4.5 - Großartig
Spirituelles Rückgrat, Ehre, Der Weg des Kriegers..... Schlagworte, die bei Last Samurai im Gedächtnis bleiben.
Es heißt, Japan sei durch ein Schwert entstanden, es heißt die alten Götter hätten eine Korallen Klinge ins Meer getaucht, uns als sie sie wieder heraus zogen, seien vier perlen gleiche Tropfen zurück ins Meer gefallen, und diese Tropfen bildeten die japanischen Inseln. Ich behaupte jedoch: Japan entstand durch eine Hand mutiger Männer, Krieger, die bereit wahren ihr Leben zu opfern für etwas, was heute in Vergessenheit geraten zu sein scheint, Ehre..... Der epische Ton des Erzählers macht gleich sofort klar, dass hier an die sehr ehrenhaften Tugenden einer weit zurückliegenden Krieger Kaste, sprich der Samurai dominierten Vergangenheit erinnert werden soll: Verhalte dich ehrenhaft bei all deinen Begegnungen mit anderen Menschen, glaube an die eigene Gerechtigkeit. Es gibt keinen feinen Abstufungen in Fragen der Ehre und Gerechtigkeit. Es gibt nur richtig oder falsch. Die Samurai sind von Natur aus nicht grausam, sie sind höflich, selbst zu ihren Feinden. Denn die Samurai werden für ihren Umgang mit anderen Menschen respektiert. The Last Samurai schlägt als Filmes genau in diese Kerbe ein. Zwar ist the Last Samurai ohne Frage eine Mischung aus historischen Fakten und Hollywood, kurz Historywood, das sich an das breite Publikum richtet, und seinem "Star" Tom Cruise zum austoben auf der Leinwand genügend Platz bietet, (ich persönlich würde Tom Cruise auch nicht mögen, aber man soll nicht mit Vorurteilen ins Kino gehen sondern den Schauspieler und seine Rolle beurteilen) darüber hinaus ist the Last Samurai aber einer der besten Filme unserer Zeit (und hat eine Fanbase trotz manchmal auch anders lautender Meinung), der sein unterschwelliges Anliegen und im Laufe der Handlung immer konkreter werdendes Thema, seine eigene Message ernst nimmt, variabel gestaltet und sich als großes episches Kino entpuppt – Last Samurai ist mehr als bloße Unterhaltung ohne Tiefgang; und wird nicht nur von Tom Cruise getragen, sondern insbesondere von Ken Watanabe, der eine außerordentliche Leistung abliefert.
Kurz zur Handlung:
Der Bürgerkriegsveteran Nathan Algren, gespielt von Tom Cruise hat in seinem Leben durch die amerikanischen Bürgerkriege viel durchgemacht, am Ende wurde er alkohol abhängig. Er kämpfte in der Schlacht um Gettysburg für die amerikanische Unabhängigkeit und zog anschließend in einem blutigen Feldzug gegen die Cheyenne-Indianer, dies wird im Film im Laufe eines Gespräches zwischen Algren und Bagley immer konkreter. Ganz besonders unter seinem Vorgesetzten Bagley drohte Nathan zu zerbrechen, denn unter dessen Befehl wurden ganze Dörfer voller wehrloser Frauen und Kinder ermordet. Wäre Algren dem Befehl nicht gefolgt, wäre er unehrenhaft aus der Armee entlassen worden. Nathan Algren versucht seine Alpträume durch immer größer werdende Menge Whisky zu ertränken. Über Wasser hält er sich durch eine Anstellung beim Kanonenhersteller Winchester für 100 Dollar im Monat, für den er bei Ausstellungen und Messen zu Werbezwecken von seinen „heldenhaften“ Taten berichtet.
Eines Tages wird ihm von Bagley und General Omura ein unmoralisches Angebot gemacht, welches er zu Anfangs nicht aus schlägt.
Algren soll für 500 Dollar im Monat, die er raus schlägt, die Armee des japanischen Kaisers Meiji fit machen bzw. ausbilden im Kampf gegen den Aufständischen Samurai Katsumoto.
Das geschieht auch soweit wie möglich, allerdings mit schweren Folgen und einigen Überraschungen, wie bereits bekannt.
Algren selbst wird von dem Samurai-Führer Katsumoto gefangen genommen, und in die Berge verschleppt, wo dieser seinen Feind kennen lernen will, genau diese Denkweise hat auch Algren verinnerlicht. Interessante Fakten: Die Figur des Katsumoto und die Darstellung der Samurai-Rebellion orientieren sich grob an tatsächlichen Geschehnissen in Japan in den Jahre 1876/77. Damals kam es zu einem brutalen und am Ende tödlichen Konflikt, den Japan in mehr als zwei Jahrhunderten nicht mehr erlebt hatte, als die vom Kaiser ihrer Privilegien beraubten Samurai unter Führung des legendären Saigõ Takamori, an den sich die Katsumoto Figur anlehnt, in einer letzten Schlacht blutig untergingen.
Nach einem phänomenalen Auftakt mit viel Action und einem wieder von Hans Zimmer berauschenden Score , beschreibt der Film sensibel und ohne allzu viele Zugeständnisse an Hollywood Dramaturgie die private Annäherung Algrens an seine Bewacher. Diese entpuppen sich im nach hinein nicht nur als Bewacher, sondern auch als Beschützer, als Lebensretter, als sehr humanistisch, da er gesund gepflegt wird und einem Alkoholentzug durchsteht. Alle Darsteller meistern in dieser Passage ihre Darstellungen ganz besonders gut, sprich mit Bravour. Wie Tom Cruise seinen Alkoholentzug durchlebt bleibt im Gedächtnis, dieser wird hoch emotional dargestellt. Mehr auf http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 20.07.2010 um 11:03 Uhr
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