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Königreich der Himmel Directors Cut Nach dem Regisseur Ridley Scott mit “Gladiator” das Genre des Historienfilms auf eine neue Ebene hievte, nahm er sich im Jahre 2004 einer dem Zeitgeist entsprechenden Thematik an, dem heute noch schwelenden Glaubenskonflikt zwischen Christen und Muslimen. Das alles wurde wieder in ein entsprechendes metaphorisch politisches, optisch sehr ansprechendes historisches Gewand gepackt. Die Frage, die sich jeder gestellt hatte war: würde Scott es mit “Kingdom of heaven” schaffen, in die Fußstapfen von Gladiator zu treten, da ja wieder einmal eine Geschichte mit vorhandenem Potential mit ausufernden Schlachten, laufenden Intrigen und Heroen die als Identifikationsfläche taugen, erzählt wird. Im Nachhinein erweist sich Königreich der Himmel in seiner Thematik aber doch mehr der politischen Ebene verhaftet, allerdings ohne eine klare Tendenz zu einer politischen Seite erkennen zu lassen. “Jeder ist seines eigenen Schicksals Schmied, es liegt an jedem selber, was er aus allem macht, ob er sich dem Frieden oder dem Gegenteil verschreibt..” Die Botschaft, das der Glaubenskonflikt wahrscheinlich niemals ein Ende finden wird, kommt zwar an, aber das tiefere Verständnis dieser Thematik konnte wegen verschiedener Versäumnisse nicht näher gebracht werden. Und das hat folgende Gründe: Durch seine Intention, politisch überaus ambitioniert zu sein, geht dem Film im Laufe der Zeit viel an Fahrt verloren, er wirkt krampfhaft bemüht, neben der optischen historischen Genauigkeit den Zeitgeist der Kreuzzüge dem Zuschauer verständlich zu machen. Das das nicht zur Gänze funktioniert, liegt zum einen daran, das a) der Film in vielen Passagen trotz der vorliegenden Directors Cut Fassung immer noch zu lang wirkt, trotz eines jetzt runderen Anfangs; das das verwendete Script von William Monaghan das eine oder andere Logikloch immer noch offenbart; und die politische Botschaft, die man nahe bringen möchte, nur an der Oberfläche angekratzt wird, und zwar durch Dialoge, die zwar einen zeitgenössischen Charakter offenbaren, aber in ihrer Weisheit jeglichen Tiefgang vermeiden. Und zum anderen das b) Orlando Bloom in seiner Rolle wenig als Identifikationsfläche taugt, er spielt zu eindimensional, zu hölzern, er kann in seiner Rolle niemals die eigene Stärke und die visionären Gedanken vermitteln, zu der ein Russel Crowe in der Lage war. Auch Eva Green ist mehr zur Staffage und Stichwortgeberin degradiert, als es Connie Nielsen in Gladiator war. Und zu guter letzt wirkt c) der eingesetzte Score in “Kingdom of Heaven” als Opener zwar herausragend, aber im nachhinein phasenweise zu schräg und zu deplatziert wie schon in Black Hawk Down. Alle diese Dinge tragen auch mit dazu bei, das “Kingdom of heaven” sich nicht zu einem rundem ganzem zusammenfügt und sich nicht dadurch die Magie entwickelt, die in der Lage ist den Betrachter in das Geschehen auf die Leinwand mit einzubeziehen und gleich mitzureißen. “Kingdom of heaven” wirkt insgesamt zu kopflastig. Es werden auch Aussagen getätigt im Laufe der Handlung, die wie eine Interpretation von Gladiator wirken. Ein Beispiel gefällig: Was für ein Mann ist ein Mann, der die Welt nicht verbessert. Soweit so gut, das kommt einem doch bekannt vor, oder? Nur: muss man das noch planlos ausformulieren bzw. als Metapher aus buchstabieren, anstatt sich lieber auf die Handlung zu konzentrieren und den Protagonisten einfach sein Werk tun zu lassen, wie es schon einmal der Fall gewesen ist? Also dem Zuschauer das zu geben was er möchte, keine Langeweile, sondern wieder sinnvolles, Action orientiertes Entertainment, welches als schmackhafter Zwischengang serviert wird, aber nicht zu träge wirkt, wie manche Aufnahmen es mit Pferden und Reitern letztendlich doch offenbaren. Man möchte Entertainment welches wieder das Adrenalin beim Betrachter schürt. Wo findet man die Auflehnung gegen das Kriegs Schüren der Tempelritter, wo steckt der so sehnsüchtig herbeigesehnte, psychologisch fundierte Kriegsschauplatz zwischen einem Balian und einem Guy de Lusignan, der mal wieder nicht wieder in einem platten Dialog endet? Böse Zungen behaupten sogar, das Königreich der Himmel heute immer noch als Abklatsch von Gladiator gesehen werden kann. Als Abklatsch würde ich den Directors Cut nicht bezeichnen, da phasenweise auch das Können von Ridley Scott emporsticht und man sich einen gewissen Respekt ihm gegenüber vorbehalten sollte; aber der Directors Cut enthält immer noch viele Elemente die schon in Gladiator vor kamen und ein paar Szenen an Einstellungen, die dem großen Bruder verdächtig entliehen zu seinen scheinen. Dadurch verliert Kingdom of Heaven sein Alleinstellungsmerkmal und muss sich dann den Vorwurf und die Frage gefallen lassen, warum man die Erwartungen nicht zu 100% erfüllen konnte. “Kingdom of heaven” wirkt wie der leicht schief gelaufene Versuch, nochmals einen Gladiator zu erzählen, welcher ein Happy End offenbart. mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 21.03.2011 um 11:16 Uhr Verstoß melden
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