feature und Kiffer-Komödie geht nicht auf: Die betont minderwertigen CGI-Effekte á la „Sharknado“ kommen ebenso wie die mit ordentlich Gedärm aufwartenden Gore-Einlagen viel zu selten zum Einsatz, um dauerhaft zu unterhalten. Stattdessen bestehen große Teile des Films nur daraus, dass Partypeople kiffend und verängstigt durchs Ferienhaus stapfen, bevor eine für Genrefans zehn Meilen gegen den Wind riechende Wendung die mangelnde Inspiration noch einmal unterstreicht. So kann man den Cliffhanger für einen potenziellen zweiten Teil am Ende eigentlich nur als Drohung verstehen...

    Fazit: Der nach dem vielversprechenden Titel eigentlich erhoffte Lachflash bleibt bei „Kiffer Vs. Killer Mosquitos“ leider aus – so viel kann man gar nicht kiffen, um an dem Film tatsächlich seinen Spaß zu haben.

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    Kommentare

    • Der Olle Fendt
      Darauf erstmal ne Tüte rauchen....
    • Dennis Beck
      so viel kann man gar nicht kiffen, um an dem Film tatsächlich seinen Spaß zu haben.Wetten, dass..?
    • F. Bates
      so viel kann man gar nicht kiffen, um an dem Film tatsächlich seinen Spaß zu haben.Den Satz würde ich mir an eurer Stelle aufheben. Kann man immer wieder gebrauchen.
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