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Seine 1 Kritik ansehen
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2 - Nicht gut
Daniel Brühl ist eben doch nur ein mittelmäßiger Schauspieler. So könnte er zwar z.B. in einer Rolle als junger Musiklehrer in Mittelbayern, der etwas verklemmt auf die Anzüglichkeiten pubertierender Schülerinnen reagiert, eine akzeptable Humornummer liefern, doch als Offizier in einem viehischen, gnadenlos nationalistisch getönten Grabenkrieg zerweichen Mimik und Gestik zu einer lauwarm-gefälligen Durchschnittlichkeit.
Überhaupt überwiegt in diesem Film der Eindruck einer schmerzfreien Kriegsstory, bei der aller Hass zwischen Weihnachtsbäumen versickert. Der klischeebeladene Austausch von Saufereien, von Familienbildern und anderem persönlichen Kram macht diese versteinert traditionelle Inszenierung nicht erträglicher. Denn ohne schmerzhaften Gegenpol mutieren diese Abläufe auf dem Niveau von Verbrüderungen in einer Sauna. Ich verlange weder spritzende Gehirne noch hervorquellende Därme. Doch forderte ich ein symbolisch aufgeladenes, mit intelligenten Bildern verfremdetes Grauen. Und die Emotionen des Schotten um seinen gefallenen Bruder wirken handwerklich hölzern und agieren nur als Füllmasse, um den Vorgängen eine Nuance Hass und Unversöhnlichkeit zu verleihen.
Als Fürmann trällernd mit Weihnachtsbäumchen über das Feld lärmte, erwartete ich, dass er stolpert und mit schlammgefüllter Mundhöhle weiterdröhnt. Die Grenze zum unerquicklichen Kabarett zeigte sich hier fließend. Die eindimensionalen, furchtbar geradlinigen Konflikte in den Hierarchielinien Soldat-Offizier-General waren dann richtig ärgerlich.Natürlich gebar die Frau eines Kriegsteilnehmers auch ein Kind, es war nicht anders zu erwarten, natürlich an den Weihnachtstagen, wann denn sonst. Es fehlte dem Film die sensible Vertiefung des Verhältnisses von individueller Menschlichkeit im Rahmen übergeordneter Vernichtung.
Ein Filmkritiker schrieb in der Leipziger Volkszeitung, dass für Besucher des Film, bei denen keine Tränen perlen, nur ein Arztbesuch helfen könnte. Abgesehen von dieser penetrant unkultivierten Anmaßung ist das genau der Punkt.
Sonst diesen körperlichen Reaktionen durchaus ausgeliefert, hat mich diese glatte, nicht im Ansatz sperrige und damit emotionslose Verfilmung auffällig unterkühlt. Sicher war der Streifen als weihnachtstauglicher Gefühlshammer geplant, doch verblasst er weitgehend in filmästhetischen und handwerklichen Zwischenwelten.
Die bemerkenswerte Leistung einiger Schauspieler, vorrangig von Nebendarstellern, konnte vereinzelt versöhnen. Abläufe wie der gemeinsame Wechsel in den jeweils feindlichen Graben bei befürchteten Angriffen hätte man hingebungsvoller zelebrieren sollen. Denn in dieser, doch grotesken Situation,
wird die Atmosphäre von Bedrohung, Ausweglosigkeit und eben auch Menschlichkeit eindringlicher nachvollziehbar als beim plakativ vor sich hinwabernden Austausch von Familienfotos.
Doch ist davon wenig zu sehen.
Hinzugefügt am 13.12.2005 um 21:22 Uhr
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