Palindrome
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    wolkenunddreck
    wolkenunddreck

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      5 - Spitzenklasse

    dieser Film kommt ganz leise daher und scheint stets unschuldig, sogar in der Gestaltung der Zwischentitel, das ist ein geniales Konzept: explodieren tut er erst im Kopf. Er scheint von der ganz normalen, durchschnittlichen neighborhood zu erzählen: Es steht zu befürchten, dass er eine angemessene Beschreibung, zumindest von Teilen der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft abliefert. mutig und genial, unbedingt ansehen, Mathias Will, wolkenunddreck.de

    Hinzugefügt am 23.03.2008 um 21:10 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Ein Teenager mit einer etwas quäkenden Stimme, der sich in einem dicken Mantel versteckt. Todd Solondz sieht nicht aus wie ein Vierziger. Auch nicht wie ein erfolgreicher Regisseur. Eher wie ein erfolgreicher Independent-Regisseur, einer der unabhängig sein Ding macht. Sein erstes Ding hieß 1995 "Willkommen im Tollhaus", der Teenager-Alptraum von Dawn Wiener und wie sie ihn überwindet. Danach gab es 1998 "Happiness" - von Glück war in dieser tiefschwarzen und grell satirischen Familienkomödie aus den USA dabei nichts zu spüren! Jetzt, nachdem "Storytelling" in Deutschland ignoriert wurde, geht in dem kuriosen Märchen "Palindrome", ein naives Kind hinaus in die Welt, erlebt eine Menge und bleibt das naive Kind. Die Titelfigur Aviva, die Dorothy auf den gelben Steinen zum "Zauberer von Oz" folgen könnte, wird von zwei Frauen, vier Mädchen zwischen 13 und 14 Jahren, einem zwölfjährigen Jungen und einem sechsjährigen Mädchen gespielt! "Palindrom" beginnt mit dem Begräbnis von Dawn Wiener (aus dem "Tollhaus") und dem Wunsch der kleinen Aviva ja nicht "wie Dawn zu sein". Die Mutter (Ellen Barkin) beruhigt sie: "Du wirst immer du sein!" Von wegen: Als die unter arriviert alternativen Eltern Aufgewachsene die erste sexuelle Erfahrung macht und auch direkt bekommt was sie will - die Schwangerschaft - zwingt sie die gar nicht mehr lockere Mutter zur Abtreibung. Aviva verlässt darauf das Elternhaus auf der Suche nach einer Mutterschaft - egal wie. Bei ihrer albtraum-märchenhaften Reise triff sie auf pädophile Priester, bigotte Gottesanbeter und mehr skurriles Volk, das jedoch mit seinem verletzenden Treiben dem naiven Mädchen nichts anhaben kann. Mit Palindrom bezeichnet man Worte oder Sätze, die vom Anfang oder Ende gelesen gleich sind. "Rentner" ist ein altes Beispiel aus dem "Lagerregal" der Palindrome. Ein bekanntes Satz-Palindrom funktioniert in Zeiten von "political correctness" nicht mehr: "Ein Afroamerikaner mit Gazelle zagt im Regen nie". Da passt was nicht und Solondz irritiert ähnlich, indem er eine dürre hellhäutige und eine sehr dicke Schwarze nacheinander Aviva spielen lässt. Goethe ließ in seinen "Wahlverwandtschaften" Otto von vorne und hinten gleich sein, spielte mit der Wortchemie von Ottillie und Charlotte. Solondz philosophiert über die freie Wahl im Leben und setzt das Palindrom "Aviva" als These dafür hin, dass wir immer die gleichen bleiben, egal was wir tun. Von vorne oder hinten: Aviva, das personifizierte Palindrom. Mark Wiener breitet es zum Ende des Film in einem Monolog aus: Es ändert sich nichts, ob du zunimmst oder gar dein Geschlecht veränderst. Das muss man nicht düster wie Mark sehen, es ist auch etwas Befreiendes in dieser Sichtweise. So macht die seltsame Besetzung von Aviva nicht nur Spaß sondern auch Sinn. Selbst verständlich provoziert Solondz auch mit diesem Film - nur ist nicht klar, wen. Die Rechten oder die Linken, die Spießer oder die Alternativen? Ellen Barkins Charakter der Mutter etwa wirkt liberal, säkular, ist gegen Waffen, aber wenn sie ein konkretes Problem im eigenen Haus hat, versagt sie. Wie bei allen Gegenfiguren Solondz zur heilen US- und Hollywoodwelt behält sie aber ihre Würde, weil sie am Ende ihr Scheitern zugibt. Die Reaktionen aus den US-Kinos stehen noch aus. Mal sehen, wie Good old Germany auf dieses Film-Wort-Spiel reagiert ...

    Hinzugefügt am 29.04.2005 um 15:41 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Ich mußte wirklich ein paar Tränen lachen bei diesem Film und Ich kann überhaupt selten lachen bei einem Film. Denn die sehr korpulente,schwarze Darstellerin der Aviva sah wirklich zu komisch aus in diesm Kreuz-baven Kleid von Mama Sunshine. Diese Darstellerin hat mich ohnehin umgehauen!!! Diese Gesicht und Ihr ganzes Spiel...wirlich einmalig !!! Eine wirklich coole und anrührende Szene ist wenn die ganzen Kinder von Mama Sunshine (Darunter ein Junge mit Down-Syndrome, ein schwarzes Mädchen ohne Arme und unterentwickelten Beinen und ein blindes Albino Mädchen) incl. Neuling BIG FAT BLACK Aviva mit Mikroports singen und Tanzen. Für Mich geht das Konzept durchaus auf Aviva von Acht verschiedenen DarstellerIinnen spielen zu lassen. Es ist spannend zu erleben wie das Vervielfachen der Darsteller unseren gewohnten Zuschauerblick verändert! Ein typischer Todd Solondz Film der sich mit dem philosphischen Thema der wandelbarkeit des Wesens namens Mensch bzw. besser dessen Unfähigkeit dazu beschäftigt.Sind Wir determiniert oder gibt es den sogenannten Freien Willen?! Der Dramatiker Botho Strauß ist auch in der Meinung das die Selbstbestimmung des Individums die frechste Lüge der Vernunft sei.Todd Solondz hat viel Herz für seine Figuren in dieser Erdenwelt wo jeder auf Erlösung hofft. Sehr symphatisch ist Ihm auch der Trucker Earl/Bob geraten der eine Vorliebe für Mädchen hat die keine Mädchen mehr sind aber auch noch keine Frau. Und dieses womöglich aus einer Angst verletzt zu werden in einer Beziehung oder auch nur bei dem Versuch eine einzugehen. Love hurts !!! Schlichtweg rührend wenn sich Earl/Bob und Aviva/Henrietta ihre richtigen Namen eingestehen bevor er hinaus geht um sich von der Polizei erschießen zu lassen. Ein Film der sicher einige Geister scheiden wird. Aber man muß den Film selber sehen um sich eine Meinung zu bilden. Und dann...vieleicht... ...HAVE BIG FUN WITH PALINDROMES

    Hinzugefügt am 21.04.2005 um 10:37 Uhr
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