15 Minuten Ruhm
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    Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion 15 Minuten Ruhm

    2,0

    Von Carsten Baumgardt

    Zwei durchgeknallte Osteuropäer wollen in John Herzfelds zynischem Action-Thriller „15 Minuten Ruhm“ durch Morde nicht nur berühmt, sondern vor allem reich werden.

    Der Tscheche Emil (Karel Roden) und sein russischer Kompagnon Oleg (Oleg Taktarov) saßen nach einem missglückten Banküberfall im Gefängnis. Nun sind sie frei und wollen sich den Anteil an der Beute holen, doch der existiert nicht mehr. Ihr Partner, der mittlerweile in New York lebt, hat alles ausgegeben. Emil dreht durch und bringt ihn, Oleg, der davon träumt ein berühmter Regisseur zu werden, filmt das Ganze mit einer Videokamera. Um von dem Mord abzulenken, legen die beiden einen Brand, der das gesamte Haus verwüstet. Das ruft Brandermittler Jordy Warsaw (Edward Burns) und den Medienstar der New Yorker Mordkommission, Eddie Flemming (Robert DeNiro), auf den Plan. Denn bald wird klar, dass die verkohlten Leichen schon vor dem Brand tot waren. Die ungleichen Kollegen machen sich gemeinsam auf die Suche nach den Tätern. Emil und Oleg, durch trashige TV-Sendungen beeinflusst, fassen den Plan, einen weiteren spektakulären Mord zu verüben und das Filmmaterial an den skrupellosen TV-Journalisten Robert Hawkins (Kelsey Grammer) zu verkaufen. Doch wer ist das Opfer?

    Die Grundidee von John Herzfelds („Zwei Tage L.A.) „15 Minuten Ruhm“ bietet eigentlich die Vorlage für einen bissigen Medien-Thriller oder eine Gesellschaftssatire. Diese Elemente sind zwar durchaus vorhanden, spielen aber nur eine Nebenrolle und dienen als Legitimation für den relativ brutalen, konventionellen Action-Plot. Die beiden Bösewichte sind derart überzogen dargestellt, dass sie im Endeffekt unglaubwürdig wirken. Die Zynik des Films nimmt bisweilen unerträgliche Züge an. Robert DeNiro spult sein Pflichtprogramm ab, das heißt aber, dass er mit einer routinierten Vorstellung immer noch besser ist als die meisten Mimen. Richtig zu gefallen weiß Schauspieler und Regisseur Edward Burns („She’s The One“). Seine Darstellung des zunächst beherrschten und später jähzornigen Ermittlers hat Klasse. Auch der tragische Subplot um Cop Eddie und seine große Liebe, die TV-Journalistin Nicolette (Melina Kanakaredes), verleiht den Charakteren Tiefe. Allerdings verhindert das nicht, dass Herzfeld das Potenzial des Stoffes nicht ausnutzt und sich zu sehr auf den beliebigen Actionplot konzentriert.

    Fazit: Solide Action, brisantes Thema verschenkt.

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