5 - Spitzenklasse
Als Klassiker des Filmgenres eine Legende!
Warum ist das so und hat der Film diesen Stellen Wert bzw. wurde nie wieder erreicht?
Es ist im Grunde genommen so, das der Klassiker Alien die bekannten Klischees bestimmter Sci-Fi/Horror B-Movie Filme aus den 50er, 60er, 70er Jahren nahm, eine simple Handlungsidee aufgriff, die schon etliche Male erzählt wurde, und diese entsprechend variierte, auf ein ganz neues Niveau hob. Der Film basiert im Grunde genommen auf 2001 - A space Odyssey, aber anstatt auf sauber und sterile Umgebung zu setzen, Charaktere als strahlende Helden zu stilisieren und durch erzeugte Tiefe Langatmigkeit zu produzieren, tat Alien das genaue Gegenteil. Das All war nicht nur lebensfeindlich, die Umgebung, der Ort der Handlung wurden plötzlich schmutzig und düster gezeichnet. Das reelle Leben drängte sich plötzlich in den Vordergrund, auf die Leinwand. Bezeichnend die Eingangssequenz, in der ganz langsam durch eine virtuose Kamerafahrt, Dunkelheit und dem unterlegten Score ganz subtil das Gefühl der Eingeengheit und Unheimlichkeit erzeugt wird, was auch zur Paranoia im Film beiträgt! Was am Anfang dann noch wenig plausibel anmutet, aber dann doch glaubhaft wird, ist die berühmte Aufwachsequenz der Protagonisten. Erwähneswert hier bei ist die Kryogenik, (das einfrieren und am leben halten) die den Protagonisten hilft, einen langen Flug nach Hause durchzustehen, über mehrere Monate, Jahre! Dies ist etwa nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern basiert auf einer reellen Grundlage. Wir wären in der Lage dieses um- und einzusetzen, sind aber technisch davon "noch ein sehr gutes Stück entfernt."
Beeindruckend, das die Charaktere so gespielt werden, das diese authentisch wirken und man kein Schauspiel quasi mehr wahrnimmt...
Man kann gleich von Beginn ausmachen, das keinerlei Helden definiert werden (erst am Ende wird eine "Heldin" ausgemacht, die teilweise wider Willen zu dieser wird), sondern normale durchschnittliche Frauen und Besatzungsmitglieder. Jeder von ihnen offenbart einen bestimmten Charakterzug. Man findet auch keinen eindimensional gespielten Antagonisten. Ash kann man zwangsläufig nicht als Bösewicht klassifizieren, er ist einfach nur ein rein unbestechliches, auf seine Aufgabe programmiertes, biomechanisches Lebewesen, dem Aufgrund der Auseinandersetzung mit Ripley tragischerweise die Sicherung irgendwann durchgeknallt. Ob er rein programmiert handelt in der berühmten Auseinandersetzung mit Ripley, also sie auf Grund eines zugespielten Befehles töten möchte, lässt sich nicht genau definieren, denkbar wäre es und würde auch Sinn machen. Man sieht höchstens Schweiß oder Milch an seinem Antlitz. Die Grenzen zwischen gut und böse sind fließend. Bei der Besatzung handelt es sich um LKW-Fahrer, Mechaniker und hart arbeitende Leute, die für mehrere Millionen Einheiten an Währung wertvolles Erz auf den Weg nach Hause transportieren. (Die Besatzung befindet sich an Bord der Nostromo, die einen riesige Raffinerie, Lagerstätte und LKW für den Transport darstellt.)
Und um ihren Anteil nicht zu verlieren, werden sie dazu gezwungen, sich auf die Suche nach dem Ursprung des ominösen, aufgefangen Signals zu machen, das in der Zwischenzeit vom Bordcomputer Mutter erfasst wurde. Interessant ist auch die Paralle zu Kubricks 2001, die sich zweifelsohne erkennen läßt. Die Menschen sind abhängig von Robotern und Maschinen um zu überleben, und eine zentrale Kontrollfunktion dient dazu, das Leben im inneren zu beherbergen und zu beschützen, damit dieses am leben bleibt. Die Bezeichnung Mutter für den Bordcomputer ist also perfekt gewählt....
Die gesamte Mannschaft wirkt zwar wie ein kleiner teil der Gesellschaft auf der Erde, aber sie irgend einem bestimmten Klischee, einer Gruppierung oder einer Nation zu ordnen zu können, ist quasi unmöglich..... Man muß sie so nehmen wie sie sind, was manchmal nicht ganz einfach und angenehm , manchmal aber auch ganz erheiternd ist.
Auffällig ist: sämtliche Performances in der "Frühstücksszene" wirken ungekünstelt und geerdet. Das sind grundlegende Dinge, die heute leider vielen Produktionen abgehen, und durch die Charme verloren geht.
Auch werden am Anfang direkt schon Konflikte und Themen offenbart, die für jeden heuten einen aktuellen Bezug zu den gesellschaftlichen und politischen Geschehnissen haben bzw. relevant sind, z.B. die Angst vor Job-Verlust, vor schlechter Bezahlung, Konsequenzen für den weiteren Lebensverlauf und die daraus resultierende Einordnung in die menschliche Gesellschaft; Betrug, Neid, Missgunst.
Greifbar wird das durch die beiden Techniker Parker und Brett, die diese Konflikte ansprechen....
Was man heute evtl. an Charakterzeichnung bzw. Profilschärfung verbessern könnte, wäre den Protagonisten evtl. mehr Beziehungsgeflechte zuzuordnen. Mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 01.01.2011 um 13:58 Uhr
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