Kritik:
Ich liebe Filme und Ein zuhause am Ende der Welt’ wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen. Es ist eine einfache Geschichte über das Leben und die Liebe, aber es ist auch eine ungewöhnliche Geschichte. Vielleicht sollte ich sagen, es ist eine moderne Geschichte. Es geht eben nicht um alte Konventionen der Lebensführung, sondern um alternative Möglichkeiten. Wie schafft man es, außerhalb der gemütlichen 1,5-Kind-Familien-Idylle, ein glückliches Leben aufzubauen? Eins wird im Film klar, auch wenn man mehr Optionen hat wird es nicht einfacher. Emotionen, Liebe und Leidenschaft, Sehnsucht nach einfachen Dingen (ja, hier ist wohl Konvention gemeint) können auf der Suche nach einem glücklichen Leben zu unberechenbaren Größen werden. Warum der Film statt einer 10 eine 8 bekommen hat ist, so finde ich, einfach erklärt. Er ist an manchen Stellen einfach sehr komplex. Die Beziehungen der vier (Alice, Claire, Bobby, Jonathan) erschließen sich nicht bis ins letzte Detail. Und was manchen vielleicht stört, ein Ende, das alles erklärt hat der Film dann auch nicht. Ich denke, man braucht eine gewisse Liebe zum Thema und wahrscheinlich sollte man sich nicht scheuen, sich selbst seine Gedanken dazu zu machen. Über das Leben und die Liebe, Themen die ja nicht nur in der Fiktion komplex sind.
Zweifellos kann man aber über den Film sagen, dass er ein ungemein gelungenes Werk ist. Michael Meyers erstes filmisches Werk nach erfolgreichen Broadway-Produktionen, hat die richtigen Schauspieler, das richtige Erzähltempo und den richtigen Ton getroffen. Ich finde nichts befriedigender, als wenn man das Gefühl hat, hier agieren nicht Schauspieler die ihren Job erledigen, sondern Charaktere die einen auf eine Reise mitnehmen. Deren Gefühle durch die hervorragende Leistung der Darsteller für mich als Zuschauer nachempfindbar und miterlebbar werden. Eine seltene Erfahrung und nun komme ich wieder zum Anfang: Ein zuhause am Ende der Welt’ hat sich einen besonderen Platz in meinem Herzen erobert.