Scorniro87
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Seine 7 Kritiken ansehen
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4.5 - Großartig
Es gibt 2 Möglichketein, ein erfolgreiches Franchise anzugehen. Variante 1: Ein Regisseur verfilmt den kompletten Stoff, wie im Falle von "Herr der Ringe", oder der Chefposten wechselt munter durch. So nun auch bei Harry Potter. Vorgänger Chris Columbus hatte die ersten beiden Bücher sehr Werkgetreu und Bonbonfarben, allerdings ohne eigene Note verfilmt und so kam der Wechsel zum Mexikaner Alfonso Cuaron zur rechten Zeit. Alfonso wer? Ja, diese Frage sei erlaubt, den bisher war er doch nur Insidern ein Begriff. Das es nicht unbedingt schlecht sein muss einen unbekannten Mann das Ruder zu übergeben, bewies ja bereits Peter Jackson. Da es sich beim dritten Teil der Potter Saga aber inhaltlich um eines der besten Bücher handelt, war meine Skepsis vom Anfang an sehr groß. Kurze Zeit hoffte ich sogar auf Steven Spielberg, der sich selbst ins Gespräch brachte und die Geschichte als "sehr interessant" befand. Aber Spielberg brauchts hier gar nicht. Cuaron überrascht in allen Belangen mit einer abstrakten, straffen und Bildgewaltigen Adaption und liefert so fast ein Meisterwerk ab. Der Film beginnt lustig und aufgregend, als harry seine tante mit einem Schwebezauber belegt und anschließend von den gehassten Dursleys flüchtet. Von beginn an wird klar, das hier ein ganz anderer Stil als bei den ersten Filmen herrscht. Optisch sind die Bilder deutlich düsterer geworden, auf Bonbon Farben wurde bewusst verzichtet und auch der Score untermalt den Wandel vom Kinder zum Erwachsenen Film. Die Geschichte wird auf die Haupthandlung reduziert, was für Fans des Romans vielleicht ärgerlich, aber nicht von wesentlicher Bedeutung ist. Bereits in Hogwarts angekommen, wird der neue Tenor klar. Ein Chor singt ein schauriges Lied bei strömenden Regen, die große Uhr von Hogwarts schlägt 12 und ein Geier kreißt um die Hütte von Hagrid. Die Zeichen stehen auf Bedrohung, Harry sieht sich in permanenter Gefahr. Die Gefühlswelt wird erstmals tiefer beleuchet und emotional erzählt. Immerhin hat er seine Eltern verloren und lernt mit dem neuen Lehrer Remus Lupin einen Freund seines Vaters kennen, der ihn beim Kampf gegen die Dementoren unterstützt. Auch die Themen sind gewachsener und verleihen dem ganzen mehr Tiefe. Es geht um Familie, Verrat und Verlust. Und die Zeit spielt eine wesentliche Rolle. Abstrakt und gefährlich ist diese, wer damit herumspielt muss die Konsequenzen fürchten. Die Bedrohung und die Zeit verleihen dem Film eine eigene spezielle Richtung. Alles wirkt ins sich stimmig und vom Timing her perfekt. Alfonso Cuaron pickt sich das für ihn wichtige aus der Vorlage heraus, hält die Spannung stets hoch und setzt das in tollen Kameraeinstellungen um. Ich war wirklich überrascht wie viel vom buch fehlte und das mich das nicht im geringsten störte. 135 Minuten fühlte ich mich super unterhalten und dem Roman stets verbunden. Das Fazit: "Der Gefangene von Askaban" ist nicht nur der beste aller bisherigen Verfilmungen, er ist auch noch ein spezieller, abstrakter, bildgewaltiger und spannender Film der von Anfang bis ende super unterhält und eindeutig die Handschrift des Regisseurs trägt, was meiner Meinung nach das wichtigste ist. Der kern des Buches bleibt erhalten, ein einenständiges werk in einem anderen Medium ist dieser Teil trotzdem. Hut ab!
Hinzugefügt am 25.08.2010 um 20:26 Uhr
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