The Singing Detective
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    Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion The Singing Detective

    3,0

    Von Deike Stagge

    Einige Filme haben es gar nicht so leicht, den Sprung auf die große Leinwand zu schaffen. So auch „The Singing Detective“ von Keith Gordon. Abgedreht und geschnitten war die Kinoversion der britischen TV-Miniserie mit Michael Gambon bereits im Jahr 2003, nach Deutschland schafft es das Krimi-Musicaldrama, das in englischsprachigen Ländern schon als DVD auf dem Markt ist, erst jetzt. In den USA lief der Film nur in einer handvoll Kinos und spielte gerade einmal 350.000 Dollar ein.

    Krimiautor Dan Dark (Robert Downey Jr.) wird mit schwerer, psychisch bedingter Schuppenflechte in ein Krankenhaus eingeliefert. Fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt und von großen Schmerzen geplagt, versucht er, sich mit der Situation abzufinden und versinkt in Selbstmitleid und Psychosen. Um die Genesung und Therapie des schwer genießbaren Patienten bemüht sich der schrullige Psychoanalytiker Doctor Gibbon (Mel Gibson). Aber Dark will weder medizinische Hilfe von Gibbon noch die Freundschaft der munteren Krankenschwester Mills (Katie Holmes). Statt dessen flüchtet sich der Schriftsteller lieber in seine eigene Romanwelt. Im Kopf überarbeitet er erneut sein erstes Buch und nimmt dabei die Rolle des Titelhelden, des singenden Detektivs, ein, der sich in Mafiakreisen durchschlagen muss und im Mordfall an einer Prostituierten ermittelt. Turbulent wird die Sache, als in der realen Welt Darks Ex-Frau (Robin Wright Penn) auftaucht. Zusätzlich dazu wird der Autor von musikalischen Attacken geplagt, die ihn und sein (manchmal unfreiwilliges) Umfeld dazu veranlassen, völlig grundlos in 50er Jahre Jukebox-Gesang auszubrechen.

    „The Singing Detective“ ist sicher ein Film, über dem die Meinungen auseinander gehen werden. Regisseur Keith Gordon („Wild Palms“) versuchte sich an dem schweren Stoff. Dabei hat er mit Robert Downey Jr. („Gothika“) die perfekte Besetzung für den coolen Detektiv und psychisch gestörten Dan Dark gefunden. Der für sein eigenes ausuferndes Verhalten bekannte Schauspieler fühlt sich sichtbar wohl in dieser Rolle und zeigt dem Publikum eindrucksvoll die vielen Facetten seiner Figur. Auch die Gesangszenen meistert er mit einem lässigen Lächeln um die Mundwinkel und dem für Marlowe oder Bogart typischen Augenzwinkern. Neben dem Titelhelden ist vor allem Mel Gibson („Braveheart“, „[/url]Die Passion Christi[/url]“) in einer für ihn ungewöhnlichen Rolle zu sehen. Mit frisch geschorener Halbglatze, die Augen hinter einer dicken Brille versteckt, beweist der Wahl-Australier, dass er nicht nur für kämpferische Charaktere geschaffen ist. Eine motivierte Katie Holmes („Pieces Of April“), Robin Wright Penn („Ein Zuhause am Ende der Welt“) in einer Dreifachrolle und kurze Auftritte von Jeremy Northam („Gosford Park“, „Besessen“) und Adrien Brody („Der Pianist“) runden das Ensemble ab.

    Auch vom gestalterischen Standpunkt hat „The Singing Detective“ einiges zu bieten. In seinen 109 Minuten Laufzeit treffen Elemente des Film Noir und pomadige Musicalszenen der 50er Jahre aufeinander und spielen mit den verschiedenen Farbgebungen, die auch einen großen Teil der Atmosphäre mitbestimmen. Das sorgt für abwechslungsreiche und farbenfrohe Unterhaltung. Dem gegenüber steht die in nüchternen aber sehr detaillierten Bildern festgehaltene Leidensgeschichte von Dan Dark, sein aufgrund des hervorragenden Make-ups schockierend vernarbter Körper und der nur zermürbend langsam voran schreitende Heilungsprozess. Der Film fängt eine ganze Reihe von Stimmungen ein, die eigentlich so nicht zusammen passen.

    Probleme bereitet dem Zuschauer allerdings die anfängliche Orientierung. Wie in einer Kurzgeschichte oder einem Film von David Lynch wird das Publikum direkt in die Handlung hinein geworfen. Dabei fällt es anfangs sehr schwer, die verschiedenen Ebenen zu durchblicken und den Überblick zu behalten. Man darf die Geduld nicht in der ersten halben Stunde verlieren, denn die Zusammenhänge und Erklärungen werden nachgeliefert. „The Singing Detective“ weicht in seiner Machart deutlich vom Mainstreamkino in Hollywood ab und richtet sich eher an ein spezielles Publikum, das sich vielleicht auch auf David Lynch einlassen kann. Innerhalb dieses Genres aber wird dieser Film allen Ansprüchen gerecht.

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