5 - Spitzenklasse
Ist Rom das Leben eines guten Mannes wert? Wir glaubten es einmal. Macht, dass wir es wieder glauben!"
An sich sind historische Filme das schwierigste zu bewertende und zu inszenierende Genre, da oft Diskussionen über historische Korrektheit entstehen, (die eigentlich überflüssig sind im Falle von Gladiator, da Scotts Werk sich legitim der Wissenschaft entzieht) oder Meinungsverschiedenheiten entflammen, wenn bestimmte Details eines historischen Films nicht stimmen, egal ob es sich um die Schauspielkunst, die Ausstattung, die Kostüme, das Set-Design handelt oder es "insbesondere" um die eingesetzte Form der Dialoge geht. All diese Dinge können am Ende bei einem kleinem Ausfall schon nicht mehr 100% zu einem runden ganzem werden. Daher beschäftigen sich mit dieser Materie, der Erschaffung von fremden Welten also, nur die besten Regisseure bzw. Könner, die sich von technischen Dingen und allem weiteren nicht gleich überwältigen lassen. Einer dieser Regisseure war im Jahre 2000 Ridley Scott.
Wie beschreibt man nun einen Film nach 11 Jahren, der sich nach wie vor großer Popularität erfreut, der sich mit einer an der Oberfläche vermeintlich einfachen, im Kern aber doch komplexen Geschichte, sich mit einigen interessanteren Teilen statt den cheesigeren Teilen von Mannix “those about to die" befasst, große Emotionalität aufweist und in Sachen Schauspielkunst nach wie vor für das Genre das Maß aller Dinge ist?
Nun um eines gleich vorwegzunehmen:
Im Falle von Gladiator wird “keine” simple Rache Geschichte erzählt, es geht nicht nur einfach um einen Mann, der seine persönliche Vendetta befriedigen möchte und Unschuldige und Tiere tötet, um selber diesem Ziel immer näher zu kommen.
Nicht ein Filmstudio der Welt würde bei so einer Art der Simplifizierung grünes Licht für den Start eines Filmes erteilen.
Ein Dialog in der Mitte des Films (im Collosseum) könnte zwar ebenfalls durchaus zu dem Verdacht führen, das Gladiator arg oberflächlich konzipiert ist. Aber die Gefängnisszenerie mit Lucilla, in der Maximus von seinen aufgestauten negativen Emotionen abkehrt, die verständlich sind, und sich wieder zu seinen Prinzipien bekennt, in Kombination mit dem Ende des Films, offenbaren die richtige Sichtweise. Gladiator funktioniert nicht nur auf der persönlichen simplifizierten Ebene, (die persönliche Vendetta ist nur eine von mehreren Ebenen, damit man als jüngerer Betrachter durchaus auch seinen Spaß im Film haben kann) sondern auf mehreren. Mit einer naiven einfachen (nur eindimensionalen) Sichtweise und Herangehensweise der wichtigsten inszenatorischen Elemente , die nur darauf aufbaut ,das es "nur" um persönliche Gelüste Befriedigung geht, lässt sich das Niveau eines exzellenten Filmes, geschweige denn eines Klassikers / Evergreens einfach nicht erreichen. Im Falle Gladiators wird keine infantile Rache Geschichte erzählt, sondern eine Geschichte über Heimkehr und eine moralische Parabel auf das Verhalten der Menschen.... Der Film behandelt mit dem Thema Heimkehr eines der beliebtesten Themen der Menschen und eines der 7 wichtigsten Kapitel der Welt-Literatur.
Zitat eines Autors im Original: "Gladiator is not a film watched only by sixteen year old boys, there are so many tough fighters as seen before, Gladiator isn´t like that. I don´t wanna see somebody who kills somebody, I wanna see somebody who loves somebody. It is good that the monster (Commodus) is killed, that is good for the audience, but that is not the end of it. If Maximus can´t go home, then the movie failes. And if he dies, it will be perfect. He will return to his family." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Ich stelle mich bewußt hinter diese Interpretation / Ansicht, weil sie meiner Meinung die einzig richtige ist; sie wird zwar auch von den Machern propagiert, was aber durchaus legitim ist um Gladiator in seiner die Materie / den Stoff vor möglichen Fehlinterpretationen und Verrissen zu schützen.
Im Wesentlichen geht es bei Gladiator um die Erschaffung eines Mythos, einer Figur, die eine starke Identifikationsfläche für den Zuschauer bietet. Es geht ebenso um die Sichtweise einer antiken Welt, die sich in ihrer moralisch verfallenen Art und Weise kaum in ihrer Art von unserer heutigen Welt unterscheidet (man kann guten Gewissens den Vergleich mit Scotts Werk Blade Runner ziehen, in der es um das verkommene Los Angeles in 1000 Jahren geht, hier sind dieselben Parallelen vorhanden), es geht um das Verhalten der Menschen im politischen wie humanistischen Sinne, das sich bis heute nicht geändert hat und welche Folgen dies für uns alle hat, deutlich gemacht an einem starken Protagonisten, sprich Russel Crowe, dessen Leid man man auch am tragischen Ende nachvollziehen kann. Denn dessen Figur wird vor der Menge der Menschen von "Commodus" moralisch ausgebeutet, verheizt, vorgeführt, und die Menschen schauen zu und erfreuen sich an großer Unterhaltung! Das ist bitter genug! weiter gehts auf http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 25.05.2010 um 15:30 Uhr
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