Agnes und seine Brüder
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      4.5 - Großartig

    Agnes und seine Brüder ist "Großes Kino" in dem Sinne, dass der Film den Betrachter in (emotionale) Gegenden/Abgründe führt, die ihm unbekannt oder zumindest verschlossen sind. Alle Charaktere sind weit abseits vom durchschnittlich emotional stabilen Mitbürger. Am schlimmsten hat es vielleicht den Politprofi (Herbert Knaup) erwischt, der für den Riemann'schen Typus des "Zwanghaften" steht. Sein Festhalten an stereotypen Ritualen, die Flucht in ordnende Zwangshandlungen und die darauf folgenden Ausbrüche sind prototypisch. Moritz Bleibtreu Figur des verklemmten Spanners, der ewig schwitzend und angespannt durch die Szenerie stolpert, ist großartig und an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Nur Transvestit Agnes, der oberflächlich gesehen am weitesten ausserhalb der bürgerlichen Gesellschaft steht, scheint den Frieden mit sich und seiner Umgebung gefunden zu haben. Trotz der extremen Darstellung aller Beteiligter verkommen diese nie zu Klischees, bleiben facettenreich und ambivalent. Der Film mag seine Figuren und dem Betrachter wird jede Figur auf Ihre Weise sympathisch nahegebracht. Exemplarisch hierfür ist die Pornobude, in welcher ein professionell-lockerer und dabei kollegial-fürsorglicher Umgangston herrscht. Und Martin Semmelrogges Pornoproduzent, der augenzwinkernd seine Darsteller aus Selbsthilfegruppen rekrutiert ist 1a-komödiantisch. Die Situationen sind haarsträubend und dem Betrachter fällt öfter mal die Kinnlade runter ob der Kapriolen, die das Drehbuch schlägt. Man möchte sich vor Peinlichkeit verkriechen oder kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus.

    Hinzugefügt am 16.05.2007 um 10:02 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Ein facettenreicher, aufregender und spannender Film in jeder Hinsicht, welcher dem Zuschauer ein selten gewordenes Geschenk macht: Freiräume! Freiräume die unzähligen z.T kurz gestreiften/angerissenen und bewusst nicht ausdiskutierten kleinen Abgründe, Szenen, gesellschaftskritischen Spitzen weiter zu spinnen/interpretieren und zum Nachdenken anregen... Ein wunderbarer Film, den man nicht gleich wieder vergisst, da er soviel anspricht und zugleich soviel Interpretationsfreiräume läßt. Danke! - Eine Wohltat, nicht alles bis zu einem Happy End vom Regisseur vorgekaut zu bekommen. Nadja, Deine Erwartungen an diesen Film können garnicht erfüllt werden, da Du ein in sich abgeschlossenes Werk und Antworten auf alle Fragen erwartest - genau das will der Film nicht! Adjektive wie "ekelhaft" lassen vermuten, dass die Intension des Filmes nicht verstanden wurde - vielleicht das Ergebnis, dass man schon vielzuviel Fertigkost gewohnt und völlig irritiert ist, wenn man einmal nicht an der Leine geführt wird...

    Hinzugefügt am 09.05.2007 um 13:19 Uhr
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      4.5 - Großartig

    Das Geschehen und die drastischen Bilder lassen den Zuschauer nicht kalt. Abstoßend, eklig, krank und abnormal - wie in einigen Kritiken zu lesen, finde ich es nicht. Die Persönlichkeiten und der Lebensentwurf weicht eben ab vom Durchschnittsbürger und bürgerlichen Familienidyll - das ist schon alles. Und eine solche Vielfalt von Lebensentwürfen (Pornodarsteller) und sexuellen Prägungen (lesbisch, transsexuell usw.) sollte man tolerieren und die Betroffenen nicht als abnormal und krank abstempeln. Ausgenommen ist hier die Gruppe der Sexsüchtigen. Diese Sucht entfaltet wie alle anderen Süchte auch - zerstörische Wirkungen auf das Privatleben, den Beruf und soziale Beziehungen. Hier kann man tatsächlich von Krankheit sprechen.

    Hinzugefügt am 09.05.2007 um 10:12 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Ein wirklich herzbewegender Film. Jede der drei Charaktären schafft es die Anderen in Abnormalität zu übertreffen. So unnormal die Wirklichkeit hier dargestellt ist, bleibt am Ende die Liebe, welche das Handeln erklärt. Drei Brüder auf der Suche nach Akzeptanz. Keiner von ihnen will so recht in die Gesellschafft passen und doch ist jeder ein herrlich beispielhafter Vetreter der Selbigen und deren kranken Abwegen. Hier sieht man genau das, wovon der Blick sonst abgewendet wird.

