tobe78
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5 - Spitzenklasse
Kurzkritik Memento:
"Ich muss an eine Welt außerhalb meiner eigenen Gedanken glauben. Ich muss daran glauben, dass das, was ich tue, auch einen Sinn hat - selbst wenn ich mich nicht erinnern kann. Ich muss daran glauben, dass, wenn ich die Augen schließe, die Welt noch da ist. Glaube ich, dass die Welt noch da ist? Ist sie immernoch da? Ja. Wir alle brauchen Erinnerungen, damit wir nicht vergessen, wer wir sind. Das gilt auch für mich."
Eine schlechte Kritik zu Memento und der evtl. nicht notwendigen Erzählstruktur ist meiner Meinung nach nicht nur überflüssig an dieser Stelle sondern zielt meines Erachtens auch völlig an der Thematik dieses Films bzw. der Intention Christopher Nolans vorbei! Memento ist ein ganz bewußt kalkuliertes Spiel mit Netz und doppeltem Boden. Und mit konventioneller Erzählstruktur wäre Memento dramaturgisches Harakiri! Zwei Handlungsstränge bewegen sich während der Laufzeit von Memento sich sehr bewußt aufeinander zu und führen bei einer Kreuzung zu einer verblüffenden Lösung! Der schwarz-weiß gehaltene Teil des Filmes bewegt sich auf der Zeitachse konventionell nach vorne, der andere farbige, von Ende des Filmes zum Anfang des Filmes. Das ist in höchstem Maße originell und herausfordernd für den Zuschauer.
Zur Handlung: (Achtung Spoiler!): ein Mann bekommt bei einem Überfall in sein Haus durch einen Verbrecher die Kopfnuss seines Lebens, vergißt immer wieder im Laufe des Films was er getan hat, auch das er seiner Frau mehr als einmal eine Insulinspritze gegeben hat und so zum Mörder wurde! Im medizinischen Sinne wird diese Form seiner auftretenden Krankheit als anterograde Amnesie bezeichnet.
Und die Quintessenz ist, das der Versicherungsvertreter Shelby ewig auf der Jagd nach dem Mörder sein, sich ewig weiterhin die falsche Fährte legen und sogar Menschen auf dem Gewissen haben wird, die es a) entweder gut mit ihm meinen oder b) wie einige zwielichtige Personen ihn ausnutzen wollen! Weil er sich Aufzeichnungen anfertigt über alles und andere Personen für die Mörder seiner Frau hält! Die Jagd nach dem Mörder wird nie aufhören!
Fazit: Memento von Christopher Nolan erweist sich als überaus brillante Kopfnuss von ungeahnter Qualität , offenbart die ungewöhnlichste Erzählstruktur der letzten Jahre, stellt sich aber auch als exzellentes Psychogramm heraus, das sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzt: was würde geschehen wenn der Mensch über kein Langzeitgedächtnis mehr verfügen würde? Was wäre der Mensch noch wert? Wäre man dann noch Herr seiner selbst? Es entsteht ein faszinierendes Psychopuzzle, das fesselt und sich vordergründig mit dem Aspekt beschäftigt, wie manipulierbar der menschliche Geist ohne Erinnerungsvermögen auch durch Außenstehende ist bzw. wie leicht man der Willkür anderer dann ausgesetzt sein kann. Guy Pearce ist die Rolle des mit vordergründiger Härte gespielten, aber doch sehr verletzlichen Opfers wie auf den Leib geschrieben. Memento ist einer der faszinierensten Psychothriller der letzten 10 Jahre, gilt bereits jetzt als Kult und hat das Prädikat "einzigartig" zu Recht verdient.
Allerdings ist eine mehrfache Sichtung erforderlich, um den Film vollständig erfassen und die Geschehnisse korrekt einordnen zu können.
(Review: Blu-Ray Disc, Deutsch, DD 5.1, 1080p)
Wertung: 10/10 Punkte
Kritik ebenfalls auffindbar unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 01.01.2011 um 13:53 Uhr
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