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Vorneweg: mir ist klar, dass Kinski ein genialer Schauspieler ist, und auch Herzog, der bei diesem Film noch sehr jung war, erkenne ich als Fachmann an. Jetzt das "Aber". Ich bewerte Filme neutral, weshalb mir egal ist, ob Kinski nun die Titelrolle spielt oder nicht. Allein der Name rechtfertigt nicht schon, den Film derart hoch zu loben. Meiner Meinung nach ist er vor allem eins: eher langweilig. Die ganze Handlung beschränkt sich im Prinzip auf die Floßfahrt. Das wäre nicht schlimm, denn das Konzept einer Fahrt auf einem Fluss, der in diesem Fall als Mediator zwischen zwei Welten dient (Dschungel/Natur vs. Zivilisation/Kultur), funktioniert ja auch perfekt in Coppolas Meisterwerk "Apocalypse Now". Da kommt die bedrückende Enge der auf ein Schiff gesperrten Protagonisten auch gut rüber, bei "Aguirre" aber funktioniert das überhaupt nicht. Weshalb Kinski als genialer Charakterdarsteller hier so gelobt wird ist mir auch schleierhaft. Er hat den ganzen Film über den gleichen Gesichtsausdruck, diesen psychopathisch anmutenden Blick ins Leere. Das kann ja mal in bestimmten Szenen großartig wirken, aber auf die Dauer wirkt das einfach nur affig und nicht grandios. Das einzige, was an dem Film interessant ist, sind die Landschaftsbilder. Allein schon der Anfang ist tatsächlich eindrucksvoll, wie der Trupp sich durch die Berge kämpft. Das allein reicht aber bei Weitem nicht, den Film als Meisterwerk zu bezeichnen. Vielleicht hätte Herzog doch eher Landschaftsfotograph werden sollen - eine tolle Geschichte hat er hier jedenfalls nicht erzählt und inszeniert, so Leid es mir tut.
Hinzugefügt am 23.06.2009 um 01:51 Uhr Verstoß melden
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