    Hinzugefügt am 03.01.2006 um 10:46 Uhr
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      4 - Sehr gut

    Während ich mir die Kritiken durchlas, bemerkte ich, dass dieser Film in der Tat ein gewisses "Mitdenken" erfordert, allerdings sind die einzelnen Situationen der jeweiligen Personen so extrem, dass man diese widerum sehr gut miteinander verbinden und dadurch auch nicht mehr vergessen kann. Wenn man sich das Leiden der Geschehnisse durch den Kopf gehen lässt, empfindet man häufig Neugier und Mitleid verbunden mit einem abstoßendem Gefühl. Absolut Sehenswert! Herausragend spielt meiner Meinung nach (einmal wieder) Moritz Bleibtreu - wobei Agnes auch sehr überzeugend gespielt wird. Wer Action braucht, wird hier allerdings enttäuscht. Aber das ist auch gut so - das Erleben der Leben der verschiedenen Brüder ist hier wohl eher gewollt. Einfach ein 1A deutscher Film.

    Hinzugefügt am 26.04.2005 um 20:38 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Ein wirklich wunderbarer Film. Habe selten so viele deutsche Schauspieler mit Rang und Namen in einem Film gesehen....Die gewisssermaßen recht abstruse Geschichte der drei Brüder berührt einen auf unterschiedliche Weise. Teils amüsiert sie, teils schockiert sie und erfüllt einem mit Mitleid und Anteilnahme. Klar ist, jedoch auch, dass dieser Film kein reines Unterhaltungskino ist und dass er es auch nicht sein will. Man muss sich für diesen Film schon Zeit und Muße nehmen, denn er guckt sich nicht nebenbei. Die Schauspieler brillieren fast alle in ihren jeweiligen Rollen, allen voran natürlich die 3 Hauptakteure und davon insbesondere Moritz Bleibtreu, der wiedermal eine hervorragende Leistung bietet. Also in Ruhe zurücklehen und auf sich wirken lassen ! @Nadja: Der Film ist nicht umsonst ab 16, die Pornodarstellerin hat sich in Hans-Jörg verknallt, ja Angnes stirbt, woran erfährt man nicht, aber, dass sie krank ist ahnt man schon, der Star ist irgendein Star eben, und sie war mal mit ihm zusammen, als sie noch ein Mann war! Lass so einen Film mal richtig auf dich wirken und gewöhn dir ab, dass ein Film immer alle offenen Fragen beantworten muss. Ein wichtiges Fazit aus dem Film ist für mich zudem, dass Agnes, trotz ihrer Transsexuallität, eigentlich noch die \"normalste\" unter den dreien ist, sie hat zwar auch schwerwiegende Probleme, ist mit sich und ihrem Leben jedoch anscheinened wesentlich im reineren als die anderen beiden.

    Hinzugefügt am 25.04.2005 um 10:40 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Ein wunderbarer Film, der nicht eine Minute langweilig wird. Ich habe schon lange nicht mehr so zwischen Lachen und Heulen geschwankt, ein einziges Auf und Ab der Gefühle. Genialer Balanceakt zwischen Komik und Dramatik, Realität und Übertreibung. Besonders gut: Moritz Bleibtreu, dessen Einsamkeit und Verzweiflung kaum zu ertragen war.

    Hinzugefügt am 22.04.2005 um 18:31 Uhr
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      0.5 - Null

    Dies ist der mieseste Film den ich seit langem gesehen habe. Er ist völlig unverständlich erzählt und man fragt sich die ganze Zeit was das Gehabe der Protagnoisten eigentlich soll. Kein Mensch benimmt sich so bescheuert. Zudem ist er auch noch eklig - da wird auf den Boden gekackt und Mädels auf dem Klo beobachtet, pfui, wer will denn sowas sehen!? Wenn man sich nicht grade ekelt und wegguckt rätselt man was das alles soll. Warum fährt diese Pornodarstellerin mit dem beknackten Spanner weg? Stirbt Agnes am Ende? Und woran? Wer ist der komische Star den sie auf dem roten Teppich trifft? Der Film ist allerdings so mies, dass man es eigentlich gar nicht wissen will. Was hat der Regissseur sich dabei nur gedacht? Pfui!

    Hinzugefügt am 13.04.2005 um 16:43 Uhr
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