Von Johannes Pietsch
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Ach ja, die guten alten 70er. Nachdem uns von Marketingsexperten und der geballten Konsumgüterindustrie bis vor etwa drei Jahren die 80er als das Jahrzehnt kultureller Glückseligkeit verkauft wurde, sind es seitdem die 70er, das Jahrzehnt also, welches uns den Afro-Look, Plateau-Schuhe, den Disco-Sound, ABBA, Schlaghosen, Polyesterhemden, Flowerpower, die Bee Gees, Kli-kla-klawitter, Franz Beckenbauer, die Montagsmaler, John Travolta und die Ariel-Werbung brachte. Und eben auch so denkwürdige Fernsehserien wie zum Beispiel „The Professionals“, in Deutschland auch bekannt als „Die Profis“, jene denkwürdige britische Agentenserie mit den beiden knallharten Draufgängern Bodie und Doyle und ihrem wunderbar distinguiert-würdevollen Chef George Cowley. Wir erinnern uns: Irgendwann nahmen die prüden Programmmacher des zweiten deutschen Fernsehens die allmittwochabendlich über die Bildschirme flimmernde Agenten-Action in wahrhaft caritativer Sorge um das seelische Wohlbefinden der so viel Gewaltdarstellung nicht vertragenden TV-Konsumenten wieder aus dem Programm und brachten als Ersatz das idealtypische weibliche Pendant für die drei britischen Draufgänger: „Drei Engel für Charlie“ hieß dieser kultige, entwaffnend einfältige und bisweilen wirklich herrlich stupide TV-Serienhit aus den Glam- und Glittertagen der Disco-Dekade, die uns Farrah Fawcett, Jacklyn Smith und Kate Jackson als Jill Munroe, Kelly Garrett und Sabrina Duncan bescherte und in der es eigentlich nie um das allwöchentliche Kriminalrätsel ging, sondern vielmehr um die Frage, welche der drei Damen diesmal in einen Swimming-Pool fällt. Traf es Farrah, war die Folge unter Garantie ein Heuler. Der unsichtbare Auftraggeber Charlie, gesprochen von John Forsythe und für die drei Detektivinnen nur durch eine Sprachbox sichtbar, avancierte dabei zum Synonym für die voyeuristische Ader des TV-Zuschauers.
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