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    The Score
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    The Score
    Von Carsten Baumgardt
    In seinem Thriller-Debüt „The Score“ gelang Komödien-Spezialist Franz Oz das Kunststück, die besten Schauspieler aus drei Generationen gemeinsam vor die Kamera zu holen. Dass die Geschichte um den letzten Coup eines Profieinbrechers nicht gerade vor Originalität strotzt, wird von dem Triumvirat Robert DeNiro, Edward Norton und Marlon Brando locker überspielt.

    Es sollte sein letztes großes Ding werden. Doch als Meisterdieb Nick Wells (DeNiro) seine Beute bei Stammhehler Maximilian (Brando) abliefert, springt auf einmal der Käufer ab. Max, der mit ein paar Millionen Dollar in der Kreide steht, überredet seinen Freund Wells zu einem allerletzten Raubzug, nach dem alle für immer ausgesorgt haben sollen. Ein antikes Zepter aus dem 17. Jahrhundert lagert durch einen dummen Zufall in der Zollbehörde von Montreal. Wert: 30 Millionen Dollar. Maximilian könnte von dem Geld seine Schulden bezahlen und Wells seinen Jazzclub in die schwarzen Zahlen bringen. Schließlich hat er Freundin Diane (Angela Bassett) versprochen, seine kriminelle Karriere zu beenden. Doch die Sache hat einen Hacken. Wells muss zum ersten Mal in seiner Heimatstadt operieren und ist zudem auf einen Partner angewiesen. Der junge Hitzkopf Jack (Edward Norton) hat sich in die Behörde eingeschlichen und mimt dort den behinderten Putzmann Brian. Mit seinem Insiderwissen soll der Coup gelingen...

    Die beispiellose Top-Besetzung, die Frank Oz - der sich bisher im Komödienfach mit Filmen wie „In & Out“ einen Namen machte - zur Verfügung stand, hatte für den Regisseur nicht nur positive Aspekte. Bei seinem Comeback nach mehrjähriger Leinwandabstinenz zeigt Marlon Brando (Jahrgang 1924), dass er nichts an Ausstrahlung und Charisma verloren hat, aber zum Leidweisen von Oz hat der Koloss auch seinen ungebrochenen Hang zu exzentrischen Allüren nicht abgelegt. So weigerte sich Brando standhaft, unter Oz zu spielen und verbannte ihn bei seinen (wenigen) Szenen vom Set. Brando akzeptierte nur Kollege DeNiro, der für diese Zeit die Regie übernehmen musste. Der gegenseitige Respekt der „Pate“-Veteranen war wohl auch der Hauptgrund, „The Score“ zu drehen. Zudem stieß mit Edward Norton („Fight Club“) noch der beste Schauspieler der jüngeren Generation hinzu.

    Für die Geschichte nimmt sich Oz viel Zeit. Die Spannung ergibt sich nicht zwingend aus der wenig originellen Handlung, sondern vielmehr aus der Konfrontation der gut entwickelten Charaktere. Der alte, ausgefuchste Profi, der lieber auf präzises Handwerk setzt gegen den fast schon hypernervösen Jungspund, der mit hochmodernem Equipment hin- und herjongliert. Beim großen Coup, der die letzte halbe Stunde in Anspruch nimmt, schafft es Oz dann auch, die Spannung von den Darstellern auf die Story zu übertragen. DeNiro gibt eine gewohnt solide Vorstellung, das heißt selbstverständlich, dass er so immer noch um Welten besser ist, als die meisten seiner Kollegen. Norton steht ihm in nichts nach. Seine Rolle als Behinderter erinnert stark an seinen oscarnominierten Auftritt in „Zwielicht“, wo er eine gespaltene Persönlichkeit vortäuschte. Letztlich fügt sich „The Score“ zu einem grundsoliden Thriller zusammen, der sicherlich einiges an Potenzial verschenkt, aber durch die Elitebesetzung sehenswert ist.
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