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Seine 1 Kritik ansehen
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0.5 - Null
Die Prämisse dieses Films ist eigentlich wirklich interessant, denn die Vorstellung, dass es tatsächlich möglich sein soll über das weiße Rauschen elektronischer Geräte Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen weiß zu faszinieren. Allerdings auch nur solange man nicht näher darüber nachdenkt. Schließlich ist es doch so, dass das Paranormale seine Faszination aus der Uneindeutigkeit bezieht. Wenn man verstehen will, dass einem der verstorbene Liebste über den Äther etwas Ermutigendes zuraunt, dann wird man das auch hören. Es ist das gleiche wie mit versteckten Botschaften in Popsongs. Wer gesagt bekommt, dass der Kinderchor in Pink Floyds „Another Brick In The Wall“ „Hol ihn, hol ihn unters Dach“ singt, der wird auch das entsprechende hören. Und wem dann gesagt wird, dass sich der deutsche Toningenieur nach der Arbeit an diesem Album auf dem Dachboden der Schule in der er sich früher an Kindern verging, den Strick nahm, der bekommt eine Gänsehaut. Das ist natürlich alles Quatsch und das ist das Electronic Voice Phenomenon auch, aber dennoch kann es auf psychologischer Ebene durchaus funktionieren.
Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Der Film nimmt sich eindeutig viel zu ernst. Ist John Rivers zunächst noch einigermaßen skeptisch, vollzieht sich seine Wandlung zum EVP-Gläubigen dann in rasendem Tempo. Zweifel bestehen nicht mehr. Und wer könnte es ihm verdenken? Die Gestalten, die im Rauschen erscheinen sind klar und gut zu erkennen, die Anweisungen deutlich. Von Uneindeutigkeit keine Spur. Auch aus der Tatsache, dass Michael Keatons Figur mitunter tagelang vor dem Schneegestöber sitzt, scheinen ihm auch keine erkennbaren Probleme zu erwachsen. Bezüge zur echten Welt in Form seiner Ex-Frau und seines Sohnes, verschwinden irgendwann einfach aus dem Film. Ob er seinen Job verliert oder überhaupt noch auf Arbeit erscheint, erfährt der Zuschauer gar nichts. Scheinbar lebt es sich gut für einen paranormalen Ermittler.
Wo die Kleinigkeiten schon keinen Sinn ergeben, muss der Verstand dann auch vor der Geschichte als Ganzem kapitulieren. In dem Versuch die Auflösung über den Mörder möglichst überraschend zu gestalten, entschied man sich dafür diese Funktion einem Arbeiter zukommen zu lassen, der in zuvor einen vollkommen nichtssagenden Auftritt hatte, den man sich genausogut hätte schenken können. Ratlosigkeit wäre so oder so das Ergebnis gewesen.. Ja, das hätte wirklich niemand vermutet, aber wozu man dann überhaupt eine Verbindung zwischen Rivers und dem Killer herstellen musste, ist mir nicht klar.
Wieso brauchen die drei Geister diesen Handlanger überhaupt, wenn wir doch sehen, dass sie sowohl John als auch Raymond und Sarah eigenhändig angreifen und z.T. auch töten? Weil diese Menschen mehr in der paranormalen Welt stecken? Muss man wirklich an Geister glauben, damit sie einem etwas tun können? Und kann John nur Menschen helfen, die ein generelles Interesse am EVP hatten? Führt das nicht alles ad absurdum, was der Film vorher versuchte zu etablieren? Man muss sich auch die Frage stellen, ob Johns Frau ihn mit Absicht in lebensgefährliche Situationen bringt, um sich anschließend bei sich zu haben.
Eine miese Handlung, Schauspieler, die weit unter dem Mittelmaß agieren und eine Atmosphäre, die spätestens ab Raymonds Tod jegliche Spannung vermissen lässt. „White Noise“ ist eine große Enttäuschung.
Hinzugefügt am 24.10.2007 um 15:17 Uhr
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