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    Resident Evil
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Resident Evil
    Von Deike Stagge
    Genmanipulation und Virenforschung sind durch ihre möglichen Konsequenzen schon in der realen Welt unheimliche und Furcht einflößende Themen. Doch in den Händen eines Horrorfilm-Regisseurs entwickeln sie noch weitaus krankere Dimensionen. Mit „Resident Evil“ bringt Paul Anderson einen Film auf die Leinwand, der geschickt mit den Ängsten der Zuschauer spielt und darüber hinaus noch gruselig spannend ist.

    Alice (Milla Jovovich) erwacht in einer Villa und hat ihr Gedächtnis verloren. Bevor sie die Möglichkeit hat, ihrer Identität auf die Spur zu kommen, trifft sie auf Matt (Eric Mabius), der sich als Polizist ausgibt. Plötzlich stürmt eine Gruppe-Elitesoldaten unter Führung von One (Colin Salmon) und Rain (Michelle Rodriguez) das Haus. Sie nehmen Matt, Alice und den ebenfalls erinnerungslosen Spence (James Purefoy) mit in den Hive, ein unterirdisches Labor, in dem Wissenschaftler der mächtigen Umbrella Corporation an tödlichen Viren forschen. Von den Soldaten erfahren Alice und Spence, dass sie ebenfalls zum Team gehören. Der Hauptcomputer des Hive, die Red Queen, hat alle Mitarbeiter getötet und ein Gas freigesetzt, dass Alice und Spence an der Erdoberfläche ihr Erinnerungsvermögen kostete. One und sein Team sollen herausfinden, wie es dazu kam.

    Was die Gruppe zunächst nicht weiß: Die Forscher wurden von der Red Queen ermordet, weil der T-Virus, der totes Gewebe wiederbelebt, ausgetreten ist. Dummerweise bleiben die Leute aufgrund der Virusinfektion nicht tot – sie kommen als Zombies zurück und haben nur ein Ziel: Menschenfleisch. Da kommen die Elitekämpfer gerade rechtzeitig für einen Snack. Fortan schlagen sich Alice und Kollegen gegen eine Übermacht von hirnlosen Mutanten durch, um den rettenden Ausgang zu erreichen. Dabei entdeckt Alice ungeahnte Nahkampf-Fähigkeiten an sich und kann sich zunehmend bruchstückhaft erinnern. Doch zu allem Überfluss verbirgt sich in den Laborgängen noch etwas viel übleres als die Zombies.

    „Resident Evil“ basiert auf der gleichnamigen Videospielreihe und ist ein echter Hingucker. Das liegt vor allem daran, dass bei der Umsetzung der schaurige Look des Spiels sehr genau kopiert wurde. Mit den Berliner U-Bahntunnels unter dem Reichstag wurde eine Location gefunden, die perfekt die langen, dunklen Gänge und hohen Lagerhallen simuliert. Wesentlich wichtiger sind aber noch die Bilder. Die Kamera bewegt sich wie in der Vorlage eng an den Charakteren und enthüllt so wenig vom Umfeld, dass direkt außerhalb des Sichtfelds immer noch ein Zombie lauern kann, der urplötzlich jemanden anfällt. Man hat aufgrund der Bilder und der Schnittfolge immer eine dunkle Vorahnung, was gleich passieren könnte. Dieser Nervenkitzel macht einen Großteil der Spannung von „Resident Evil“ aus und wird bis zum Abspann konsequent durchgezogen.

    Der andere Teil der Spannung kommt von der Sympathie, die der Zuschauer für Alice empfindet. Sie wirkt lange Zeit sehr verloren im Team. Vielleicht wurde ihr Name als Referenz an Alice im Wunderland gewählt, denn die Situation der beiden lässt sich anfangs hervorragend vergleichen. Beide müssen sich auf das verlassen, was andere ihnen erzählen und befinden sich in einer Welt, von der sich nichts verstehen. Ex-Model Milla Jovovich stellt die Verletzlichkeit und Unsicherheit, die sich schließlich in Aggression und eisernen Überlebenswillen wandelt, sehr gut dar. Aber unsere Alice hat es leider nicht ins Wunderland verschlagen, sondern in das Reich von tödlichen Monstern.

    Die sehen auch ziemlich gruselig aus. Viel liebevoll kreiertes Make up dokumentiert den Verfallszustand in allen Einzelheiten. Besonders stechen die langsamen Bewegungsabläufe der Zombies hervor. Sie arbeiten sich langsam aber unaufhaltsam an ihre Opfer heran. Man kann vor ihnen weglaufen, aber sie geben nie auf und lauern auf ihre Chance. Das größte Problem mit den Zombies ist, dass ein Biss genügt, den Betroffenen kurze Zeit später selbst zum Zombie mutieren zu lassen. Dieser Umstand sorgt im Team für große Schwierigkeiten, als Rain gebissen wird und langsam die Kontrolle über ihren Geisteszustand zu verlieren droht. Bei genauerer Betrachtung ist niemand Alice wohlgesonnen. Die Zombies würden sich gern eine Scheibe von ihr aufs Brötchen packen, die Red Queen versucht mit allen digitalen Mitteln, die Gruppe am Erreichen des Ausgangs zu hindern, eine übermächtige Mutation treibt im Hive ihr Unwesen, und auch im eigenen Team ist nicht jeder, wie er scheint. Diese Menge an Herausforderungen stellt Alice vor die schwersten Stunden ihres Lebens, beschert aber dem Publikum mitreißende und teilweise urkomische 100 Minuten Gruselspaß, die uneingeschränkt zu empfehlen sind.
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