Hannibal
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    Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion Hannibal

    3,5

    Von Carsten Baumgardt

    Zehn Jahre nach dem fünffach Oscar prämierten „Das Schweigen der Lämmer“ tritt Regisseur Ridley „Gladiator“ Scott in die Fußstapfen von Jonathan Demme, Julianne Moore löst Jodie Foster ab, nur Anthony Hopkins bleibt der diesmal Titel gegebende „Hannibal“, der wieder Appetit auf frisch frittiertes Menschenhirn hat. In der dritten Romanverfilmung nach Thomas Harris (Michael Manns „Blutmond/Manhunter“, Demmes „Schweigen der Lämmer“) steht Lector erstmals im Mittelpunkt der Handlung.

    Nach ihrem furiosen Karrierestart beim FBI ist Clarice Starling (Moore) eine Dekade später eine feste Größe. Doch als ein von ihr geleiteter Einsatz schief geht, gerät sie unter Beschuss. Hannibal Lector (Hopkins) ist derweil in Florenz untergetaucht und arbeitet als Kurator in einem Museum. Ein einheimischer Polizist (Giancarlo Giannini) spürt ihn auf und hängt sich an seine Fersen. Er will sich auf eigene Faust die drei Millionen Dollar Belohnung sichern, die der perverse Milliardär Mason Verger (unter der Hackfleischmaske nicht zu erkennen: Gary Oldman) ausgesetzt hat. Lector zwang seinen damaligen Patienten einst, sich die Haut vom Gesicht zu schälen. Seitdem sinnt Kinderschänder Verger auf Rache – um jeden Preis. Als Lector mitbekommt, dass sich auch das FBI wieder für ihn interessiert, nimmt er Kontakt zu Clarice auf ...

    Dass Ästhet Ridley Scott bei „Hannibal“ am Werk ist, lässt sich unschwer erkennen. Er legt mehr Wert auf opulente Dekors, stimmungsvoll photographierte (Kamera: John Mathieson) Szenen und perfekte Ausstattung. Das garantiert atmosphärische Dichte, doch die Spannung kommt nur langsam auf Touren. Die gute Julianne Moore („Boogie Nights“, „Magnolia“) macht die spröde Jodie Foster als angeschlagene Starling vergessen, muss aber dem dominanten Anthony Hopkins die große Show überlassen. Schade, dass der interessanteste Charakter von „Hannibal“, der zwielichtige italienische Commandatore nach der Hälfte des Films für seine Neugier und Habsucht bezahlen muss. Die expliziten Gewaltdarstellungen verlaufen im Rahmen des Genre üblichen – bis auf die überflüssige, in der Härte völlig überzogene Finalszene, an der sich sicherlich nur Gewaltfetischisten vergnügen können.

    Fazit: Scott gelang ein souveräner, routinierter Thriller, der eher durch optische Schauwerte als Komplexität der Handlung besticht. Die Qualität von „Schweigen der Lämmer“ erreicht er nicht, aber das hat wahrscheinlich auch niemand ernsthaft erwartet.

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