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"Haus der 1000 Leichen" ist die konsequente Fortführung des postmodernen Horrorstreifens, der einige Jahre zuvor in den ausklingenden 1990er Jahren mit "Scream" wie eine Bombe einschlug und in den folgenden Jahren Filmemacher ermunterte den Slasher & Splatter-Klassikern der 1970er und 1980er ein Facelift zu verpassen. Rob Zombie feierte mit diesem recht experimentellen Streifen sein Regiedebüt und spaltete die Kritiker. "Haus der 1000 Leichen" könnte man verkürzt als einen Mix aus "Natural Born Killers", "Texas Chainsaw Massacre" und einer Reminiszenz an den Manson-Clan beschreiben. Das Szenario ist bekannt: 1977 fahren vier junge Leute - zwei Typen und zwei Mädels - quer durch die USA, um ein Buch über ungewöhnliche Straßenattraktionen zu schreiben. Dabei stoßen sie auf Captain Spauldings "Haus der Monstrositäten". Der etwas ungepflegte und schaurige Clown lädt sie auf eine Führung durch seine Freakshow ein. Dabei ist die Rede vom Serienkiller Dr. Satan, einem verrückten Arzt der einst in der Nähe gehängt wurde. Natürlich wollen die jungen Leute dort hin und kriegen vom etwas widerwilligen Captain Spaulding eine Wegbeschreibung. Auf der Fahrt treffen sie jedoch auf die attraktive und ein wenig merkwürdige Anhalterin Baby Firefly, die nach Hause gefahren werden will. Auf dem Weg dorthin zerschießt jemand ihre Reifen und die vier machen sich zunächt auf zum Hause Firefly und warten dort darauf, dass Babys Halbbruder Rufus das Auto abschleppt. Dort angekommen machen sie Bekanntschaft mit dem Rest der Familie. Zunächst scheint die Situation nicht allzu bedrohlich zu sein. Nach dem Abendessen und einer Show, die die Fireflys extra zu Halloween veranstalten , kommt es jedoch zum Streit. Die vier werden aufgefordert zu gehen, kommen jedoch nicht weit, da sie vom Charles-Manson-Lookalike Otis und dem Riesen Tiny abgefangen, ins Haus verschleppt und anschließend von Otis und Baby gefoltert werden. Darauf machen sich zwei Cops in Begleitung eines Vaters der Opfer (ein Ex-Cop) auf die Suche nach den Vermissten. Rob Zombie hat mit "Haus der 1000 Leichen" einen echten zeitgenössischen Horrorklassiker geschaffen, der sich einen Dreck um eine stringente Story und klassische Erzählweisen schert. Der Film lehnt sich mit seinen wilden Schnitten, einem schaurigen Soundtrack und Bildverfremdungen deutlich an "Natural Born Killers" an. Zombie interessiert sich nicht für die Opfer, sondern die Täter. Die vier jungen Teenies sind hier wirklich nur Nebendarsteller, doch das stört nicht weiter, denn die Familie Firefly, angeführt durch das Manson-Double Otis und die durchgeknallte Schönheit Baby, sowie Captain Spaulding sind die wahre Hauptattraktion des Films. "Haus der 1000 Leichen" sollte man nicht als einfachen Slasher-Streifen sehen, sondern als eine wilde, überzogene und ironische Verbeugung vor dem Genre. Beispielhaft sei nur das komplett verstörende und gleichsam unbefriedigende Ende erwähnt. Rob Zombie spielt mit den Sehgewohnheiten der Horrorfreunde und bricht mit den klassischen Erwartungen. "Haus der 1000 Leichen" ist weder übermäßig blutig, noch sonderlich gruselig, aber dafür bietet es abseits jeglicher Klischees etwas wirklich Neues für Freunde des Horrorfilms.
Hinzugefügt am 29.12.2010 um 17:48 Uhr Verstoß melden
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