5 - Spitzenklasse
Stansfield: “I like these calm little moments before the storm. It reminds me of Beethoven. Can you hear it? It's like when you put your head to the grass and you can hear the growin' and you can hear the insects. Do you like Beethoven?”
Malky: “I couldn't really say.”
Gesellschaften am Rande des Wahnsinns, das ewige gegen und miteinander, das Skizzieren des kriminellen Milleus, was ist uns in den letzten 20-30 Jahren nicht schon alles vorgesetzt worden, insbesondere von Martin Scorcese mit seinen zentralen Werken “Good Fellas” und “Casino”.
In Form von Luc Bessons “Léon - der Profi” gesellte sich anno 1995 ein weiteres Highlight zum Genre hinzu, eine hinreißende Ballade vom Leben und Sterben in New York, nein nicht L.A ;-), eine ausgefeilte psychologische Studie über verschiedene, einsame Individuen, die ein Teil der Gesellschaft sind, deren Lebenswege sich kreuzen, aber aus verschiedenen Seiten der Gesellschaft stammen, (erstaunlicherweise sogar lange Zeit zusammen existieren können) und drohen auf Grund des geprägten Sündenpfuhls von Mord, Korruption und Gewalt am Ende unterzugehen. Dazu gesellt sich auch noch der viel zitierte “Coming of Age” Prozess als psychologischer Unterbau bzw. zur Stärkung der Dramaturgie. Und am Ende bleibt die Erkenntnis, das beide Seiten der Gesellschaft ihre Daseinsberechtigung haben, am Ende aber nur eine Seite auf Dauer weiterexistieren kann und darf, auch wenn man versucht dem Milieu wieder zu entfliehen. “Heat” läßt grüßen...
Es entsteht unter Berücksichtigung all dieser Aspekte ein wahrhaft emotionaler, mitreißender Film. Darüber hinaus ist Léon - der Profi ein stilitistisch herausragender Action-Thriller, mit einzigartigen Bildern und teils ungewöhnlichen Schnitten bzw. Kamerawinkeln, welcher sich heute bei vielen Rezipienten großer Beliebheit erfreut, und das vollkommen zurecht. Léon - der Profi ist und bleibt ein absoluter Kultfilm.
Die Handlung ist nur allzubekannt: Mit „Léon“ stellt uns Luc Besson einen mit allen Wassern gewaschenen Profikiller vor, der seit einem tragischem Ereignis in seiner Heimatstadt, mit 19 Jahren aus dieser geflohen ist. Seitdem zog er einsam daher, ohne Perspektive vom Leben, versuchte mit seinem inneren Konflikt und den Gefühlen abzuschließen. Seit einer gewissen Zeit verdingt er sich als „Cleaner“, er kümmert sich als Profikiller um die “kriminellen” Individuen in New York, die hin und wieder "aus der Reihe tanzen". Eines Tages steht die kleine Mathilda vor seiner Tür, ein kleines 12jähriges Mädchen, das durch den Psycho-Cop Stansfield und dessen Anhängerschaft und auf Grund der Drogengeschäfte, die ihr Vater tätigt hat bzw. in welche Stansfield verwickelt war, ihre gesamte Familie verliert. In ihrer Verzweiflung wendet sich Mathilda an Léon, dieser nimmt diese bei sich auf, der Rest ist Geschichte... Schon zu Beginn führt uns Luc Besson mit geschärftem Blick eine in sich zerrissene Gesellschaft vor, die mit Ängsten, Sorgen und Nöten zu kämpfen hat, die ihr innerstes selbst verloren zu haben scheint, sich in Automatismen (dem eigenen programmierten Tagesablauf) und in einer Scheinwelt zu verlieren droht, welche den Menschen Konsumterror und Schnellebigkeit vorexerziert. Das tragische was sich dann hinzugesellt, ist, das die Menschen trotzdem eine Existenzberechtigung haben. Mathildas Vater (Michael Badalucco) ist schmierig, schmuddelig, verkommen, der personifizierte “kleine” Judas also , welcher wie oben angesprochen mit Drogen handelt und versucht die Familie unter allen Umständen durchzubringen. Liebe ist für ihn gegenüber seiner Tochter scheinbar vollkommen fremd.. Die eigene Stiefmutter (Ellen Greene) verhält sich Mathilda gegenüber auch nicht besser, genauer gesagt abweisend, lebt in ihrer eigenen kleinen Traumwelt, in der Mode und äußere Werte das wichtigste zu seien scheinen. Die Stiefschwester (Elizabeth Regen) verliert sich ebenso in diesen Gefilden. Einzig und allein Mathildas kleiner Bruder (Carl J. Matusovich) ist so etwas wie ein Bezugspunkt für sie. Mathilda lebt in einem wahrem “Sumpf”, welcher kaum eine Perspektive für sie bietet.
Von Mathilda unbemerkt bezieht Léon (Jean Reno), neben der Familie eine Wohnung,
trägt immer seine obligatorische 3/4 Capri Hose und dazu einen langen Mantel, unter dem er seine Waffen für seine Aufträge versteckt. Léon geht stets cool, bedacht, scheinbar ohne Nerven und ohne den geringsten Fehler zu machen gegen die Ziele der Gesellschaft vor, die er ausknipsen soll. Nebenbei ist er passionierter Milchtrinker. Jean Renos an den Tag gelegte Coolness in einfache Worte zu fassen, ist wirklich verdammt schwierig, er verzieht keine Miene bzw. spielt derart cool, das er gleich von Beginn an sich die Sympathien des Rezipienten sichern kann. Léon ist scheinbar ein intelligenzmäßig zurückgebildeter Kerl, dessen bekanntermaßen einziger wichtiger Bezugspunkt eine Topfpflanze ist, welche er hegt und pflegt. Mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 21.03.2011 um 10:58 Uhr
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