Aguirre, der Zorn Gottes
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    flozze
    flozze

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      2 - Nicht gut

    Vorneweg: mir ist klar, dass Kinski ein genialer Schauspieler ist, und auch Herzog, der bei diesem Film noch sehr jung war, erkenne ich als Fachmann an. Jetzt das "Aber". Ich bewerte Filme neutral, weshalb mir egal ist, ob Kinski nun die Titelrolle spielt oder nicht. Allein der Name rechtfertigt nicht schon, den Film derart hoch zu loben. Meiner Meinung nach ist er vor allem eins: eher langweilig. Die ganze Handlung beschränkt sich im Prinzip auf die Floßfahrt. Das wäre nicht schlimm, denn das Konzept einer Fahrt auf einem Fluss, der in diesem Fall als Mediator zwischen zwei Welten dient (Dschungel/Natur vs. Zivilisation/Kultur), funktioniert ja auch perfekt in Coppolas Meisterwerk "Apocalypse Now". Da kommt die bedrückende Enge der auf ein Schiff gesperrten Protagonisten auch gut rüber, bei "Aguirre" aber funktioniert das überhaupt nicht. Weshalb Kinski als genialer Charakterdarsteller hier so gelobt wird ist mir auch schleierhaft. Er hat den ganzen Film über den gleichen Gesichtsausdruck, diesen psychopathisch anmutenden Blick ins Leere. Das kann ja mal in bestimmten Szenen großartig wirken, aber auf die Dauer wirkt das einfach nur affig und nicht grandios. Das einzige, was an dem Film interessant ist, sind die Landschaftsbilder. Allein schon der Anfang ist tatsächlich eindrucksvoll, wie der Trupp sich durch die Berge kämpft. Das allein reicht aber bei Weitem nicht, den Film als Meisterwerk zu bezeichnen. Vielleicht hätte Herzog doch eher Landschaftsfotograph werden sollen - eine tolle Geschichte hat er hier jedenfalls nicht erzählt und inszeniert, so Leid es mir tut.

    Hinzugefügt am 23.06.2009 um 01:51 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Dieser Film ist eine unmissverständliche Satire auf die Evolution und das Dasein der Menschheit. Spätestens bei der Szene vor dem Gericht im Dschungel müsste sich jeder Zuschauer ein lachen verkniffen haben. Ich denke der Zustand der Unsicherheit des Zuschauers ob der Film nun missverständlich komisch ist, ist ein beabsichtigter Geniestreich Herzogs. Die metaphorische Unterstreichung des sinnlosen Herumirrens, durch die Szenen des herumtreibenden Flosses (speziell Strudel). Herzog spielt von Anfang bis zum Ende des Films mit dem Zuschauer. Im Verlauf des Films wird die melancholisch, traurige Stimmung immer mehr durch den PERFEKT inszenierten, unterschwelligen Humor abgelöst, bis er sich zum Ende hin in einigen klamaukartigen Szenen (Enthauptung) BEINAHE verrät. Es bleibt jedoch bis zum Schluss eine Gewisse Ungewissheit.

    Hinzugefügt am 21.11.2006 um 23:36 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Der Film "Aguirre - Der Zorn Gottes" handelt von einer spanischen Expedition die im amerikanischen Urwald nach dem sagenumwobenen El Dorado sucht. Eine kleinere Gruppe wird vorgeschickt, um die Umgebung auszukundschaften, unter ihnen den machtbesessene Aguirre. Kaum sind sie in die Tiefe des Dschungels eingedrungen wird ihr Führer gestürzt, ein anderer zum König ernannt und Aguirre ernennt sich selbst zum engsten Berater des Königs. Klaus Kinski spielt den Aguirre jähzornig und erbarmungslos, er ist Aguirre und Arguirre ist er. Wegen seinem Bestreben nach Macht lässt er die ganze Truppe vor die Hunde gehen. Mit kalter Intelligenz nutzt er die Naivität der anderen aus und doch geht seine Rechnung nicht auf: Was nicht existiert kann nicht gefunden werden und so ist die kleine Gruppe von Anfang an zum Scheitern verurteilt und selbst ganz zuletzt ist er der Einzige, den seine Beine noch tragen, der Einzige, der noch bei Bewusstsein ist. Er spinnt im Wahn seine Geschichte weiter und doch ist es uns nicht vergönnt ihn sterben zu sehen, er hat alle umgebracht und nun ist er der letzte, der von seiner eigenen Machtgier zerfressen und gemordet wird. Aguirre - er war der Zorn Gottes, das Zeichen dafür, dass uns die Tiefe der Urwälder nicht gehören wird und kann, nie!

    Hinzugefügt am 23.06.2006 um 20:05 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Wer sich,weitab des Computer - Popcornkinos von Hollywood,auf intelligent gemachte und bildgewaltige Filme einlässt,wird "Aguirre" lieben....Der Film ist eine einzige Abfolge von Bildern,ruhig,tragisch,erhaben,untermalt von den leisen,aber eindringlichen Tönen von Popol Vuh.Er nimmt den Betrachter mit in die Unendlichkeit des Dschungels,in jene Unendlichkeit,in die Aguirre mit einer kleinen Schar von Männern eindringt,um das sagenhafte Goldland El Dorado zu finden.Dabei zerstört er seine Schar genauso wie sich selber,endend im Wahnsinn,allein und verloren auf einem auseinanderbrechenden,von Affen bevölkerten Floss dahintreibend,fabuliert er von seinem zukünftigen Reich - niemand sonst hätte diese Szene spielen können als allein Klaus Kinski,diesem Genie des Wahnsinns,dem man jeden Gefühlsausbruch,jede Gemütsregung,jeden Irrsinn abnimmt und glaubt.Wer sonst hätte eine ansonsten recht eintönige Handlung derart mit Leben füllen können? Wem sonst hätte man diesen Part geben können? Die Antwort ist : niemandem.Der Film wäre ohne Kinskis Schauspielkunst nie das geworden,was er mit ihm geworden ist : eine wahre Perle deutscher Filmgeschichte,zu Unrecht in Vergessenheit geraten.Dabei ist es eben so,dass Kinski immer gespalten hat,entweder man liebt ihn oder man hasst ihn - nur gleichgültig hat sein Spiel und seine eindringliche Mimik keinen gelassen unnd das gilt auch für diesen Film.

    Hinzugefügt am 14.02.2006 um 22:58 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Besonders faszinierend an Herzogs chef-d´ oeuvre, "Aguirre, der Zorn Gottes", ist der beklemmende, fatalistische Gleichmut im Angesicht des sicheren Scheiterns. Die Stilmittel sind meisterhaft: Die monotone Erzählweise des Mönches, teilweise minutenlange "Stilleben", die Darstellung des mühsamen Marsches gleich zu Beginn, der trockene, fast apathische Humor. Allein der finstere Kinski durchbricht die allgemeine Gleichgüligkeit durch seinen nihilistischen Trotz. Die Darstellung des mitreißenden, charismatischen, intelligenten Wahnsinne ist Kinskis Paraderolle (wohl zusammen mit der Rolle des hilflosen Woyzeck). Veredelt wird das Werk zudem noch durch die fast schon sakral wirkende Filmmusik von Popol Vuh. Schade, dass in meiner Generation (23) dieser Meilenstein der deutschen Filmgeschichte ein böhmisches Dorf geworden ist.

    Hinzugefügt am 26.10.2005 um 22:11 Uhr
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