5 - Spitzenklasse
In einer Abhandlung über "Rambo" lässt sich prinzipiell viel sagen, angefangen mit biographischen Erzählungen von Sylvester Stallone über die politische Lage der USA sowohl in der damaligen Post-Vietnam-Situation als auch heutzutage, bis hin zu Image Theorien des Action Genres!
Aber versuchen wir mal geradlinig zu bleiben und eine wirkliche FILM - Kritik zu verfassen, anstatt einer Doktor-Arbeit über das gesamte "Rambo" - Universum!
Die filmstarts Kritik versucht nämlich anscheinend so etwas in der Art zu sein, erstickt sich dabei in seinem Wortfluss aber selbst und verrennt sich völlig! Der Film besitzt viel Aussagekraft, keine Frage, wird hier aber definitiv über interpretiert! Hinzu kommt, dass es schlichtweg keine Filmkritik ist, sondern einfach ein Kauderwelsch an Wörtern, was eher als Geschwafel zu bezeichnen ist und mir als Leser durch die völlige Überpräsenz pseudo-intelligenter Wort-Aneinanderreihungen graue Haare wachsen lässt! Daher nun eine vernünftige Kritik!
Zum Film:
"First Blood" ist eine spannende, gut inszenierte Geschichte, die entgegen des Images mehr von Charakter(en) als von Action lebt. John Rambo ist ein, von seinen Erlebnissen traumatisierter Vietnam-Veteran, der seine ehemaligen Kameraden sucht, um sich in der ihm verfremdeten Gesellschaft nicht so allein zu fühlen und jemanden zu haben, der ihn versteht und seine Gefühle teilt. Traurigerweise muss er feststellen, dass er der letzte Überlebende seines Teams ist; also zieht er ziellos weiter. Als der ortsansässige Sherrif einer verschlafen Kleinstadt in den Bergen ihn sieht, vermutet er einen Landstreicher aufgegabelt zu haben, der nur Unheil anrichtet und macht John dies auch unmissverständlich klar. Entgegen der Worte des Sherrifs versucht John umzukehren, lediglich um etwas zu essen. Der Sherrif, der sich in seiner Autorität untergraben und in seiner Persönlichkeit angegriffen fühlt, verhaftet John, und bringt ihn aufs Revier, wo er zweifelsohne menschenunwürdig behandelt wird. Durch diese brutale Vorgehensweise seitens der Polizei fühlt sich Rambo unweigerlich an seine Zeit in Kriegsgefangenschaft erinnert, gerät in Panik, überwältigt die Polizisten und bricht aus. Er befindet sich auf der Flucht, die Polizei nimmt die Verfolgung auf, die Situation eskaliert...
Sylvester Stallone fesselt den Zuschauer von Anfang an. Er besitzt einfach eine gewisse Präsenz, die das Interesse an seiner Person weckt! Die Sympathien des Zuschauers sind von Anfang an auf seiner Seite und nicht bei der Polizei. Man kann ihm die Trauer in seinem Gesicht förmlich ansehen und fragt sich nur, warum diese dämlichen, gelangweilten Dorfpolizisten ihn nicht einfach in Ruhe lassen. Die ganze Zeit befindet man sich als Zuschauer in einem Zwiespalt: am liebsten würde man sehen, wie Rambo diese Witzfiguren von Polizisten einen nach dem anderen umlegt, andererseits weiß man, dass es keine typischen Bösewichter sind, und dies somit nicht passieren kann/darf. Das weiß auch Rambo, denn ist er ja kein Schurke oder schlechter Mensch; er will lediglich seine Ruhe haben, welche ihm jedoch nicht gegönnt wird. In Vietnam hätte er alle eliminiert, keine Frage, hier jedoch geht das nicht, da er nur noch mehr Probleme bekommen würde, wobei einige sogar versuchen ihn zu töten. Das macht das ganze Szenario äußerst spannend und man fragt sich wie er wohl reagieren wird, was als nächstes passiert und wie er aus der ganzen Situation wieder herauskommen will. Seine gesamte Wut und Verzweiflung steigert sich über den ganzen Film hinweg, bis er es zum Schluss hin richtig krachen lässt, um im absoluten Höhepunkt dann zusammenzubrechen und sich als emotionales Wrack zu offenbaren! Der ganze Film ist also eine sorgfältig durchdachte Charakterstudie, basierend auf den emotionalen Empfindungen eines Vietnam Soldaten/Opfers; von der Thematik ähnlich wie "Taxi Driver", allerdings mit einem Hang mehr zum Action Genre.
Die Action in dem Film ist genau richtig bemessen, dient der story und verkommt nicht, wie es heutzutage oft so ist, zum Selbstzweck!
Die Schauspieler, allen voran Sly, der einfach verdammt gut in diese Rolle passt und in seinem finalen Breakdown zeigt, dass er auch ein wirklich guter Schauspieler sein kann (vor allem im Original) sind gut gewählt und erfüllen genau das, was von ihnen erwartet wird!
Insgesamt hinterlässt der Film einen in sich stimmigen, runden Gesamteindruck, unterhält durchweg, ist zu keiner Sekunde langweilig und gibt nachhaltig zu denken!
Ähnlich wie in der "Rocky" - Saga, sind die nachfolgenden Filme für das (schlechte) Image der Reihe verantwortlich. Es gilt jedoch auf alle Fälle zu differenzieren zwischen den einzelnen Teilen, was die meisten Leute, da sie keine Ahnung haben, einfach nicht können! Aber das ist ein anderes Thema! Die "Rambo" Reihe ist jedenfalls absoluter Kult und der Grundstein dafür war dieser wunderbare erste Film. Bleibt abzuwarten, ob der lang ersehnte, demnächst erscheinende vierte Teil John Rambo wieder zu den Wurzeln dieses Films zurückführen wird! Aber wie ich Sly kenne, wird es wohl so sein! Und wenn er nochmal so einen HAMMER raushaut, wie mit "Rocky Balboa", haben wir schon zu Beginn des Kinojahres 2008 ein absolutes Highlight!!! :)
Hinzugefügt am 30.01.2008 um 05:22 Uhr
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